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E-Auto-Prämie auch für Gebrauchrwagen: Experten warnen vor Risiko

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Die Förderung für E-Autos läuft seit mehr als fünf Monaten – allerdings nur für Neuwagen. Was aus Sicht der Agora Verkehrswende gegen eine Einbeziehung von Gebrauchten spricht. Als die neue E-Auto-Prämie im Mai startete, sollte sie vor allem Haushalte mit kleinerem und mittlerem Einkommen entlasten. Nach Regierungsangaben wurde sie bis Anfang Oktober bereits an 100.000 Antragsteller ausgezahlt. Gebrauchte Elektroautos bleiben allerdings außen vor. Diese Entscheidung war schon bei der Einführung der Prämie umstritten: Viele Privatkäufer suchen aus Kostengründen nicht nach einem Neuwagen, sondern nach einem Gebrauchten. Kritiker fürchten, dass damit die E-Mobilität nicht bei Haushalten ankommt, für die ein neues E-Auto trotz Förderung zu teuer ist. Eine Kaufprämie für gebrauchte Stromer klingt deshalb naheliegend. Der ACV Automobil-Club Verkehr forderte erst kürzlich, die verfügbaren Fördermittel auch für gebrauchte Elektroautos einzusetzen. Der Think Tank Agora Verkehrswende warnt jedoch vor diesem Schritt: Eine solche Förderung könnte die Fahrzeuge nicht günstiger, sondern teurer machen. Der Grund ist der enge Markt. Wenn mehr Käufer mit staatlicher Unterstützung auf ein knappes Angebot treffen, könnten Verkäufer höhere Preise verlangen. Damit würden Käufer kaum etwas sparen. "Eine Kaufförderung für gebrauchte E-Pkw könnte den Markt ungünstig verzerren", sagt Wiebke Zimmer, stellvertretende Geschäftsführerin von Agora Verkehrswende. Das Angebot sei ohnehin knapp, die Nachfrage habe zuletzt stark zugenommen. Die Preise dürften auf absehbare Zeit eher hoch bleiben. Warum der Gebrauchtmarkt wichtig ist Der Gebrauchtwagenmarkt ist für die Verkehrswende zentral, weil viele private Haushalte dort kaufen – vor allem, weil Neuwagen in den vergangenen Jahren immer teurer geworden sind. Interesse an gebrauchten E-Autos gibt es durchaus: Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Innofact im Auftrag von Agora Verkehrswende und der Stiftung Klimaneutralität zeigte im August 2025, dass sich auch in Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen unter 2.000 Euro rund 37 Prozent der Kaufinteressierten einen vollelektrischen Gebrauchtwagen vorstellen können. Auch die Marktdaten zeigen Bewegung. Im August 2026 waren 5,3 Prozent der Besitzumschreibungen bei gebrauchten Pkw für vollelektrische Fahrzeuge, ein Jahr zuvor waren es 3,9 Prozent. Der Markt wächst also – aber von einem niedrigen Niveau aus. Das Angebot bleibt knapp Das Problem: Gebrauchte E-Autos lassen sich nicht kurzfristig vermehren. Was heute auf dem Markt steht, wurde vor Jahren neu zugelassen. Eine Prämie kann zwar die Nachfrage erhöhen, aber nicht sofort für mehr passende Fahrzeuge sorgen. Zusätzlich verlassen viele gebrauchte E-Autos Deutschland. Nach Angaben von Agora wurden im ersten Halbjahr 2026 rund 33.700 gebrauchte E-Pkw exportiert, aber nur 4.700 importiert. Wichtige Zielländer sind Dänemark , die Niederlande , Finnland und Belgien , wo Verbrenner teils hoch besteuert werden und die Kunden bereit sind, mehr Geld für einen gebrauchten E-Wagen zu bezahlen. Ab 2027 könnte das Angebot zusätzlich unter Druck geraten. Weil die Neuzulassungen von E-Autos 2024 nach dem Ende der früheren Kaufprämie zurückgingen, rechnet Agora mit weniger Leasingrückläufern. Weniger Neuwagen von damals bedeuten weniger Gebrauchtwagen von morgen. Ladeguthaben statt Kaufprämie Als Alternative schlägt Agora Verkehrswende ein Ladeguthaben vor. Es würde nicht den Kaufpreis senken, sondern bei den laufenden Kosten ansetzen. Das hätte nach Ansicht der Experten einen Vorteil: Der Staat würde den ohnehin knappen Gebrauchtwagenmarkt nicht zusätzlich anheizen. Gezielt helfen könnte ein solches Guthaben Haushalten mit geringerem Einkommen, die keine eigene Lademöglichkeit haben. Wer zu Hause laden kann, fährt meist günstiger. Wer auf öffentliche Ladepunkte angewiesen ist, zahlt oft mehr. Wann lohnt sich der Umstieg auf ein E-Auto? Ob sich ein E-Auto rechnet, hängt vor allem von Fahrzeugklasse, Anschaffungspreis, Strom- und Kraftstoffkosten sowie der jährlichen Fahrleistung ab. Bei größeren und teureren Modellen können niedrigere Betriebskosten die höheren Anschaffungskosten eher ausgleichen. Bei Kleinwagen ist das nicht immer der Fall: Beim Opel Corsa liegt die Elektrovariante nach den vorliegenden Berechnungen noch rund 50 Euro pro Monat über dem Verbrenner. Je mehr ein Auto gefahren wird, desto stärker fallen niedrigere Energiekosten und geringere Wartungsausgaben ins Gewicht. Ab etwa 20.000 Kilometern pro Jahr kann sich ein E-Auto deshalb schneller rechnen. Der Durchschnitt in Deutschland liegt bei rund 13.000 bis 15.000 Kilometern. Der ADAC rät zugleich davon ab, einen Verbrenner pauschal auszumustern. Wenn das vorhandene Auto zuverlässig läuft und keine teuren Reparaturen anstehen, kann der Weiterbetrieb wirtschaftlich sinnvoll sein. Der Wechsel zum E-Auto lohnt sich vor allem dann, wenn ohnehin ein Fahrzeugwechsel ansteht.





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