Bauhaus mietet Büroflächen: Auf dem Mannheimer GE-Gelände kehrt wieder Leben ein
Von Matthias Kros
Mannheim. Nach dem beispiellosen Stellenabbau der vergangenen Jahre kehrt langsam wieder Leben auf dem weitgehend leer stehenden Mannheimer Werksgelände des US-Konzerns General Electric (GE) ein. "Wir sind überrascht, wie gut und schnell die Neuvermietung läuft", sagte Wolfgang Miodek von der städtischen Wirtschaftsförderung in Mannheim am Donnerstag.
Zuvor hatte der Projektentwickler Aurelis, der das "Turbinenwerk" genannte Gelände vermarktet, das Bauhaus Services Center Deutschland als ersten Mieter präsentiert. Die bereits in Mannheim ansässige Baumarktkette belegt knapp 6000 Quadratmeter Bürofläche und hat sich die Option auf weitere 1700 Quadratmeter gesichert. Mietbeginn werde spätestens im dritten Quartal dieses Jahres sein.
Mit wie vielen Mitarbeitern Bauhaus in das "Turbinenwerk" einziehen wird, will ein Sprecher noch nicht sagen. Es dürften aber Hunderte sein, da auf dem Gelände 300 Parkplätze angemietet wurden. Der Sprecher betonte allerdings, dass die Anmietung nur vorübergehend sei. "Parallel dazu strebt Bauhaus eine langfristige und erweiterte Standortlösung am Firmensitz in der Gutenbergstraße an, die zur Zeit jedoch noch projektiert wird", sagte er. Bis zur Schaffung der endgültigen Gesamtlösung werde man auf mehrere Einzelstandorte setzen.
GE hatte das Werk, in dem Turbinen für Gas- und Kohlekraftwerke gebaut wurden, im Jahr 2017 im Rahmen des Kaufs des französischen Alstom-Konzerns übernommen. Wegen bestehender Überkapazitäten und schwacher Auslastung schlossen die Amerikaner die Produktion aber schon wenig später und strichen bis heute in mehreren Wellen rund 1400 Arbeitsplätze. Im vergangenen Jahr verkaufte GE das Gelände für 28 Millionen Euro an Aurelis (Eschborn) und wurde mit den verbliebenen etwa 350 Mitarbeitern selbst Mieter.
Die Stadt Mannheim verzichtete damals auf ihr Vorkaufsrecht, sicherte sich aber Mitsprache bei der Auswahl der Mieter zu. "Wir sind froh, mit Bauhaus einen solventen Großmieter gefunden zu haben", sagt Miodek über die aktuelle Lage. In der Stadt würden dadurch qualifizierte neue IT- und Service-Arbeitsplätze geschaffen. Daneben sei es aber auch "absolut realistisch", wieder einen Produktionsbetrieb in dem "Turbinenwerk" anzusiedeln. "Das kriegen wird wahrscheinlich hin", sagte er. Gemeinsam mit Aurelis sei man in vielversprechenden Gesprächen mit einem Interessenten von außerhalb der Rhein-Neckar-Region.
Die Produktionshallen seien dank entsprechender Krananlagen auch für Schwerlastmontage und -umschlag geeignet und zudem "schnell verfügbar". So etwas werde momentan von vielen Unternehmen gesucht. Einen Abschluss erhofft sich Miodek "in wenigen Wochen".
Auch die IG Metall Mannheim, die lange Zeit gegen den Stellenabbau bei General Electric gekämpft hatte, zeigte sich angesichts der guten Vermietungschancen etwa versöhnt. "Uns ist zunächst einmal jede gewerbliche Nutzung recht und wir freuen uns über den neuen Mieter Bauhaus", sagte Klaus Stein, Geschäftsführer der Gewerkschaft in Mannheim.
Gemeinsam mit Miodek hofft er nun auf einen weiteren Mieter aus der produzierenden Industrie. Die Chancen stünden gut, glaubt auch er. "Solche Produktionshallen sind in Deutschland selten".
