Adler Mannheim: 7:2-Heimsieg gegen Pinguins Bremerhaven
Von Rainer Kundel
Mannheim. Zumindest für einen Tag haben die Adler Mannheim den seit Wochen greifbar nahen zweiten Platz in der Deutschen Eishockey-Liga erklommen. In der vorgezogenen Partie des 36. Spieltages deklassierte der Deutsche Meister die bis weit ins zweite Drittel starken Fischtown Pinguins Bremerhaven mit 7:2 (1:1, 3:1, 3:0).
Wieder mit Matthias Plachta, der sich aus der "Grippefraktion" mit Nico Krämmer und Tim Stützle zurückgemeldet hat, gingen die Mannheimer in eine Partie, in der ihr Gegner vor Selbstvertrauen nur so strotzte.
Grund dafür ist die stolze Serie der Pinguins, die seit Dezember in zwölf von dreizehn Spielen punkteten und sich damit unter den Top Sechs festgesetzt haben. "Wir hören es natürlich gerne, wenn im Zusammenhang mit uns von einem Topspiel gesprochen wird", freute sich Gästetrainer Thomas Popiesch über die Auswahl des Exklusiv-Spiels bei Magenta-Sport, dem TV-Partner der Deutschen Eishockey-Liga, "auch wenn schon noch ein Unterschied zwischen Topmannschaften wie Mannheim und uns besteht".
Die 2016 für die Hamburg Freezers nachgerückten Seestädter untermauerten ihre Platzierung als Tabellenfünfter mit einem frisch-forschen Anfangsdrittel. Rund 30 Anhänger, die an einem Donnerstag den weiten Weg von der Küste in die Kurpfalz auf sich nahmen, konnten in der 6. Minute die Führung ihrer Mannschaft bejubeln, als Quirk mit einem verdeckten Schuss aus halbrechter Position Endras überwand. Nach dem Ausgleich von David Wolf (12.), den Desjardins optimal bediente, gerieten die Adler zweimal in Unterzahl, ließen bei ihrem verbesserten Boxplay aber nicht zu.
Wer, zu welchem Zeitpunkt auch immer, nach der ersten Pause mal kurz zum Getränkestand eilte, versäumte immer etwas. Es entwickelte sich ein rasantes und abwechslungsreiches Match mit vielen Torszenen, wenn auch deutlich mehr vor dem Tor des starken lettischen Gäste-Keepers Gudlevskis. Zunächst hängte der von Woche zu Woche stärker auftrumpfende Borna Rendulic Routinier Moore ab und traf mit seinem 17. Saisontor zum 2:1 in die lange Ecke. Mehrfach lag danach der dritte Treffer in der Luft, so bei Lampl und Smith sowie während eines flüssigen Powerplays des Meisters, doch das Tor fiel auf der Gegenseite.
Alber schlich sich kurz nach Ablauf der Unterzahl auf der linken Mannheimer Abwehrseite davon und tunnelte Endras cool zum Ausgleich (26.) Das ließen die gestern in Rot gedressten Adler nicht auf sich sitzen. Weitere zweimal vollendete David Wolf, jeweils als Abschluss starker Sequenzen, während einiger Angriffswirbel, ohne dass ein Gegenspieler an die Scheibe kam.
Zunächst vier Sekunden nach Ablauf der Strafzeit gegen Friesen, dann bei angezeigter Strafe und dem bereits hinzugeeilten sechsten Feldspieler. Wobei der Gegner zwischendurch immer wieder Nadelstiche setzte und Endras gegen Uher und Urbas Glanztaten vollbringen musste.
Nach dem vierten Streich von Wolf (45.) begeisterten die Adler die knapp 10.000 Besucher mit einigen Kabinettstückchen, so Katic und Huhtala bei ihren Soli, bevor der unermüdliche Phil Hungerecker (49.) zum zweiten Mal in dieser Saison traf. Zum krönenden Abschluss verteidigten die Blau-Weiß-Roten noch bravourös eine doppelte Unterzahl über volle zwei Minuten, ehe Miksa Järvinen per Direktabnahme den 7:2-Endstand markierte. Der "Vorhang" bei der Ehrenrunde gehörte aber dem "Gartenstädter Bub" David Wolf. "Wir sind alle Mannheimer Jungs", klang es aus der begeisterten Nordwestkurve.
Adler Mannheim – Fischtown Pinguins Bremerhaven 7:2 (1:1, 3:1, 3:0); Tore: 0:1 Quirk (6.), 1:1 Wolf (12.) 2:1 Rendulic (23.), 2:2 Alber (26.), 3:2 Wolf (32.), 4:2 Wolf (40.), 5:2 Wolf (45.), 6:2 Hungerecker (49.), 7:2 Järvinen (59.); Schiedsrichter: Koharski (USA), Schrader (Bochum); Strafminuten: 14/4; Zuschauer: 9961.
