Brand auf Mallorca: Zeugin im Kegelbrüder-Prozess gestorben – Prozessauftakt verzögert sich
Vier Jahre liegt der Brand auf Mallorca, für den deutsche Kegelbrüder verantwortlich gewesen sein sollen, zurück. Mittlerweile ist eine Geschädigte gestorben.
Eine Zeugin, die im Brandstiftungsprozess gegen die acht Kegelbrüder aus Nordrhein-Westfalen aussagen sollte, ist gestorben. Zuerst berichtete die „Bild“ darüber. Laut der „Mallorca-Zeitung“ handelt es sich um die Betreiberin eines Erotiklokals, das bei dem Brand schwer beschädigt wurde.
Im Mai 2022 sollen die jungen Männer ein Feuer verursacht haben, bei dem das Schilfdach der Bar „Why Not Mallorca“ in Flammen aufging. Das Lokal der nun gestorbenen Geschädigten lag unmittelbar darunter. Der Schaden dort belief sich nach neueren Gutachten auf etwas mehr als 7000 Euro, in der Bar sollen es 63.000 Euro gewesen sein. Weitere Schäden entstanden in einem angrenzenden Hotel sowie in einer benachbarten Wohnung. Drei Menschen wurden verletzt.
Prozess gegen Kegelbrüder auf Mallorca soll erst 2028 starten
Welche Folgen der Tod der Zeugin für den Prozess hat, ist noch ungeklärt. Schon jetzt steht aber fest, dass sich der Prozessauftakt noch verzögern wird. Grund dafür ist die Überlastung der Gerichte auf Mallorca. Die mallorquinische Justiz teilte in dieser Woche mit, dass das Verfahren erst im Mai 2028 – also in fast zwei Jahren – beginnen wird. Dann sind vier Verhandlungstage angesetzt.
Vor Gericht sollen acht Mitglieder einer Gruppe von 13 deutschen Urlaubern stehen. Den Hobbykeglern wird vorgeworfen, brennende Zigaretten vom Balkon ihres Hotelzimmers auf das Schilfdach der Barterrasse geworfen zu haben. Die Beschuldigten bestreiten das und geben an, nur bei den Löscharbeiten mitgeholfen zu haben. Sie kamen nach zwei Monaten in Untersuchungshaft gegen Zahlung einer Kaution frei.
Die Staatsanwaltschaft fordert jeweils sieben Jahre Haft für jeden der Angeklagten. Zudem sollen sie zusammen Schadenersatz in Höhe von 100.000 Euro zahlen.
Quellen:„Bild“, „Mallorca-Zeitung“, Nachrichtenagentur DPA
