"Baracca Zermatt" in Heidelberg: In der urigen Hütte am Bismarckplatz begann die neue Saison
Von Jonas Labrenz
Heidelberg. Sie ist wieder da. Am Bismarckplatz wurde in Rekordzeit von weniger als einer Woche die "Baracca Zermatt" aufgebaut und lädt nun wieder bis zum 18. März zu schweizerischer Gemütlichkeit ein. "Ein Kleinod" nennt Dennis Gissel die vom Künstler Heinz Julen eingerichtete Hütte. Der 51-Jährige ist Geschäftsführer der neu gegründeten Betreibergesellschaft "Baracca Zermatt Rhein-Neckar GmbH". "Um den Ansprüchen gerecht zu werden", erklärt Mathias Schiemer von Heidelberg Marketing, sei die Gesellschaft neu gegründet worden. Denn die Schweizer Hütte war in der vergangenen Saison ein riesiger Erfolg: "Wir sind überrannt worden", freut sich der 50-Jährige. Deshalb hat die "Baracca" nun nicht nur eine eigene Betreibergesellschaft, sondern ist zusätzlich gewachsen: Sie ist vier Meter länger geworden und bietet nun 92 statt wie bisher 70 Plätze.
Darüber hinaus ist ein neues Reservierungssystem eingerichtet worden, über das die Gäste im Internet in Echtzeit die Belegung einsehen und sich anmelden können. Wer sich einen Platz sichert, muss pro Person 20 Euro Anzahlung leisten, "die werden aber wieder zu 100 Prozent gutgeschrieben", erklärt Schiemer: "Wir wollen nur, dass die Leute auch kommen - oder vorher absagen". Dafür muss es auch nicht das Drei-Gänge-Menü mit "Zermatter Käsefondue" oder "Fondue Chinoise" mit verschiedenen Fleischsorten sein: "Hier kann auch reinkommen, wer nur einen Wein trinken will", so Schiemer. Für ihn ist es wichtig, einen Ruhepol zu bieten und weder den anderen Gastronomen Konkurrenz zu machen, noch die Stadt zu strapazieren. "Hier finden keine Partys statt", stellt der 50-Jährige klar.
"Es war die Idee, die Chalet-Gemütlichkeit ins Ausland zu bringen", erklärt Simon Lutz. Der 51-Jährige eröffnete vor zehn Jahren seine erste "Baracca Zermatt" in Basel und drei Jahre später die zweite in Zürich. Vor allem die Heidelberger Bergbahn habe ihn überzeugt, der Stadt den Zuschlag für seine Hütte zu geben. Obwohl sich auch Städte wie New York und München beworben hatten. So ist Heidelberg auch im zweiten Jahr die erste deutsche Stadt mit einer echten Schweizer Hütte.
Lutz fasziniert an dem Modell vor allem, wie die Gäste sich begegnen. Im autofreien Zermatt werde nicht mit dem Sportwagen vor der Hütte gehalten, sondern "es sind alle gleich eingeschneit", so der Schweizer. Schiemer pflichtet ihm bei: "Hier wird die Aldi-Tüte neben die Louis-Vuitton-Tasche gestellt." Der 50-Jährige freut sich darüber, dass die "Baracca" eine "Atmosphäre zum Eintauchen" bietet. Mit dem Kurdirektor von Zermatt hat er bereits geplant, Martin Scharffs Schlossgastronomie in die Schweiz zu bringen und dort Heidelberg zu repräsentieren.
Außer montags ist die "Baracca Zermatt" immer von 18 Uhr bis Mitternacht geöffnet und bietet bis 22 Uhr warme Küche. Wie die Einrichtung kommen auch viele Zutaten aus der Schweiz. Die Heidelberger liefern allerdings Wein, Brot und Bier. Die Reservierung ist im Internet unter www.baracca-zermatt.de/reservierung möglich.
