Nach Flucht in die USA: Bolsonaro: „Bin nicht der Erste, der fern von der Heimat für sein Land kämpfen muss“
Flávio Bolsonaro will Brasiliens Opposition aus dem Ausland führen. Er vergleicht sich mit Charles de Gaulle. Eine gewagte Formulierung passt er schnell an.
Die ersten Formulierungen hätten ihm womöglich Probleme mit der brasilianischen Justiz bereiten können, die seinen Vater, den brasilianischen Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro (2019-2023), bereits wegen eines versuchten Putsches zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt hat. Flávio Bolsonaro bestand allerdings auch in der neuen Version eines Briefs an die Brasilianer darauf, dass beim Sieg von Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva in Brasilien ein „abscheulicher Wahlbetrug“ stattgefunden habe.
Bolsonaro hatte sich in einer ersten Version zum wahren gewählten Staatschef Brasiliens erklärt. „Ich bin der gewählte Präsident“, schrieb er auf X.
Flávio Bolsonaro vergleicht sich aus den USA heraus mit Charles de Gaulle
Trotz eines Verbots der Justiz im Rahmen von Ermittlungen wegen Geldwäsche war Bolsonaro nach der Wahl heimlich nach Miami ausgereist. Er war zuvor einer Anordnung des Obersten Gerichts in Brasilien nicht nachgekommen, seine Reisepässe binnen 24 Stunden abzugeben. Bolsonaro weist ein Fehlverhalten zurück und spricht von politischer Verfolgung.
Der unterlegene Politiker kündigte in seinem Brief auf der Plattform X zudem an, vom Ausland aus die Opposition und den angeblichen Kampf für die Demokratie anzuführen. „Ich bin nicht der Erste, der fern von seiner Heimat für sein Land kämpfen muss“, schrieb Bolsonaro. Als Beispiel nannte er Charles de Gaulle, der während des Zweiten Weltkriegs von London aus die Bewegung Freies Frankreich geführt habe.
Bolsonaro dankt Milei und Trump für Hilfe
Bolsonaro dankte dem argentinischen Präsidenten Javier Milei und dem US-Präsidenten Donald Trump für ihre Unterstützung. Milei soll Bolsonaros Ausreise in die USA über Argentinien ermöglicht haben. Argentinischen Behörden zufolge reiste der Senator trotz eines Ausreiseverbots auf dem Landweg in das Nachbarland und flog von dort nach Ecuador. Von Ecuador ging es dann offenbar weiter nach Miami im US-Bundesstaat Florida.
