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Elementarschadensversicherung: Wird sie bald zur Pflicht?

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Die schwarz-rote Regierung möchte laut Koalitionsvertrag die Elementarschutzversicherung zur Pflicht machen. Eine neue Auswertung zeigt, was das kostet. Die Flutkatastrophe im Ahrtal und wenige Jahre später das Hochwasser in Bayern und Baden-Württemberg haben gezeigt: In Deutschland kommt es durch den Klimawandel häufiger zu extremen Wetterereignissen. Das bedeutet zwangsläufig auch, dass es häufiger dazu kommt, dass Eigentümer durch Extremwetter Schaden an ihren Wohngebäuden melden. Seit der Ahrtal-Flut 2021 sind nach Angaben des Gesamtverbands der Versicherer (GDV) 7,5 Milliarden Euro an 200.000 Versicherte ausbezahlt worden. Viele Betroffene hatten jedoch keine Gebäudeversicherung, die Elementarschäden abdeckt . Für sie wurde die Katastrophe zum finanziellen Ruin. Um solche Situationen zu vermeiden, will die Bundesregierung die Elementarschadenversicherung zur Pflicht machen: "Wir führen ein, dass im Neugeschäft die Wohngebäudeversicherung nur noch mit Elementarschadenabsicherung angeboten wird, und im Bestandsgeschäft sämtliche Wohngebäudeversicherungen zu einem Stichtag um eine Elementarschadenversicherung erweitert werden", heißt es dazu im Koalitionsvertrag . Kosten für Pflichtversicherung schwer abschätzbar Ob das auch so umgesetzt wird, steht nicht fest. Eine pauschale Antwort auf die Frage, was das Eigentümer kosten würde, war auch lange schwer ermittelbar. Zum Jahreswechsel 2024/2025 hatte der Geldratgeber "Finanztip" Angebote für Häuser an 16 verschiedenen Standorten verglichen und kam zu dem Schluss: Der Extremwetterschutz kostet zwischen 350 und 1.300 Euro im Jahr. Eine neue Analyse der Fachzeitschrift "Der Wirtschaftsdienst – Zeitschrift für Wirtschaftspolitik" hat nun genauer nachgeforscht. Abgefragt wurden 1.094 Adressen in ganz Deutschland über alle Risikoklassen hinweg. Verglichen wurden 39 Versicherungstarife, einmal mit und einmal ohne Elementarschutz – insgesamt ergaben sich so über 80.000 Vergleichswerte. Dabei kam heraus: Auch in der niedrigsten Risikostufe kostet eine Wohngebäudeversicherung mit Elementardeckung jährlich im Schnitt 608,20 Euro. In den höchsten Risikoklassen – wo also die Wahrscheinlichkeit eines Extremereignisses als besonders hoch eingeschätzt wurde – müssen Eigentümer deutlich über 2.000, teilweise sogar fast 3.000 Euro bezahlen (inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer). Dabei stellten die Autoren allerdings fest, dass man in den höchsten Risikoklassen oft gar keine Versicherung bekommen konnte. Preis für Versicherungen variiert stark Die Spanne zwischen den Prämien war der Analyse zufolge auch recht groß. So kann ein Hausbesitzer in einer Region mit geringem Hochwasser- oder Erdbebenrisiko, aber einem moderaten Starkregenrisiko zwischen 39 Tarifen wählen, die preislich zwischen 19 Euro und 330 Euro liegen. Die Autoren der Analyse vermuten, das liege daran, dass es "für diesen Markt nur eine sehr begrenzte Transparenz über das Angebot auf der Nachfrageseite gibt." Es sei zu vermuten, dass die meisten Menschen die Elementarschadenversicherung nicht aktiv nachfragen und diesen Bestandteil, wenn überhaupt, nur "dazubuchen". Das Risiko eines Extremwetterereignisses werde in Deutschland oft noch unterschätzt. Sollte die Elementarschadenversicherung verpflichtend werden , könnte es sein, dass das eine preissenkende Wirkung hat. Denn dadurch würde eine deutlich größere Konkurrenzsituation entstehen. Andererseits müssten Versicherer auch damit rechnen, dass die Zahl der Schadensmeldungen dann steigt – was wiederum den Aufbau einer größeren Reserve für solche Fälle notwendig machen würde. Das könnte wieder preistreibend wirken. Die Autoren schreiben dazu, dass die "Preisentwicklung im Fluss ist". Nach Angaben des GDV sind nur die Hälfte aller Haushalte gegen Elementarschäden geschützt. Neben Hochwasser, Starkregen und Erdbeben schützt eine solche Zusatzversicherung noch gegen Schneedruck, Lawinen und Erdrutsche sowie vor einer Erdsenkung.





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