Добавить новость
123ru.net
World News in German
Февраль
2026
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28

Bikepacking Südafrika: Staubig, heiß und unvergesslich

0

Dem kalten und feuchten Winter entfliehen – ein Gedanke, der dem ein oder anderen Radfahrer sicher schon mal durch den Kopf ging. Nathalie Schneitter hat genau das gemacht und ist nach Südafrika aufgebrochen, wo sie unter anderem ein viertägiges Bikepacking-Abenteuer erlebt hat, von dem sie euch hier berichtet. Viel Spaß beim Lesen!

[toc]

Mountainbike-Fans ist Südafrika ein Begriff. Jährlich findet im März das 8-tägige Cape Epic Etappenrennen statt und in den vergangenen Jahren war auch der Mountainbike World Cup zu Gast in Stellenbosch und Pietermaritzburg. Zudem trainieren viele der Profis aus dem Weltcup-Zirkus im Winter rund um Stellenbosch. Dies nicht nur wegen des stabilen, sonnig-heißen Wetters, sondern auch wegen der unzähligen Trailcenter. Kein Wunder also, dass man bei einem Kaffee im Städtchen das halbe Weltcup-Feld trifft. Als ich selbst noch Cross Country-Weltcups gefahren bin, war ich erstaunlicherweise nie in Stellenbosch zum Trainieren. Dieses Jahr bin ich aber gleich drei Wochen da, sage dem Schnee in der Schweiz tschüss und verlege mein Homeoffice nach Südafrika. Die Zeitverschiebung ist ja praktischerweise nur eine Stunde.

# Drei Wochen Südafrika. – Da darf ein Mountainbikepacking-Trip nicht fehlen!
Diashow: Bikepacking Südafrika: staubig, heiß und unvergesslich
Diashow starten »

Am zweiten Tag des Aufenthaltes sitzen meine Kollegin Coni und ich abends auf der Terrasse in Stellenbosch, ein Glas Chenin Blanc in der Hand, den Blick über die Weinberge gerichtet. „Lass uns was Verrücktes machen“, sagt eine von uns – keine Ahnung, wer den Satz zuerst aussprach. Aber was als Hirngespinst beginnt, wird innerhalb von Minuten zu einem echten Plan: Mit dem Mountainbike von George zurück nach Stellenbosch. 600 Kilometer. Vier Tage. Zwei Frauen, zwei Bikes, ein Ziel: Abenteuer pur.

# Die Fireroads Südafrikas warten auf uns,…
# … wir freuen uns auf das Abenteuer!

Der Mietwagen ist schnell gebucht, der Entschluss, so leicht wie möglich zu reisen, einstimmig gefasst, und zwei Tage später fahren wir mit dem Auto nach George, um von da aus mit dem Bike zurück nach Stellenbosch zu fahren. Warum George, mag man sich vielleicht fragen? George hat einen kleinen Flughafen mit einer Mietwagenstation, ist von Stellenbosch aus in gut 5 Stunden mit dem Auto erreichbar und wir finden auf Komoot eine Route eines Ultra-Cycling-Rennens, genannt „Rhino run“, welches unter anderem George und Stellenbosch verbindet. Da es in Südafrika sehr viel Privatgrund gibt und es faktisch unberrechenbar ist, welche Kiesstraßen durchgängig befahrbar sind und welche nicht, fühlt es sich für uns sicherer an, der Route dieses Rennens zu folgen. Also: Los geht’s!

Tag 1 – Die Hitze der Klein Karoo

Frühmorgens starten wir in George und rollen in Richtung Montagu Pass. Die Stimmung ist euphorisch, die Luft noch frisch, der Schotter unter unseren Reifen knirscht vielversprechend.

Der Montagu Pass verbindet George an der Südküste mit Herold, einem kleinen Dorf auf der anderen Seite des Outeniqua-Gebirges. Er ist Teil der alten Verbindung zwischen der Küste und dem Landesinneren. Der Pass ist einer der ältesten befahrbaren Pässe Südafrikas und wurde zwischen 1844 und 1848 komplett per Hand und mit Ochsenkarren errichtet – eine technische Meisterleistung der damaligen Zeit. Uns beeindruckt vor allem, wie üppig grün die Vegetation und wie schlecht unterhalten die Kiesstraße heute ist.

# Kaum sind wir aus George raus, wartet bereits das erste Hindernis. Wir diskutieren kurz und fahren dann einfach weiter in Richtung Montagu Pass. – was sich als gute Entscheidung rausstellt.

