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Xpeng: Chinesischer Autobauer will deutschen Markt erschließen:

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Der chinesische Autobauer Xpeng will in Deutschland in diesem Jahr 10.000 Fahrzeuge verkauft haben. Im Interview spricht der Zentraleuropachef über Zölle, Qualität und den eigenen Anspruch. Die chinesischen Autohersteller drängen mit Macht nach Deutschland. Doch während einige mit Kampfpreisen und hohen Rabatten um Marktanteile ringen, will Xpeng einen anderen Weg einschlagen. Noch ist Xpeng hierzulande ein vergleichsweise kleiner Anbieter, doch die Marke wächst schnell. 2025 wurden knapp 3.000 Fahrzeuge neu zugelassen, für 2026 hat sich das Unternehmen 8.000 vorgenommen. Nach 5.773 Zulassungen bis Ende August scheint dieses Ziel inzwischen erreichbar zu sein. Wie die Marke wachsen will und wohin sich die Modellpalette entwickelt, darüber hat t-online mit Xpeng-Zentraleuropachef Markus Schrick gesprochen. t-online: Herr Schrick, Sie haben Xpeng einmal als den "deutschesten aller chinesischen Autohersteller" bezeichnet. Was soll das heißen? Markus Schrick: Das ist unser Anspruch, so wollen wir sein. Wir können dorthin kommen, wenn wir beispielsweise eine hohe Zuverlässigkeit bieten und realistische Ansprüche und Ziele kommunizieren. Wir wollen deutsche Kunden mit ihren Werten, Einstellungen und Wünschen so direkt wie möglich ansprechen. Wenn Sie so wollen, wir bemühen uns um den "deutschen" Ansatz. Was bedeutet das konkret? Zum Beispiel Zuverlässigkeit beim Service und bei der Teileversorgung. Gute Produkte haben viele Hersteller. Einige neue Automarken hatten aber Schwierigkeiten, ein funktionierendes Service- und Teilesystem aufzubauen. Darauf haben wir von Anfang an viel Wert gelegt. 2025 hatten wir eine Teile-Lieferquote von 95 Prozent. Damals waren wir bezüglich der Zulassungszahlen noch relativ klein. Inzwischen liegen wir immer noch sehr gut im niedrigen 90-Prozent-Bereich. Innerhalb welchen Zeitraums liefern Sie die Teile? Innerhalb von 72 Stunden, Express-Teile in 24 Stunden. Uns ist wichtig, etwas zu versprechen, das wir anschließend auch halten können. Natürlich könnten wir 48 Stunden versprechen. Wenn wir das dann mehrfach nicht schaffen, hilft das niemandem. Dann sagen wir lieber 72 Stunden und tun alles dafür, innerhalb dieses Zeitraums mehr als 90 Prozent zu liefern. Was macht Sie darüber hinaus zum "deutschesten" chinesischen Hersteller? Wir geben sieben Jahre Garantie auf unsere Fahrzeuge, weil wir von unserer Qualität überzeugt sind. Hinzu kommt die Technologie: Wir sind davon überzeugt, dass das Niveau an Technologie im Fahrzeug für die Mobilität der Zukunft entscheidend sein wird. Außerdem wollen wir mit deutschen Kunden auf dem hiesigen Markt auch entsprechend kommunizieren. Unsere Kommunikation hier ist deshalb weitgehend auf Deutschland zugeschnitten. Wir wollen nicht einfach eine einheitliche Kommunikation über ganz Europa legen. Damit heben wir uns von anderen Wettbewerbern ab. Sie setzen stark auf Händler vor Ort. Wie groß ist Ihr Netz inzwischen? Aktuell sind es 75 Standorte. Bis Ende dieses Jahres werden wir bei 100 bis 110 Standorten sein. Für uns ist wichtig, mit den Händlern eine qualitativ hochwertige Basis für eine langfristige und nachhaltige Volumenentwicklung aufzubauen. Wir möchten, dass die Kunden von sich aus zu uns kommen, und wollen keine Fahrzeuge in den Markt drücken. Dazu gehören für uns die richtigen Händler vor Ort, Service und Teileversorgung sowie stabile Preise und Restwerte. Gerade stabile Preise sind derzeit keine Selbstverständlichkeit. In China liefern sich die Hersteller einen harten Preiskampf, auch in Deutschland wird vor einer Rabattschlacht chinesischer Marken gewarnt. Kommt die? Wir haben neben der guten Qualität und dem hohen Technologieniveau in unseren Fahrzeugen ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, sodass sich unsere Rabatte derzeit im Rahmen halten und wir damit unsere Restwerte sehr stabil halten können. Preisnachlässe sind für uns im Augenblick kein großes Thema, weil die Nachfrage etwas höher ist als das Angebot. Unsere Herausforderung besteht eher darin, die richtigen Fahrzeuge zum richtigen Zeitpunkt zum Kunden zu bringen. Xpeng hat sich zum Ziel gesetzt, in diesem Jahr 8.000 Autos in Deutschland zu verkaufen. Nach sieben Monaten fehlten dafür nur noch rund 2.300 Fahrzeuge, das Ziel scheint sich also recht locker erreichen zu lassen. War es zu vorsichtig formuliert? Unser Anspruch ist, das zu halten, was wir ankündigen. Wir möchten Ziele ausgeben und sie dann auch erreichen, das stärkt die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in die Marke. 