Die französische Großbank Crédit Agricole ist mit Girokonto, Tages- und Festgeld in Deutschland gestartet. Beim Festgeld kann das Angebot mithalten, beim Tagesgeld nicht. Ab sofort können alle Privatkunden in Deutschland ein Konto bei Crédit Agricole Deutschland eröffnen. Bisher war nur die Anmeldung für eine Warteliste möglich. Die Bank hatte vorab angekündigt, auf Lockangebote beim Tagesgeld verzichten zu wollen. Daran hat sie sich gehalten, bleibt aber selbst hinter den unbefristeten Zinsen von Mitbewerbern zurück. Rechtlich steht hinter dem Angebot die Creditplus Bank AG aus Stuttgart , eine Tochter der Crédit Agricole. Kontoeröffnung, Überweisungen und Sparverträge laufen komplett über eine App. Zusätzlich treten vier der bundesweit 20 Creditplus-Filialen bereits unter der neuen Marke auf: in Berlin , Frankfurt , München und Stuttgart. Tagesgeldzinsen deutlich unter Marktschnitt Für Tagesgeld zahlt Crédit Agricole Deutschland 1,50 Prozent Zinsen. Der Zins ist variabel und kann jederzeit sinken. Die Zinsen werden monatlich gutgeschrieben. Das ist wenig: Die fünf besten Tagesgeldangebote bundesweit lagen laut der Zinsplattform Raisin am 20. Oktober im Schnitt bei 2,9 Prozent. Auch der Einlagesatz der Europäischen Zentralbank liegt mit 2,5 Prozent darüber. Lesen Sie hier, welche neun Banken beim Tagesgeld inzwischen die Vier-Prozent-Marke knacken. Festgeld: am besten über zwei Jahre Besser schneidet das Festgeldangebot ab. Ab 1.000 Euro können Sie Geld für drei Monate bis sieben Jahre anlegen: Laufzeit Zinssatz 3 Monate 2,50 % 6 Monate 2,75 % 12 Monate 3,10 % 24 Monate 3,40 % 36 Monate 3,35 % 60 Monate 3,35 % 84 Monate 3,10 % Den höchsten Zins gibt es für zwei Jahre. Wer länger anlegt, bekommt weniger, für sieben Jahre sogar nur so viel wie für ein Jahr. Eine lange Bindung lohnt sich hier also nicht. Bei einem Jahr Laufzeit liegt die Bank mit 3,10 Prozent zudem unter den Spitzenangeboten am Markt. Die bringen laut Raisin im Schnitt 3,5 Prozent. Wer 10.000 Euro für zwei Jahre anlegt, erhält 680 Euro Zinsen, die monatlich gutgeschrieben werden. Bei den Laufzeiten von fünf und sieben Jahren legt die Bank die Zinsen dagegen einmal im Jahr automatisch wieder an, sodass sie mitverzinst werden. Aus 10.000 Euro werden so in fünf Jahren rund 1.791 Euro Zinsen, in sieben Jahren rund 2.383 Euro. Girokonto: kostenlos, aber mit Einschränkungen Das Girokonto kommt ohne Kontoführungsgebühr aus, einen Mindestgeldeingang verlangt die Bank laut Preisverzeichnis nicht. Dazu gibt es eine Visa-Debitkarte. Die ersten vier Abhebungen am Geldautomaten im Monat sind kostenlos, ab der fünften kostet jede Abhebung 5 Euro. Automatenbetreiber können zusätzlich Gebühren verlangen. Für Reisen außerhalb des Euroraums ist das Konto weniger geeignet: Wer in fremder Währung zahlt oder abhebt, zahlt 2,2 Prozent Aufschlag. Einen Dispokredit bietet die Bank nicht an, Bargeld einzahlen können Sie ebenfalls nicht. Apple Pay und Google Pay sollen laut Bank "zeitnah" folgen. Wie sicher ist das Geld? Weil die Creditplus Bank eine deutsche Bank ist, greift die gesetzliche deutsche Einlagensicherung . Sie schützt Guthaben bis 100.000 Euro je Kunde. Die Bank nimmt zwar bis zu einer Million Euro an, wer mehr als 100.000 Euro anlegen will, sollte das Geld aber auf mehrere Banken verteilen. Wichtig: Crédit Agricole betreibt seit April zusätzlich die Sparplattform Crédit Agricole Savings. Dort gilt die französische Einlagensicherung und die Bank führt keine Abgeltungsteuer ab. Kunden müssen die Zinsen selbst in der Steuererklärung angeben. Achten Sie bei einem Abschluss daher darauf, bei welchem der beiden Angebote Sie Ihr Geld anlegen . Ab 2027 will die Bank auch Kredite, Anlageprodukte und Versicherungen anbieten. Bis Ende 2028 will Crédit Agricole in Deutschland zwei Millionen Kunden haben, derzeit sind es rund eine Million.