Wer mit dem Auto Richtung Österreich fährt, braucht oft Geduld: Schuld daran ist häufig die Blockabfertigung. Was steckt hinter dem Prinzip – und wo wird es angewendet? Autofahrer aus dem Großraum München kennen das Szenario: Montagmorgen, Urlaubsbeginn oder einfach nur viel Verkehr – und plötzlich steht man. Auf der A93 Richtung Kufstein geht oft nichts mehr, der Rückstau reicht bis zur A8. Der Grund dafür ist meist eine Maßnahme, die auf den ersten Blick bürokratisch klingt, aber konkrete Auswirkungen hat: Blockabfertigung. Die Idee dahinter: Nur ein bestimmtes Kontingent an Fahrzeugen – vor allem LKWs – darf pro Stunde die Grenze passieren. In Kufstein sind es rund 250 bis 300 Lastwagen. Sobald diese Zahl erreicht ist, greifen die Behörden ein: Ampeln stoppen den Verkehr, Brummis müssen warten. Das sorgt für Staus – aber auch für mehr Sicherheit auf der stark belasteten Inntalautobahn. Verkehr in Schüben: Wie Blockabfertigung funktioniert Blockabfertigung bedeutet, dass der Verkehr abschnittsweise weitergeleitet wird – meist per Ampelregelung. Dieses Prinzip kommt immer dann zum Einsatz, wenn an besonders sensiblen Stellen wie Tunnelportalen oder Engstellen die Belastungsgrenze erreicht ist. Ziel ist es, gefährliche Rückstaus zu verhindern, die Luftqualität zu verbessern und die Unfallgefahr zu reduzieren. Besonders häufig wird die Maßnahme bei einröhrigen Tunneln mit Gegenverkehr angewendet – etwa am Grenztunnel Füssen oder am Schweizer Gotthard-Tunnel. Dort wird der Verkehr vor dem Tunnel gezielt gestoppt, sobald sich dahinter Stau aufbaut. Die Fahrzeuge müssen warten, bis sich der Rückstau auflöst und der Verkehrsfluss im Tunnel wieder sicher ist. Auch auf offenen Strecken, wie etwa der Inntalautobahn in Tirol, greifen die Behörden zur Blockabfertigung – meist dann, wenn sich lange LKW-Kolonnen aufbauen oder die Durchfahrt an der Grenze beschränkt werden soll. Technik, die bremst – aber schützt Meist läuft die Blockabfertigung automatisch. Sensoren im Asphalt zählen die Fahrzeuge, Kameras und Ampeln regeln den Zufluss. Von der Blockabfertigung sind nur Lkw über 7,5 Tonnen betroffen. Fahrzeuge, die dieses Gewicht nicht überschreiten, dürfen sich in den normalen Verkehr einreihen. Nur wenn sich im Tunnel oder hinter der Engstelle genügend Platz gebildet hat, schaltet das System wieder auf Grün. Wenn’s stockt: So verhält man sich richtig Wer in eine Blockabfertigung gerät, hat meist wenig Handlungsspielraum – denn viele der betroffenen Strecken lassen sich nur schwer umfahren. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig über die Verkehrslage zu informieren, etwa über Navigationsdienste oder Verkehrswarndienste. Kommt es zum Stillstand, sollte schon bei stockendem Verkehr eine Rettungsgasse gebildet werden – sie kann im Ernstfall Leben retten. Auch der Motor sollte abgeschaltet werden, um Kraftstoff zu sparen und die Umwelt nicht unnötig zu belasten. Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten dabeihaben – und generell gilt: Wasser, Snacks und ein bisschen Geduld helfen, die Wartezeit entspannter zu überstehen. Wo gibt es Blockabfertigungen? Blockabfertigungen werden an verschiedenen Verkehrsknoten eingesetzt – je nach Engpass und Verkehrsaufkommen. Besonders bekannt ist die Maßnahme an der deutsch-österreichischen Grenze auf der A93 in Richtung Inntal. 93/A12 bei Kufstein: LKW-Dosierung an der Grenze Richtung Tirol Grenztunnel Füssen: automatische Blockabfertigung bei hohem Verkehrsaufkommen Gotthard-Tunnel (CH): regelmäßige Dosierung zur Entlastung des Tunnels Pfändertunnel (A14, Vorarlberg): bei Unfällen oder Baustellen Karawankentunnel (A11, Kärnten): besonders an Reisetagen mit Dosierung Tauerntunnel und Katschbergtunnel (A10, Salzburg): heute selten – früher stundenlange Wartezeiten Weitere innerdeutsche Einsatzorte kommen hinzu. Etwa der Allacher und der Aubinger Tunnel bei München während Bauarbeiten oder Pannen. Blockabfertigung: Alle Termine Autofahrende, die über die A93 (Inntaldreieck – Kufstein) nach Tirol wollen, müssen sich an bestimmten Tagen auf Behinderungen einstellen. Alle Termine 2026 auf einen Blick: Montag, 2. Februar Montag, 9. Februar Montag, 16. Februar Montag, 23. Februar Montag, 2. März Montag, 9. März Montag, 16. März Freitag, 15. Mai Dienstag, 26. Mai Mittwoch, 27. Mai Donnerstag, 28. Mai Montag, 1. Juni Freitag, 5. Juni Montag, 8. Juni Montag, 6. Juli Montag, 13. Juli Montag, 20.Juli Montag, 27. Juli Montag, 7. September Montag, 14. September Montag, 21. September Montag, 28. September Montag, 5. Oktober Dienstag, 27. Oktober Mittwoch, 4. November Mittwoch, 11. November Mittwoch, 18. November Mittwoch, 25. November Mittwoch, 9. Dezember