Oben am Pass ändert sich das Bild schlagartig. Vor uns liegt die Klein Karoo-Halbwüste – karg, weit. Bis Oudtshoorn rollen wir flott, vorbei an unzähligen Straußenfarmen. Anfang des 20. Jahrhunderts galt die Gegend als Zentrum des Straußenbooms – damals galten Straußenfedern als modisches Must-have in Europa. In Outshoorn füllen wir unsere Energiereserven mit einem Quiche und einem Kaffee und tragen ab hier so viel Wasser mit, wie nur möglich. 80 Kilometer liegen noch vor uns an diesem Tag und die Befürchtungen bewahrheiten sich: Es wird gnadenlos heiß und Nachfüllen der Flaschen ist nirgendwo möglich. Unser Garmin zeigt 50 Grad Celsius und genau so verrückt heiß fühlt es sich auch an. Zum Glück trage ich ein weißes Langarmshirt, sodass meine Arme nicht verbrennen. Trotzdem bin ich über jedes Lüftchen froh. Ich trage drei Liter Wasser mit (2 Flaschen und eine 1,5-Liter-Trinkblase im Hip-Bag) – zu wenig, wie sich herausstellt. Im Einteilen von Wasser ist Coni auf jeden Fall besser als ich.

# Die Straße am Montagu Pass ist schlecht. – Aber für Mountainbikes kein Problem.
# Auf der Südseite des Passes ist es so richtig grün.

Je näher wir unserem Tagesziel Calitzdorp kommen, desto mehr schwinden meine Kräfte. Irgendwann ist meine letzte Flasche leer und zum Glück finde ich in meinem Bag noch ein Gel, dem Wasser bereits beigemixt ist und das etwas den Durst löscht. Coni bietet mir zwar noch einen Schluck aus ihrer Flasche an, doch dafür bin ich dann doch noch zu wenig am Limit, oder einfach zu stolz. Gemeinsam schleppen wir uns durch den flirrenden Staub ins Dorf. Komplett erschöpft, aber auch stolz: Der erste Tag war geschafft – und was für einer. 142 Kilometer und 2.000 Höhenmeter.

# Die Sonne im Gesicht, frösteln wir morgens um 8 fast noch ein bisschen.
# Damit ist aber bald Schluss.
# Denn auf der anderen Seite des Passes kommen wir in die Klein Karoo Halbwüste. – Am Nachmittag zeigt mein Garmin 50!!! Grad.
# Kurz vor Oudtshoorn sichten wir die erste Straussenfarm. – Hunderte werden folgen.
# Die Hitze lässt nicht nach.
# Ich habe schon lange kein Wasser mehr in meinen Flaschen und 8 km gilt es noch zu radeln. – Das glitzernde Wasser des Flusses lässt meine Kehle noch trockener werden.

Tag 2 – Über die Berge, durch die Stille

Am zweiten Tag starten wir wiederum früh, um der Hitze zu entgehen, mit dem Rooiberg Pass als erstem Zwischenziel vor Augen. Der Pass liegt zwischen Calitzdorp und dem kleinen Ort Van Wyksdorp in der Klein Karoo und ist perfekt für solche wie uns, die den staubigen Weg dem ausgetretenen Pfad vorziehen. „Rooiberg“ heißt aus Afrikaans übersetzt „roter Berg“, weil die Felsen, die Erde und selbst der Staub in der Sonne rostrot wirken.

# Der Rooiberg Pass ist das erste Zwischenziel des zweiten Tages. – Das Panorama ist einfach WOW.
# Mit dem Passieren der Passhöhe verlassen wir auch die Klein Karoo. – Die Vegetation ändert sich schlagartig.
# Die Kiesstraßen sehen auf den Bildern eindeutiger flowiger aus, als sie in Wirklichkeit sind. Ich bin froh um 120 mm Federweg. – Der Federweg bleibt konsequent offen. Gravel-Terrain ist das ganz sicher nicht.
# Die Buschlandschaft verleidet mir auch nach hundert Kilometer nicht, der Seitenwind hingegen schon.
# Bei solchen Straßen freut man sich höchstens über Seitenwind.

Wir sind bei Sonnenaufgang unterwegs und die Landschaft wirkt karg und rau und wir haben das Gefühl, allein in einer uralten Welt zu sein. Es gibt nur Weite und Stille, weit weg vom Alltag. Wir treffen tatsächlich keinen einzigen Menschen und es gibt auch keine Versorgungsmöglichkeiten entlang des Passes. In Van Wyksdorp legen wir dann eine Kaffeepause ein – in dieser Gegend muss man die Möglichkeiten ausschöpfen, wenn sie sich bieten. Der Kaffee ist bescheiden, dafür unsere Eggs Bendict grandios. Die Stärkung war dringend nötig, denn ab hier heißt es für viele, viele Kilometer nur karge Buschlandschaft und starker Seitenwind. Die wenigen Autos, die an uns vorbeibrausen, lassen Staub aufwirbeln und uns in einer riesigen Staubwolke zurück.

