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Октябрь
2026

Bundesliga: Paderborn-Boss Lange wittert historische Chance

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Der SC Paderborn konnte noch nie den Klassenerhalt in der Bundesliga feiern. In dieser Saison soll das anders werden. Der Grund klingt banal, zeigt jedoch bisher Wirkung. Vielleicht sind letzten Endes aller guten Dinge wirklich drei. In der Saison 2014/2015 stieg der SC Paderborn als Aufsteiger direkt wieder als Tabellenletzter ab. Das gleiche Ergebnis gab es am Ende der Saison 2019/2020. Mit einem Sieg gegen Gladbach am Samstag (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei t-online) könnte der Aufsteiger weitere wichtige Punkte für das große Ziel sammeln. Sebastian Lange, Geschäftsführer Sport, erklärt im Interview mit t-online, wie das gelingen soll. Vor Duell mit Dortmund: Bayern-Trainer mit schlechten Nachrichten bei einem Star Nach Hoeneß-Rüffel: Auch Lothar Matthäus kritisiert Lennart Karl t-online: Herr Lange, haben Sie früher die Fußballsimulation "Fußball Manager" gespielt? Sebastian Lange: Ja. Warum? Frei nach Otto Rehhagel wird man dort in einer fiktiven Pressekonferenz gefragt: "Unterscheiden Sie zwischen jungen und alten Spielern oder gibt es nur gute und schlechte?" Was ist Ihre Antwort? Am Ende geht es immer um die Qualität. Mittlerweile ist es völlig normal, dass 18-, 19-, 20-Jährige in der Bundesliga spielen. Im Spiel würden Sie damit die Moral und das Selbstvertrauen Ihrer Spieler unter 25 Jahre erhöhen. Das gilt andersherum aber natürlich genauso, wenn jemand im gehobenen Fußballeralter seine Leistung bringt. Wir haben hier mit Sven Michel einen 36-jährigen Stürmer, der seine Rolle optimal ausfüllt und der Mannschaft hilft. Das ist alles keine Frage des Alters. In den bisherigen Bundesligaspielen lag das Durchschnittsalter der eingesetzten Spieler des SC Paderborn bei 24,2 Jahren. Damit liegen Sie hinter RB Leipzig auf Platz zwei der jüngsten Mannschaften. Zwar haben wir eine junge Mannschaft, aber auch eine sehr hohe Qualität im Team. Wir haben tolle, junge Spieler, bei denen wir wissen, dass sie noch sehr viel Potenzial haben. In Kombination mit unserem Teamspirit sehen wir die historische Chance, erstmals in der Bundesligageschichte des SC Paderborn den Klassenerhalt zu schaffen. Wir wissen, dass es ambitioniert ist, aber wir glauben daran. Nach sieben Spieltagen steht die Mannschaft auf Platz 13. Wie bewerten Sie den Saisonstart? Dieses Thema möchte ich von zwei Seiten beleuchten. Gerne. Was den Ertrag mit Platz 13 angeht, sind wir zufrieden. Vor allem, weil wir ein starkes Auftaktprogramm mit Dortmund, Stuttgart, Hoffenheim, Mainz, Freiburg, Bremen und dem HSV hatten. Wir hätten schon noch gerne ein, zwei Punkte mehr gehabt. Aber das geht allen Teams so. Und durch den Sieg gegen Hamburg sind wir ganz gut im Soll. Und die andere Seite? Wenn wir die spielerische Komponente betrachten, machen wir es in vielen Phasen gut. Auch in den Partien, die wir verloren haben, hatten wir unsere Momente. Wir sind auf einem guten Weg und bekommen zudem Lob von der Konkurrenz. Das hilft uns am Ende zwar nicht, aber wir wollen die Wahrnehmung deutschlandweit verstärken, dass der SC Paderborn aktiv Fußball spielt und sich nicht versteckt. Hässlich spielen und am Ende nicht absteigen: Wäre das keine Option für Sie? Wir wollen Geschichte schreiben, wollen in der Bundesliga bleiben. Aber wir wollen es vor allem mit unserem Fußball erreichen. Allerdings verläuft jedes Spiel anders. Gegen Hoffenheim haben wir uns an einem Sonntagabend im Regen den Sieg mit der Unterstützung der Fans leidenschaftlich erkämpft. Das ist für mich nicht hässlich, sondern eine Art und Weise, Fußball zu spielen. Aber so, wie unsere Mannschaft zusammengestellt ist, will sie vor allem den Ball haben. Unsere Spieler sind gierig und haben Bock. Das werden wir ihnen nicht nehmen. Wann ist diese Saison ein Erfolg? Das große Ziel ist, wie gesagt, in der Bundesliga zu bleiben. Das steht über allem. Und dabei wollen wir eben Fußball spielen, der wahrgenommen wird. Zweimal war Paderborn schon in der Bundesliga, ist jedoch direkt wieder als Tabellenletzter abgestiegen. Warum wird der historische Klassenerhalt diesmal gelingen? Weil wir weiter das machen, was wir gut können. Sie haben zu Beginn des Jahres gesagt, dass die Kultur in einem Klub, wie man auftreten und sich darstellen will, am wichtigsten ist. Wie lange lässt sich an einer Kultur festhalten, wenn man als Verein immer wieder zwischen Aufstiegsfreude und Abstiegstrauer schwankt? Unser Erfolg ist organisch gewachsen, das war kein Hauruck-Aufstieg. Wir haben uns Jahr für Jahr als