Harte Kost auf staubigem Wüstensand: Der Horror-Western "Brimstone - Erlöse uns von dem Bösen" sollte nicht ohne Vorwarnung gesehen werden. Derbe Schockmomente und blutige Szenarien definieren das Horror-Genre. Während Einschläge zum Fantastischen ("Nightmare On Elm Street") oder Splatter-Elemente ("Tanz der Teufel") den Geschichten etwas Überzeichnetes hinzufügen, gibt es auch Vertreter, die mit der Nähe zum Bösen in Menschengestalt schocken. Der niederländische Regisseur Martin Koolhoven liefert mit "Brimstone - Erlöse uns von dem Bösen" solch einen Vertreter, der keinesfalls mit Grausamkeit spart. Darum geht es in "Brimstone - Erlöse uns von dem Bösen" Die stumme Liz (Dakota Fanning) und ihr Mann Eli (William Houston) leben mit ihrer kleinen Familie in einem kleinen Dorf, in dem Gottesfürchtigkeit einen hohen Stellenwert besitzt. Zufrieden mit ihrem einfachen Leben und der Arbeit als Hebamme, versucht Liz, ihre schmerzliche Vergangenheit zu vergessen. Doch mit dem Auftauchen eines neuen Reverends beginnt sich Liz' Leben dramatisch zu ändern. Beim Anblick des von Narben entstellten Mannes bricht Panik in ihr aus. Sie weiß: Er ist hinter ihr her, er will sie bestrafen. In der Überzeugung, im Namen Gottes zu handeln, tötet der namenlose Priester Liz' Ehemann Eli. Um sich gegen die religiösen Allmachtsfantasien und das grausame Handeln ihres Peiniger zur Wehr zu setzen, greift auch Liz zu drastischen Mitteln. Wie sehenswert ist "Brimstone - Erlöse uns von dem Bösen"? Das grausame Martyrium, welches Liz durchleiden muss und dem Publikum in einer non-linearen Zusammenstellung aus Rückblenden erläutert wird, verfehlte laut der Kritik sein Ziel. Wie das Filmmagazin "Filmdienst" schreibt, "weidet sich die Inszenierung zu ausgiebig an der Zurschaustellung ihres Martyriums, um als feministische Genre-Variante zu überzeugen." Die Leidensgeschichte rückt in den Hintergrund, während die expliziten Szenen unnötig dominieren. Weiterhin kritisiert das Filmmagazin, dass die umgekehrte Erzählstruktur mit gewissen Logik-Problemen einhergeht. Der Blick auf die internationalen Bewertungen unterstreicht diese Meinung. Auf dem Review-Portal "Rotten Tomatoes" erhält "Brimstone - Erlöse uns von dem Bösen" von der Presse 45 Prozent Zuspruch und erreicht beim Publikum lediglich 54 Prozent. Die Filmdatenbank "IMDb" vergibt zumindest 7 von 10 Sternen. Der Film läuft heute, am Samstag, 8. August 2026, um 22.15 Uhr bei Kabel Eins . Wer den düsteren Western verpasst, kann ihn alternativ bei Prime Video im Abo streamen . Explizite Szenen polarisieren Martin Koolhoven setzt in seiner Inszenierung auf Boshaftigkeit und explizite Details, die empfindliche Zuschauer überfordern könnten. Das amerikanische Branchenblatt "Variety" schreibt: "Der Reverend sperrt die Gesichter von Frauen in eine Art Keuschheitsgürtel in Form eines Kopfhelms ein, immer wieder tauchen geschlachtete Nutztiere auf, und er schwingt eine Pferdepeitsche, um die Menschen in seiner Umgebung in Schach zu halten." Weiter heißt es: "Zudem gibt es zwei Szenen, in denen Frauen die Zunge herausgeschnitten wird, und an einer Stelle wird ein fünfjähriges Mädchen auf den nackten Rücken ausgepeitscht." Der Versuch, diese grausamen Taten mit religiösem Fanatismus und Allmachtsfantasien zu begründen, misslingt dem Regisseur. Der "Filmdienst" kritisiert: "Doch der Film schlägt in eine arg banale Kerbe: ins genüssliche Ausmalen dessen, wie eine schuldlose blonde Maid in einer Gesellschaft, die bis auf wenige Ausnahmen aus bornierten oder perversen Männern und ihren bedauernswerten weiblichen Opfern besteht, missbraucht und gequält wird." Andere Kritiken sehen in "Brimstone - Erlöse uns von dem Bösen" eine beachtliche Leistung, wie es "Wessels Filmkritik" zusammenfasst: "Das in seiner Düsternis und Kompromisslosigkeit kaum zu ertragene Rachedrama "Brimstone" ist [...] meisterhaft erzählt und bravourös inszeniert." Was Regisseur Martin Koolhoven in jedem Fall gelang, ist es, die Meinungen zu diesem Horror-Western extrem zu spalten.