# Garcia’s Pass – Ich bin so glücklich mal wieder Asphalt zu sehen

Als wir die asphaltierte Straße über den Garcias Pass erreichen, sind wir kurz erleichtert: Endlich keine Rumpelpiste mehr. Doch die Freude währt nur kurz, denn der Wind wird immer stärker. Wir kommen kaum vom Fleck und freuen uns auch zu früh über die bevorstehende Abfahrt, denn der Wind ist so stark, dass wir auch bergab treten müssen. In Riversdale legen wir einen ungeplanten weiteren Stopp ein. Eine kalte Cola und zwei Snickers bringen mich dann noch mit viel Power bis nach Heidelberg. Solche kleinen Freuden wie Snickers oder Haribo sind wie Luxus in der Wüste. Müde, aber glücklich rollen wir nach 154 Kilometern und 2.230 Höhenmetern in Heidelberg ein und gönnen uns eine Pizza.

# Hinter dem Garcia’s Pass sieht die Welt wieder anders aus. – Von der Busch-Landschaft in Wälder und Landwirtschaft.

Tag 3 – Windspiele zwischen Himmel und Horizont

Bereits am Vorabend wissen wir, dass dieser Tag hart werden würde. Nicht wegen der Strecke, sondern wegen dem, was die Wettervorhersage lapidar als „moderate headwinds“ bezeichnet. Gegenwind, mein heimlicher Endgegner.

Wir starten eher spät in Heidelberg, weil wir im B&B noch mit einem leckeren Frühstück versorgt werden. Die Sonne ist noch freundlich, der Himmel wolkenlos. Doch schon beim Losfahren spüren wir den Widerstand in der Luft, wie ein unsichtbares Band, das uns an den Schultern zurückzieht. Der Wind kommt frontal – hart, konstant, gnadenlos – und wir fahren heute nur in eine Richtung, das kann ja heiter werden!

Ich schalte runter, beuge mich tiefer über den Lenker, versuche, mich klein zu machen, aber der Wind ist ständiger Begleiter. Jeder Kilometer fühlt sich an wie drei. Die Gespräche zwischen Coni und mir verstummten bald – zu viel Energie kostete es, einfach nur weiterzutreten. Selbst der Kaffee, den wir irgendwo am Straßenrand in einem charmanten Café trinken, kann nur kurz ablenken.

Trotzdem ist da auch etwas Befreiendes: nur wir, der Wind und diese endlose, offene Landschaft, die langsam ihr Gesicht wechselt – statt trockenem Buschland tauchen immer mehr grüne Hügel auf, Bäche, Weiden mit Schafen und Ziegen.

# Letzte Kilometer vor Greyton. – Die Freude über den Rückenwind ist groß. Doch nach 165 Kilometern Rumpelpiste freut sich mein Hintern auf eine Pause.
# Landwirtschaft soweit das Auge reicht. – Im Februar sind die Felder bereits geerntet. Wir staunen trotzdem.

Und dann – als hätten die Windgötter ein Einsehen – kippt es plötzlich. Der Moment ist beinahe magisch. Vierzig Kilometer vor unserem Tagesziel Greyton dreht der Wind. Rückenwind. Und was für einer! Auf einmal fliegen wir. Mein Körper ist erschöpft, aber der Fahrtwind fühlt sich an wie ein Geschenk. Die Räder summen, meine Haare wehen wild. Wir rauschen durch die letzten Kilometer, als würde uns der Wind nach Greyton tragen wollen. Das Licht wird golden, die Schatten länger, die Felder links und rechts leuchten im Abendlicht und uns bleibt nach 165 Kilometern und 1.700 Höhenmetern sogar noch Zeit für ein Feierabend-Bier im ersten Restaurant am Dorfrand.

# Endlose Felder und wir winzig klein mittendrin.
# Hinter der Bergkette ist unser Ziel. – Auf der anderen Seite der Bergkette warten die Weinberge.