Klub entwickelt und einfach die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg erhöht. Deshalb war es uns auch im Sommer wichtig, dass wir bei unseren Stärken bleiben. Das hatte auch Auswirkungen auf Ihre Transfers. Mit Marvin Pieringer haben Sie lediglich einen Spieler verpflichtet, der mehrere Spielzeiten Bundesligaerfahrung hat. Korrekt. Wir haben bei der Personalplanung nicht geschaut, wer mal in der Bundesliga gespielt hat oder früher ein guter Bundesligaspieler war. Wir machen es anders und beobachten, wer das Potenzial hat, in Zukunft ein guter Bundesligaspieler zu werden. Bereits zu Ihrer Zeit in Verl haben Sie selbstständig ein Scouting-Programm entwickelt. Nutzen Sie das aktuell auch, um die künftigen Bundesligaspieler zu finden? Mit Daten im Fußball zu arbeiten, hat sich ja mittlerweile etabliert, und es gibt eine Vielzahl von externen Anbietern. Wir nutzen meine Grundlagen aus Verl, haben aber auch unser eigenes Tool. Das entwickeln wir konstant weiter und haben es bereits auf eine ganz neue Ebene gehoben. Dort überrascht mich mein Team auch immer wieder. Und dann schlägt Ihnen das Programm immer einen passenden Spieler vor? Nein, so einfach ist das nicht. Die Daten sind immer nur ein Impuls, um sich mit einem Spieler zu beschäftigen. Aber dann passiert so viel, bis ein Transfer zustande kommt. Erst in persönlichen Gesprächen wird aber wirklich absehbar, ob eine Verpflichtung sinnvoll ist. Inwiefern? Einer hat einen starken rechten Fuß und ein anderer einen linken, aber am Ende steht bei uns das Team im Vordergrund und dort muss er hineinpassen. Um das zu entscheiden, helfen nur Erfahrung und ein gutes Bauchgefühl. Wir haben in diesem Sommer auch Spielern abgesagt, weil es charakterlich nicht gepasst hat. Sind Transfers komplizierter, als es von außen wirkt? Das weiß ich nicht. Aber wovon man sich frei machen muss, ist: Ich sehe einen Spieler, rufe ihn an und der kommt. Das ist monate- oder jahrelange Arbeit. Das müssen Sie genauer erklären. Über die Jahre kennt man die meisten Spieler ab der U-17-Bundesliga, dann gibt es immer mal wieder Verknüpfungspunkte. Man schaut sich ein Spiel an, hinterlegt Interesse beim Spieler, bekommt neue Daten und fragt in der Berateragentur nach Wechselgedanken. Es ist sehr komplex und hängt auch oft vom Timing ab, ob ein Spieler einen auslaufenden Vertrag hat oder die Möglichkeit besteht, ihn über eine Ablösesumme zu verpflichten. Daher müssen wir mit unserem Team, unseren Scouts und unserem Sportdirektor immer sehr nah am Geschehen sein. Diese Aufgabe unterscheidet sich zwischen 1. und 3. Liga nicht groß. Wie verändert das Label "Bundesligist" die Wahrnehmung auf dem Transfermarkt ? Der Pool an Spielern, die uns plötzlich interessant finden, wird natürlich größer. Aber uns ist wichtig, dass wir alle Märkte sehr gut kennen, in denen wir unterwegs sind. Es hilft uns nicht, immer weiter in die Breite zu gehen, aber dafür weniger und schlechtere Informationen zu bekommen. Wir müssen unsere Ressourcen optimal einsetzen. Finden Sie, der SC Paderborn bekommt genug Anerkennung? Ja, auf jeden Fall. Wir wissen, dass es für uns ein Highlight ist, in der Bundesliga zu sein. Wir haben keine riesige Historie im Profifußball. Unsere Home Deluxe Arena wurde 2008 eröffnet, vorher gab es in Paderborn keine Sportinfrastruktur für Profisport. Das ist alles über die Jahre gewachsen. Wir sind eine Stadt mit rund 150.000 Einwohnern, leben vom Mittelstand und wissen das gut einzuordnen. Letzten Endes ist unser Hebel, dass wir im Sport richtig gute Arbeit leisten und dadurch erfolgreich sind. Sie haben den SC Paderborn mal einen "Familienbetrieb" genannt. Das stimmt. Wir haben viele Ex-Spieler im Verein eingebunden. Man kennt sich im Nachwuchs- und Lizenzbereich sehr gut und daraus ziehen wir auch eine gewisse Stärke. Im größeren Sinne leitet sich daraus auch eine Kultur für den ganzen Klub ab, welche Menschen wir im Arbeitsleben und im Fußball zusammenbringen wollen. Wie hält sich ein Familienbetrieb dann langfristig in einer Liga, in der die meisten Klubs große Unternehmen sind? Die Basis, damit das möglich ist, ist die Infrastruktur im Klub. In der Vergangenheit waren Spieler oder Verantwortliche dem Verein entwachsen und wollten den nächsten Schritt gehen. Jetzt ist es oft möglich gewesen, diese Schritte im Einklang zu gehen. Damit das so bleibt, stoßen wir aktuell immer wieder Zukunftsprojekte an. Und das spüren Mitarbeiter sowie Spieler gleichermaßen. Dann geht es darum, Personen im Klub zu haben, die ihre Träume und Ziele gierig verfolgen, fleißig sind und einfach Lust haben, gerne an diesem Ort zu sein.





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