Diese Strafen drohen Manchester City nach dem Urteil | Premier League
Manchester City wird im Finanzskandal in zahlreichen Fällen schuldig gesprochen. Die Sanktionen stehen noch aus, können aber gewaltig ausfallen. Es kam einem Beben gleich, was die Premier League am Dienstagabend mitteilte: Englands Liga hat Topklub Manchester City im Finanzskandal wegen schwerwiegender Verstöße offiziell in den meisten Anklagepunkten für schuldig befunden. Eine unabhängige Kommission ist nach einer vierjährigen Untersuchung zu dem Entschluss gekommen. Der zehnfache Meister kündigte Einspruch an, das Strafmaß steht noch aus. Manchester City habe unter anderem durch "Scheinverträge" mit Sponsoren die Einnahmen künstlich erhöht und seine Kosten gesenkt. Laut der Mitteilung handelt es sich um eine Summe von 900 Millionen Pfund (rund 1,05 Milliarden Euro), die der Topklub im Zeitraum zwischen 2009/10 und 2017/18 zusätzlich eingenommen hat. City habe zudem Zahlungen verschleiert, gegen die von Premier League sowie Uefa festgelegten Finanzregeln verstoßen und zu keinem Zeitpunkt der Untersuchungen kooperiert. Neuer DFB-Nationalspieler: Sein Fall lag beim Gerichtshof für Menschenrechte Finanzielle Schwierigkeiten: Traditionsklub für einen Euro verkauft "Dieses Disziplinarverfahren und diese Entscheidung sind die bedeutendsten in der Geschichte der Premier League", erklärte Richard Masters, Geschäftsführer der Premier League. In ihrer Mitteilung kündigte die Liga an, "den verbleibenden Teil des Verfahrens zügig voranzutreiben, um der Liga, unseren Vereinen und den Fans Klarheit zu verschaffen". Über allem schwebt dabei die Frage nach angemessenen Sanktionen. Englische Medien spekulieren bereits seit Freitag, als "The Athletic" berichtete, dass der Klub in 114 von 115 Anklagepunkten schuldig gesprochen wurde. Die Reichweite scheint dabei enorm: Von Geldstrafen über Punktabzüge und aberkannte Titel bis zu einem Zwangsabstieg scheint alles möglich zu sein. Punktabzüge trafen schon mehrere Traditionsklubs Gängige Praxis waren in Englands höchster Spielklasse zuletzt Punktabzüge. Dem FC Everton wurden vor drei Jahren wegen Finanzverstößen zehn Punkte abgezogen. Nach einem Berufungsverfahren wurde die Rekordstrafe auf sechs Zähler Abzug reduziert. Nottingham Forest kassierte vor zwei Jahren vier Minuspunkte. Einen besonderen Fall stellt Leicester City dar. 2016 stürmte der Klub völlig überraschend zur Meisterschaft, heute spielt der Verein in der drittklassigen League One. Finanzielle Probleme begleiteten den sportlichen Absturz, im Frühjahr wurden dem damaligen Zweitligisten sechs Punkte abgezogen. Grundlage waren Finanzverstöße, die auch noch zu Zeiten der Erstligazugehörigkeit stattgefunden haben. "Die Premier League sowie die EFL verfügen nun gewissermaßen über einen Kanal, über den sie die von den jeweiligen Vorständen verhängten Strafen prüfen könnten", erklärte Englands Fußballfinanzexperte Kieran Maguire im Gespräch mit der BBC. Das ist für den Fall Manchester City vor dem Hintergrund relevant, dass die Premier League einen eigenständigen Ligaverband stellt, die drei Ligen darunter werden von der EFL verantwortet. Entscheidet die Premier League, dass die "Skyblues" ob der Schwere des Vergehens über eine Saison hinaus mit satten Punktabzügen oder gar einem direkten Zwangsabstieg bestraft werden müssen, könnte sich die EFL dem anschließen. In der Folge könnte der zehnfache Meister bis in die viertklassige League Two durchgereicht werden. Ehemaliger City-Boss spricht sich für Zwangsabstieg aus Eine solche Strafe wünschen sich nicht nur viele Konkurrenten, die darüber hinaus auch mit Entschädigungsklagen Geld einklagen könnten, sondern mit David Bernstein auch ein früherer Vereinsvorsitzender des Manchester-Klubs. "Die Sanktionen dürfen nicht nur finanzieller Natur sein, das trifft die Besitzer nicht. Wenn die Berufung des Klubs scheitert, kann City nicht in der Liga bleiben", sprach er sich im Gespräch mit der BBC für einen Zwangsabstieg aus. "Und das sage ich als Anhänger und Fan seit 70 Jahren." Fest steht, dass Manchester City schon jetzt einen enormen Imageschaden erlitten hat. Selbst wenn sich eine finale Entscheidung über das Strafmaß durch Einsprüche noch hinziehen sollte, so dürfte die Sorge vor einer historischen Strafe mittelfristig den einen oder anderen Star abschrecken. Oder sogar aktuelle Aushängeschilder wie Erling Haaland vergraulen.
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