Alemannia Aachen: Geschäftsführer Kall warnt vor Polizeikostenlast
Fußballvereine könnten künftig für Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen zahlen. Alemannia Aachens Chef Kall warnt vor finanziellen Nachteilen – besonders für Drittligisten. Auf Fußballvereine könnten künftig zusätzliche Kosten für Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen zukommen. Alemannia Aachens Geschäftsführer Dirk Kall sieht darin vor allem für Drittligisten ein finanzielles Risiko – und warnt vor ungleichen Bedingungen zwischen den Bundesländern. Hintergrund ist ein Grundsatzbeschluss, den der Deutsche Fußball-Bund (DFB) im September gefasst hatte: Erhält der Verband einen Gebührenbescheid für zusätzliche Polizeikosten bei einem Hochrisikospiel, sollen die Kosten mindestens teilweise an den jeweiligen Heimverein weitergegeben werden. Hintergrund sind Pläne einzelner Bundesländer, Fußballverbände und Vereine stärker an solchen Kosten zu beteiligen. Testspiel in Belgien: Alemannia Aachen verliert bei Zweitligist Eupen Zweite Runde im Bitburger-Pokal: Alemannia Aachen gegen Grün-Weiß Brauweiler: Alle Infos Für Alemannia Aachen könnte die Frage damit wirtschaftlich relevant werden. Kall warnt insbesondere vor unterschiedlichen Regelungen in den Ländern. Im Gespräch mit der "Aachener Zeitung" sprach er sich für eine "länderübergreifend einheitliche Lösung" aus. Andernfalls könnten Vereine abhängig von ihrem Standort unterschiedlich stark belastet werden. Kall: Sicherheitsausgaben bereits jetzt hoch Wenn beispielsweise ein kleinerer Verein den FC Hansa Rostock, dessen Anhängerschaft im Allgemeinen als besonders risikoreich gilt, in seinem Stadion empfängt, könnte dieser für das Verhalten der Gäste aufkommen müssen. Und das dürfte mitunter teuer werden. In der Vorsaison hatten Hansa-Fans etwa massive Sachschäden am Tivoli verursacht. So waren gelbe Sitze herausgerissen, mit Stickern versehene und Wände beschmiert worden. Auch die Toiletten und Sanitäranlagen wurden von den Rostock-Fans beschädigt und beschmiert. Gerade in der 3. Liga könnten zusätzliche Rechnungen empfindliche Folgen haben. Nach Einschätzung Kalls machen Sicherheitsausgaben bereits heute einen erheblichen Teil der Kosten der Vereine aus. Eine vollständige Weitergabe zusätzlicher Polizeikosten würde die wirtschaftlichen Herausforderungen weiter verschärfen. Rechtlich möglich sind solche Gebühren grundsätzlich jedoch. Das Bundesverfassungsgericht hatte im Januar 2025 eine Bremer Regelung bestätigt. Dort können Veranstalter bei besonders risikoreichen, gewinnorientierten Großveranstaltungen mit mehr als 5.000 Teilnehmern für den zusätzlichen Polizeiaufwand zur Kasse gebeten werden. Die Verfassungsbeschwerde der Deutschen Fußball Liga (DFL) gegen diese Regelung blieb erfolglos. Keine entsprechende Kostenregelung in NRW geplant Der DFB lehnt solche Gebühren zwar weiterhin ab. Sollte er selbst entsprechende Bescheide erhalten, sieht sich der Verband nach eigenen Angaben jedoch grundsätzlich verpflichtet, die Kosten mindestens anteilig an die betroffenen Heimvereine weiterzureichen. Für Alemannia Aachen erwartet Kall zunächst keine unmittelbaren finanziellen Folgen. In Nordrhein-Westfalen ist eine entsprechende Kostenregelung nach seiner Darstellung derzeit nicht vorgesehen. Die Zusammenarbeit rund um die Spiele auf dem Tivoli bewertet der Geschäftsführer positiv. Verein, Stadt und Polizei arbeiteten bei Sicherheitsfragen partnerschaftlich zusammen. Verbesserungsmöglichkeiten sieht Kall unter anderem bei der polizeilichen Begleitung von Fan- und Shuttlebussen. Dazu liefen bereits Gespräche.
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