Musikalisches Hirschberg: Hannelore Bode-Feldhoff stand auf den großen Bühnen dieser Welt
Von Nicoline Pilz
Hirschberg-Großsachsen. "Singen ist wichtig für die Seele", sagt Hannelore Bode-Feldhoff. Die Opernsängerin ist viel herumgekommen in der Welt, stand auf den großen Bühnen im In- und Ausland. Klassikliebhaber rühmen ihren "wunderbar leuchtenden und natürlichen Sopran" und die "Lebendigkeit ihres Ausdrucks". Für einige, die sich in Klassikforen im Internet äußern, keine Frage: Elsa, 1971 und 1972 an der Seite von René Kollo gegeben, sei ihr Favorit.
Richard Wagners "Elsa" in der Oper "Lohengrin" sei auch eine ihrer liebsten Rollen gewesen, erzählt Hannelore Bode-Feldhoff im Gespräch mit der RNZ. Und auch die "Elisabeth" in "Tannhäuser". "Eine meiner Lieblingsopern ist der ‚Don Giovanni‘ von Mozart. In diesem Stück habe ich alle drei Frauenrollen gesungen", sagt sie.
Die Sängerin war eine Bayreuther Größe: Geradezu prädestiniert für die "mädchenhaften Wagnertypen wie Eva, Elisabeth und Sieglinde", findet ein User namens "Operus". Bayreuth, die fränkische Stadt am Roten Main mit ihrem Festspielhaus, war Hannelore Bode schon früh vertraut: "Mein Vater war im Bayreuther Festspielorchester. Das bedeutete, dass meine Mutter und ich fast jeden Sommer sechs Wochen in Bayreuth verbrachten und oft Gelegenheit hatten, Proben zu besuchen." Daher habe sie schon ziemlich früh gewusst, dass sie Opernsängerin werden wollte. Bei ihr trafen die Liebe zum Singen und ein großes Talent fruchtbar aufeinander.
Hannelore Bode begann mit 16 Jahren in ihrer Heimatstadt Berlin ein privates Gesangsstudium. Nach dem Abitur folgte sie ihrer Lehrerin an das Mozarteum in Salzburg. Dort studierte sie drei Jahre lang unter anderem Gesang, Opernschule, Klavier und Sprecherziehung, um das Rüstzeug für eine Karriere im Opernfach zu erwerben.
1964 debütierte sie am Stadttheater in Bonn als "Antonia" in "Hoffmanns Erzählungen". Es folgten Stationen in Basel und Düsseldorf. Gastspiele im In- und Ausland führten sie unter anderem an die Wiener Staatsoper, nach Köln und München, nach Buenos Aires, London, San Francisco und Washington. Zwölf Jahre lang sang sie bei den Bayreuther Festspielen. Zunächst kleinere Partien doch 1971 erfolgte der Durchbruch als "Elsa" im "Lohengrin".
Weitere große Rollen folgten und sie sang mit vielen Kollegen wie Jean Cox und Franz Mazura, der nicht weit weg in Edingen-Neckarhausen lebt. Sie sang die großen Rollen und 1970 trat Hannelore Bode zusammen mit ihrem Mann, dem Bassisten Heinz Feldhoff, im Doppelengagement am Nationaltheater Mannheim an.
Die Familie zog nach Hirschberg, fortan der Lebensmittelpunkt auch für die beiden Söhne des Paares und für Hunde und Katzen. Hannelore Bode-Feldhoff ist große Tierliebhaberin.
Am 4. Mai 1977 überreichte der damalige Ministerpräsident Hans Filbinger Hannelore Bode und Jean Cox Urkunden zur Ernennung zur Kammersängerin beziehungsweise zum Kammersänger. Die Auszeichnung im Anschluss an eine Aufführung von Verdis "Othello" stellte für die beiden Solisten von internationalem Ruf eine große Ehre dar, denn bis dato war der begehrte Titel Angehörigen von Staatstheatern vorbehalten. Ein Zeichen auch für den hervorragenden Ruf der Mannheimer Oper.
"Ich bin immer gern auf Opernbühnen gestanden. Wenn man spielt, wird man ein anderer Charakter, schlüpft ganz in die Rolle und muss alles andere beiseiteschieben", sagt sie. Mit guten Partnern habe das immer großen Spaß gemacht, es sei aber im Vorfeld auch herausfordernd gewesen, fremdsprachliche Rollen phonetisch zu erlernen. "Wir haben meist in den Originalsprachen gesungen, also beispielsweise italienisch oder russisch."
Einiges davon ist ihr bis heute im Gedächtnis geblieben und das zitiert sie frei. Auch ein Wechsel ins Charakterfach habe ihr Spaß gemacht, erzählt sie. Es ergaben sich ganz neue, auch darstellerisch interessante Rollen. Zum Beispiel Herodias ("Salome"), die Mutter in "Hänsel und Gretel" und nicht zuletzt Musicals wie "Anything goes" und "Cabaret". Das "Fräulein Schneider" war eine ihrer Lieblingsrollen.
Aber weil die Musik und insbesondere das Singen einem über viele schwere Stunden im Leben hinweghelfen können, also "Balsam für die Seele" sind, stieg Hannelore Bode beim "Weinheimer Kammerchor" ein.
"Ich bin jetzt schon lange dabei. Es ist eine schöne Chorgemeinschaft", sagt die Opernsängerin, die gerne in Hirschberg lebt, die Weinberge direkt vor der Tür, Eichhörnchen und Kaninchen im Garten. Spannend auch für die beiden Enkeltöchter, an denen Hannelore Bode-Feldhoff ihre Freude hat. Auch den beiden Mädchen versucht sie, die Musik nahezubringen, und besucht mit ihnen öfter Vorstellungen im Nationaltheater Mannheim, dem sie 40 Jahre lang die Treue hielt und dem sie auch heute noch verbunden ist.