Tag 4 – Zwischen Glut und Glück das Ziel in Sicht

Unser letzter Tag beginnt früh, und lustigerweise sehen die anstehenden 111 Kilometer auf Papier fast wie ein Ruhetag aus. Doch die Beine sind schwer, die Schultern müde, der Geist voller Bilder. Von Greyton aus geht es über sanfte Hügel, durch Weingüter und karge Ebenen Richtung Villiersdorp, wo bereits eine kalte Cola wartet. Mittlerweile sind wir über jeden Meter Asphalt dankbar, denn die südafrikanischen Kiesstraßen holpern nonstop, und obwohl wir hauptsächlich auf Kiesstraßen fahren, sind wir froh über 120 mm Komfort vorn und hinten.

# Bei so viel Überwachung muss man sich ja sicher fühlen.
# So machen Cola-Pausen Spaß. – Unkompliziert!
# Am vierten Tag sind die Augen klein. – Die Freude über einen guten Kaffee aber umso größer.

Die Fahrt über den Franschhoek-Pass ist wunderbar, doch getrübt über mehrere Kilometer abgebrannte Waldfläche. Rauch liegt zwar keiner mehr in der Luft, doch die riesige abgebrannte Fläche macht uns leise und nachdenklich. Was für ein Kontrast zu all der Euphorie der letzten Tage. In Franschhoek legen wir einen letzten, feierlichen Stopp ein. Ein Flat White und ein Avocado-Toast sollen uns stärken für die letzten Kilometer zurück nach Stellenbosch.

# Den Franschhoek Pass gibts es zum Abschluss. – Wir freuen uns über schnell rollende Kilometer.

Nach 600 Kilometern und 30 Stunden im Sattel schaffen wir es erschöpft, staubig und glücklich zurück nach Stellenbosch. Am Ende bleibt ein Gefühl, das man mit keinem Wellnessurlaub der Welt vergleichen kann. Wir sind erschöpft und unendlich glücklich.

# Die Abfahrt des Franschhoek Pass ist wunderbar. – Unten wartet auf uns ein kühles alkoholfreies Bier.
# Zeichen eines super Tages im Sattel.
# Ich (links) und meine Kollegin Coni. – Lange Tage im Sattel sind unser Ding!
# Das ist alles, was ich dabei habe. – Garmin zur Navigation, eine Glücksfeder und ein Beutel mit T-Shirt, kurzen Hosen, Unterwäsche und Toilettenartikel, Mehr habe ich für die 4 Tage nicht dabei.
# Zwischendurch war die Laune auch mal im Keller. – Hier bin ich «hangry» – wer kennts nicht?
# Cola, Eis und Chips. – Es gibt Momente im Leben wo diese Kombination himmlisch ist.
# Wenn man keine Schuhe und Ersatzsocken einpackt, geht man halt in den Radschuhen zum Abendessen. – Style muss halt doch nicht immer sein.
# Der letzte Berg ist geschafft. – Was für ein toller Trip!
Text und Bilder: Nathalie Schneitter





Загрузка...


Губернаторы России

Спорт в России и мире

Загрузка...

Все новости спорта сегодня


Новости тенниса

Загрузка...


123ru.net – это самые свежие новости из регионов и со всего мира в прямом эфире 24 часа в сутки 7 дней в неделю на всех языках мира без цензуры и предвзятости редактора. Не новости делают нас, а мы – делаем новости. Наши новости опубликованы живыми людьми в формате онлайн. Вы всегда можете добавить свои новости сиюминутно – здесь и прочитать их тут же и – сейчас в России, в Украине и в мире по темам в режиме 24/7 ежесекундно. А теперь ещё - регионы, Крым, Москва и Россия.


Загрузка...

Загрузка...

Экология в России и мире




Путин в России и мире

Лукашенко в Беларуси и мире



123ru.netмеждународная интерактивная информационная сеть (ежеминутные новости с ежедневным интелектуальным архивом). Только у нас — все главные новости дня без политической цензуры. "123 Новости" — абсолютно все точки зрения, трезвая аналитика, цивилизованные споры и обсуждения без взаимных обвинений и оскорблений. Помните, что не у всех точка зрения совпадает с Вашей. Уважайте мнение других, даже если Вы отстаиваете свой взгляд и свою позицию. Smi24.net — облегчённая версия старейшего обозревателя новостей 123ru.net.

Мы не навязываем Вам своё видение, мы даём Вам объективный срез событий дня без цензуры и без купюр. Новости, какие они есть — онлайн (с поминутным архивом по всем городам и регионам России, Украины, Белоруссии и Абхазии).

123ru.net — живые новости в прямом эфире!

В любую минуту Вы можете добавить свою новость мгновенно — здесь.






Здоровье в России и мире


Частные объявления в Вашем городе, в Вашем регионе и в России






Загрузка...

Загрузка...





Друзья 123ru.net


Информационные партнёры 123ru.net



Спонсоры 123ru.net