2025 haben wir 3.000 Autos verkauft, der Sprung auf 8.000 Autos war deshalb bereits ehrgeizig – aber aus unserer Sicht realistisch. Könnten es in diesem Jahr sogar 10.000 werden? Ja. Es läuft inzwischen so gut, dass wir dieses Jahr tatsächlich an die 10.000 Fahrzeuge herankommen könnten. Für das kommende Jahr hatten wir zunächst 15.000 vorgesehen. Es ist durchaus möglich, dass wir daraus 18.000 machen oder eine Zwei vorne anstellen. Diese Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. Dafür müssen die Voraussetzungen stimmen. Welche sind das? Entscheidend ist, dass wir Autos nicht in den Markt drücken wollen. Langfristig geht es um stabile Preise und Restwerte. Der Kunde soll sich darauf verlassen können, dass sein Auto nach drei Jahren noch einen vernünftigen Restwert hat. Rund 60 Prozent Ihrer Zulassungen entfallen derzeit auf gewerbliche Kunden. Müssen Sie stärker bei Privatkunden ankommen? Mit dieser Zahl liegen wir teilweise unter dem, was andere Wettbewerber vorweisen. Wir sehen auch bei Gewerbekunden noch erhebliches Potenzial und wollen diesen Markt in den kommenden zwei Jahren stärker erschließen. Mit neuen Fahrzeugen wie dem SUV-Coupé L03 werden wir gleichzeitig stärker Privatkunden ansprechen. Wir wollen beide Märkte entwickeln. Wer kauft Xpeng bislang? Bislang sprechen wir vor allem technologieorientierte Kunden und Early Adopters (Menschen, die neue Technologien früh ausprobieren, Anm. d. Red.) an. Sie müssen nicht unbedingt auf Elektromobilität festgelegt sein, interessieren sich aber für neue Technologien und haben die finanziellen Möglichkeiten und die Zeit, sich mit solch einem Fahrzeug zu beschäftigen. Mit dem L03 kommt eine neue Zielgruppe hinzu. Wir wollen damit verstärkt Menschen zwischen etwa 30 und 45 Jahren ansprechen, unter anderem jüngere Familien. Sie erweitern Ihr Angebot also nach unten. Wie weit wollen Sie gehen? Zum Ende des nächsten Jahres werden wir ein noch kleineres SUV-Coupé als den L03 anbieten. Wir haben die Marke und ihre Produkte top-down eingeführt, sind mit dem großen SUV G9 gestartet, danach kam der G6, der P7+, der X9 und jetzt dieses Fahrzeug. Wir erweitern das Angebot also schrittweise nach unten. Kommt Xpeng irgendwann beim klassischen Kleinwagen an? Wir führen im nächsten Jahr zunächst das nächstkleinere Modell ein und schauen dann weiter. Wir richten uns danach, was der Markt und die Kunden verlangen. Wir müssen nicht zwangsläufig noch ein kleineres Fahrzeug anbieten, aber wenn der Markt es erfordert, können wir so etwas in relativ kurzer Zeit entwickeln. Sie haben zuvor für Audi , Toyota und Hyundai gearbeitet. Was unterscheidet Xpeng von diesen Herstellern? Die Elektromobilität, die aus China kommt, ist aus meiner Sicht weltweit führend. Die Produkte sind zu einem großen Teil besser als das, was in Europa oder der westlichen Hemisphäre produziert wird. Der zweite Punkt ist die Geschwindigkeit. Unser Gründer He Xiaopeng spricht deshalb nicht von "China Speed", sondern von einem besonderen "Xpeng Speed": Qualität und Geschwindigkeit, wobei die Qualität vorgeht. Xpeng produziert teilweise in Europa. Entschärft das den Druck durch die europäischen Zölle auf Elektroautos aus China? Die Frage nach dem Produktionsort ist immer eine Frage der Kalkulation. Man muss berechnen, ob man Teile nach Europa bringt beziehungsweise vor Ort produzieren lässt und die Produktionskosten hier hinzurechnet, dafür aber keinen entsprechenden Zoll zahlt, oder ob es günstiger ist, ein komplettes Fahrzeug in China zu produzieren. Sie haben also kein Problem mit den Zöllen? Nein. Ich würde mich aber freuen, wenn Brüssel genauer betrachtet, welcher Hersteller mit welchem Zoll belegt wird. Wir sind an zwei Börsen notiert, unsere Geschäftszahlen und unsere Geldflüsse sind transparent dargelegt. Es ist für uns nicht nachvollziehbar, weshalb wir dennoch bei den Zöllen in der Mitte liegen. Wann würden Sie sagen: Jetzt ist Xpeng in Deutschland tatsächlich angekommen? Entscheidend ist, wo wir bei den Kunden in deren Wahrnehmung stehen und welches Volumen wir erreichen, nicht aber, ob wir in irgendeinem Segment Nummer eins sind. Und wie steht es um Marktanteile? Volumen und Absatz bringen Geld in die Kasse, Marktanteile allein nicht. Wenn bei unseren Händlern und bei uns die Zahlen stimmen, kommen wir irgendwann an den Punkt, an dem wir sagen können: Wir sind angekommen.





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