Ausbildung: Unternehmer: Immer mehr Azubis haben Nachholbedarf
Teilweise würden Unternehmen bereits selbst Lehrkräfte für die Nachhilfe einstellen, sagt ein Verbandschef. Welche Änderungen er sich wünscht.
Immer mehr Auszubildende haben laut dem niedersächsischen Unternehmerverband Nachholbedarf beim Schulwissen. Es fehle bereits an Grundsätzlichem wie gutem Lesen oder einem Gefühl für Zahlen, sagte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN), Benedikt Hüppe, der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Der Verbandschef fordert eine bessere Schulförderung der einzelnen Schülerinnen und Schüler.
Den Grund für die Probleme sieht Hüppe in einem falsch verstandenen sozialen Miteinander: „Wir müssen wieder den Mut haben, jungen Menschen zu sagen, wenn sie etwas nicht gut gemacht haben - genau wie wir herausragende Leistungen loben müssen.“ Nicht jeder könne Mittelwert oder etwas besser sein. Schülern mit Nachholbedarf müssten dann aber auch Hilfestellungen geboten werden. Derzeit würden Unternehmen teilweise auf eigene Kosten Lehrkräfte einstellen, um ihren Azubis zu helfen, „überhaupt erst ausbildungsreif zu werden“.
Darüber hinaus forderte der Verbandschef eine klügere Verteilung von Fördergeld, einen stärkeren Blick auf die Berufsorientierung oder verbindlichere Sprachförderung für Kinder aus zugewanderten Familien. Auch eine Vorschule, wie es sie etwa in Hamburg gebe, solle geprüft werden.
