Mannheimer "Carnevalsprinz" Marcus Walker: Soziales Engagement dominiert Regentschaft
Von Heike Warlich-Zink
Mannheim. Wer Prinz werden will, der muss etwas dafür tun. Das sagte sich Marcus Walker, als er vor vier Jahren als Besucher des Weißen Balls die Inthronisation von Steffen Baumann mitverfolgte und beschloss, in absehbarer Zeit ebenfalls Mannheims höchsten Narrenthron zu erklimmen. Der junge Mann nahm deshalb beim Mannheimer Stadtfest den Kontakt mit der Führungsspitze der großen Carnevalgesellschaft Feuerio 1898 auf.
Nicht untypisch für den gelernten Glas- und Gebäudereiniger, der sich bereits mit 18 Jahren selbstständig machte und auch sonst in seinem Leben schon hat lernen müssen, dass einem die Dinge nicht einfach zufliegen, sondern man sein Schicksal mitunter selbst in die Hand nehmen muss. Und so wurde sein ganz persönliches Märchen wahr: Seit dem Weißen Ball ist er als Marcus I. von Blitz und Blank Prinz des Großen Feurio, der Stadt Mannheim und der Kurpfalz.
"Ich bin als Kind teilweise im Kinderheim aufgewachsen", erzählt der 31-Jährige, der in Albstadt-Ebingen im Zollernalbkreis geboren wurde und mit zehn Jahren nach Mannheim kam, wo sein Vater lebte. "Aufgrund meiner Vergangenheit bin ich mir darüber bewusst, wie wichtig ein ausgewogenes Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche ist", sagt er und begründet damit zugleich das soziale Engagement, das er mit seiner Regentschaft, die bis Aschermittwoch dauert, verbinden will.
Statt persönlicher Geschenke bittet er um Spenden, die er für die Arbeit im neuen Kinder- und Jugendsportzentrum auf dem Gelände des Vereins für Rasenspiele (VfR) Mannheim zur Verfügung stellen will. Ein groß angelegtes Jugendprojekt des Vereins, dem Marcus Walker sich ganz besonders verbunden fühlt. "Weil ich dort neue Freunde gefunden habe und mir der VfR schon viel Kraft gegeben hat", sagt er. Er selbst betreibt als aktiven Sport seit vier Jahren die brasilianische Kampfkunst Capoeira. Sein musikalischer Geschmack sei eher breit gefächert. Latin, Rock, Pop. "Ich bin da nicht festgelegt und höre querbeet, was mir gefällt", verrät er. Auf die Frage nach dem Lieblingsessen fällt die Antwort hingegen eindeutig aus. Spaghetti Bolognese - und die wird der 1,84 Meter große Stadtprinz während der Kampagne sicherlich gern das eine oder andere Mal zur Stärkung genießen. Denn der Terminkalender ist prall gefüllt.
Ob ihm das vorher so klar war? Besser gefragt: Kann man Stadtprinz eigentlich "üben"? "Ein wenig schon", antwortet Marcus I. von Blitz und Blank. Seine Prinzenväter Oliver Althausen und Steffen Baumann hätten ihn mit seinem Adjutanten Marcus Merz intensiv vorbereitet. Zumindest soweit das im Vorfeld möglich sei. Denn ungeachtet aller Erfahrungswerte sei schließlich nicht jede Kampagne gleich. Vieles ergebe sich auch erst im Lauf der Regentschaft. "Aber ich habe dann Begleiter um mich, die das zum Teil schon seit 20 Jahren machen. Deshalb fühle ich mich bestens aufgehoben und unterstützt", erklärt der Prinz zuversichtlich.
Und worauf freut sich Marcus Walker am meisten? "Das ist schnell beantwortet", sagt er und lacht. "Auf alles. Ich freue mich darauf, neue Menschen kennenzulernen, ihnen Freude zu bringen und in der Fasnacht vielleicht auch etwas bewegen zu können". Die Fasnacht gehöre einfach zu Mannheim und sei ein vollwertiger Teil der kulturellen Szene. "Dabei eine Hauptrolle zu spielen ist einfach eine große Ehre", erklärt Walker. Er will die Zeit bis zum Aschermittwoch genießen. Denn danach geht es wieder zurück ins bürgerliche Leben als Inhaber eines Gebäudereinigungs- und Hausmeisterservice in Mannheim-Neckarau.
