"Chako" Habekost im Mannheimer Capitol: Im Schweinsgalopp durch den Safaripark
Von Peter Wiest
Mannheim. Ja, es stimmt: Frauen und Männer lachen unterschiedlich. Das hat Christian "Chako" Habekost messerscharf erkannt. Das sogenannte schwache Geschlecht, das ja (nicht nur) laut Habekost das eigentlich starke ist, lacht spontan und geht dabei gerne vollkommen aus sich heraus - während die Herren der Schöpfung erst mal überlegen, ob es sich auch wirklich lohnt, ein Lächeln aufzusetzen. So zumindest die Theorie. Bei der Premiere von "Chakos" neuem Programm "De Edle Wilde" im Mannheimer Capitol brüllten immer wieder alle vor Lachen - traut vereint.
Es ist aber auch wirklich zum Brüllen komisch, was der Pfälzer Comedian sich da wieder ausgedacht hat - und vor allen Dingen, wie er es rüberbringt. Über zwei Stunden lang läuft "Chako" zur Höchstform auf - im Schweinsgalopp von einer Spitzfindigkeit zur nächsten. Ob auf Hochdeutsch oder im Pfälzer und Kurpfälzer Dialekt - doo fällt ohm nix meh ei, unn am End sinn sie all middenanna ääfach fix unn ferdisch.
Pfälzisch und Kurpfälzisch steht denn auch - wie nicht anders zu erwarten bei "Chako" - als "die Ursprache der Menschheit" immer wieder im Blickpunkt. Jeweils am Anfang der beiden Programmteile widmet Habekost der hiesigen "Schprooch" zwei umfassende und ausführliche Betrachtungen: ein großes Vergnügen, geprägt von unglaublichen Wendungen, Windungen und sprachlich überkandidelten Ideen, auf die man erst mal kommen muss.
Beispiel: Die Hauptschtadt vunn Vietnam heeßt sou, weil doomols ämool in Vietnamees in da Palz woar, unn wie’s oog’fange hodd zu reere, hodd’a wisse wolle, wuu die jetzad hiegehne - do hewwe die gsoaght "Ha noi". Womit wir beim eigentlichen Thema des neuen Programms wären: Reisen in die Ferne und die Nähe und alles, was damit zusammenhängt. "Chako" macht das Publikum zur Reisegruppe und sich selbst zum Reiseleiter bei der Fahrt durch den "Safaripark Magna Superia Palatina". Dabei stellt er die unterschiedlichsten Urlauber-Typen vor, wie man sie auf Reisen trifft: Motzer, Protzer, Besserwisser, Schnäppchenjäger oder Alternativ- und Esoterik-Traveller.
Auch in punkto Mimik und Gestik übertrifft er sich dabei immer wieder selbst - von den Sprachfeinheiten, zwischendurch sogar auch mal im sächsischen Dialekt, ganz abgesehen. Auf geht’s durch die unterschiedlichsten Länder und Gefilde: Von der Copacabana über Laos und Thailand bis nach Wedding oder zur besonderen Freude des Publikums auch mal nach Ludwigshafen oder Sandhofen. Was dabei herauskommt, ist klar: Die Reisenden erkennen, dass sie selbst aus der in jeder Hinsicht schönsten und besten Gegend auf der Welt kommen - aus der Pfalz und Kurpfalz natürlich, wo sie zu Hause sind, diese "Edlen Wilden".
Kein Blatt vor den Mund nimmt Chako im Übrigen auch, wenn er zwischendurch immer wieder mal politisch und gesellschaftskritisch wird. Augenzwinkernd empfiehlt er allen etwa, doch einfach Rassist zu sein und es zuzugeben: So müsse man schließlich nicht auf Schritt und Tritt nur noch darauf achten, dass man immer und überall politisch korrekt ist - was sowieso letztlich keiner schafft.
Die Lösung: "Isch bin ääfach Rassist - doo heww isch mei Ruh‘". Und auch gegen übertriebene Auswirkungen der "Me Too"-Debatte spricht er deutliche Worte - und weist darauf hin, dass man selbstverständlich sexuelle Belästigung und Übergriffe anprangern muss, aber dabei auch mal an Männer denken sollte, die unter Umständen in ein falsches Licht geraten und dadurch Probleme bekommen könnten.
Es ist ein vielfältiges und thematisch weit gestreutes, trotzdem kompaktes, in jeder Hinsicht höchst unterhaltsames und rundum komisches Programm, das er da aufgelegt hat. Bis Ende Mai geht "Chako" jetzt damit auf Tour durch den Safaripark Palatina und legt dabei an die 50 Haltepunkte ein. Schee werd’s werre!
Info: Alle Tour-Termine unter www.chako.de
