Eltern aufgepasst: Knopfzellen: Unterschätztes Risiko für Kinder im Haushalt
Schon eine verschluckte Knopfzelle kann bei Kindern in kurzer Zeit schwere Verletzungen verursachen. Warum gerade Alltagsgeräte wie Fernbedienungen zur unterschätzten Gefahr werden können.
Knopfbatterien sind eine häufig noch unterschätzte Gefahr für kleine Kinder. Zwischen 2020 und 2025 hat die Informationszentrale gegen Vergiftungen am Universitätsklinikum Bonn für Nordrhein-Westfalen 430 Fälle dokumentiert, in denen Kinder bis zu sechs Jahren Knopfzellen verschluckt hatten. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der FDP-Landtagsabgeordneten Susanne Schneider hervor.
"Viele Eltern sind sich der Risiken nicht bewusst", warnte die gelernte Krankenschwester. Neben dem Verstopfen von Nasen und Ohren mit den glänzenden kleinen Objekten sei das Verschlucken der Knopfzellen besonders gefährlich. Bereits nach wenigen Stunden könne durch die elektrochemische Reaktion in der Speiseröhre Gewebe schwer geschädigt werden. "Die Folge können tiefe Verätzungen, Fistelbildungen, langfristige Schluck- und Atemprobleme sowie lebensbedrohliche Komplikationen sein", warnte Schneider.
Schutz bei Spielzeug, aber nicht bei Alltagsgegenständen
Die Verordnung über die Sicherheit von Spielzeug enthalte klare Vorgaben zu kindersicheren Batteriefächern und Warnhinweisen für elektrisches Spielzeug, antwortete federführend das Düsseldorfer Gesundheitsministerium auf Fragen der Abgeordneten nach Schutzmaßnahmen.
Diese gälten allerdings nicht für viele Haushalts- und Alltagsgegenstände wie etwa Fernbedienungen, die für Kinder leicht zugänglich seien, betonte Schneider. "Das macht sie zu einer oft unterschätzten Gesundheitsgefahr für Kinder."
Die Aufklärung über Maßnahmen der Unfallverhütung sei ein empfohlener Bestandteil der Vorsorge-Untersuchungen U3 bis U9, hielt die Landesregierung fest. Allerdings gebe es keine verbindlichen Vorgaben zu den Inhalten. Diese Entscheidung liege im Ermessen der behandelnden Kinderärzte.
