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Tesla gegen Edison: Wie ein Genie den Stromkrieg gewann – und alles verlor

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Er war seiner Zeit weit voraus, kümmerte sich aber kaum ums Geld. Wie Nikola Tesla den sogenannten Stromkrieg gewann – und trotzdem alles verlor. Wer das Wort Tesla hört, denkt wohl zuerst an das Auto. Dann an Elon Musk . Und danach? Vielleicht an die Tesla-Spule. Erfunden hat sie Nikola Tesla, ein gebürtiger Kroate mit serbischen Wurzeln. Ohne ihn gäbe es heute weder Elektroautos noch leistungsfähige Elektromotoren. Und vor allem gäbe es keine Möglichkeit, Strom über Hunderte Kilometer bis in die entlegensten Regionen zu transportieren. Doch so bahnbrechend seine Erfindungen auch waren: Ohne einen finanzstarken Freund hätte Tesla den Kampf gegen seinen erbittertsten Rivalen Thomas Edison womöglich verloren. Denn Tesla war ein Genie, aber Geld bedeutete ihm weit weniger als seinem amerikanischen Gegenspieler. Nikola Tesla: Das Genie ohne Abschluss Nikola Tesla wurde am 10. Juli 1856 im heutigen kroatischen Smiljan geboren, das damals zum Kaisertum Österreich gehörte. Seine Eltern Georgina und Milutin Tesla waren ethnische Serben. Über sich selbst sagte Tesla später einmal, er sei ein "stolzer Serbe mit kroatischer Heimat" – ein bewusstes Zeichen für Frieden und Zusammenhalt unter den Südslawen. Abends geht einer durchs Viertel: Straßenlaternen an? Macht hier ein Mensch Kroatiens Hauptstadt Zagreb: "Kleines Wien" des Südens Tesla war weder studierter Physiker noch Professor. Er war vor allem Erfinder und Elektroingenieur. Sein Studium an der Technischen Universität Graz begann er 1875 mit Mathematik, Physik und Maschinenbau, schloss es jedoch nie ab. Auch ein späterer Studienversuch in Prag blieb unvollendet. Im Juni 1884 wanderte Tesla in die USA aus. Sieben Jahre später erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft. Thomas Edison: Das Gegenteil von Tesla Auch Thomas Edison war kein klassisch ausgebildeter Physiker. Doch damit enden die Gemeinsamkeiten. Der 1847 in Ohio geborene Amerikaner war vor allem Unternehmer, Tüftler und Vermarkter. Statt komplizierte Berechnungen anzustellen, setzte Edison auf Versuch und Irrtum. Um die Glühlampe zu perfektionieren, testete sein Labor Tausende verschiedene Materialien, bis schließlich verkohlte Bambusfasern den Durchbruch brachten. Seine größte Leistung bestand vielleicht weniger in einzelnen Erfindungen als im Aufbau des ersten modernen industriellen Forschungslabors. Dort arbeiteten Mathematiker, Physiker und Ingenieure, deren Entwicklungen später als Patente auf Edison liefen. Aus seinem Unternehmen entstand schließlich General Electric. Edison war ein genialer Geschäftsmann. Und er verstand es wie kaum ein anderer, sich selbst in Szene zu setzen. Teslas größter Fehler Genau das – der Sinn für "making money" – fehlte Tesla. Er war Autodidakt und entwickelte seine Maschinen vollständig im Kopf. Überlieferungen zufolge berechnete er ihre Funktionsweise so präzise, dass viele seiner Konstruktionen ohne jahrelange Versuchsreihen funktionierten. Als Tesla 1884 für Edison arbeitete, versprach ihm dieser angeblich eine Prämie von 50.000 Dollar, sollte er die problematischen Gleichstrom-Dynamos entscheidend verbessern. Tesla arbeitete monatelang Tag und Nacht, konstruierte das System praktisch neu und sparte der Firma erhebliche Kosten. Als er schließlich nach der versprochenen Prämie fragte, soll Edison nur gelacht haben. Stattdessen bot er Tesla eine kleine Gehaltserhöhung an. Tief enttäuscht kündigte Tesla. Kurz darauf war er so mittellos, dass er zeitweise als Grabenarbeiter Stromkabel verlegte. Doch das Schicksal meinte es noch einmal gut mit ihm. 1888 erkannte der Industrielle George Westinghouse das Potenzial von Teslas Wechselstromsystem und kaufte ihm dessen Patente ab. Der Deal befreite Tesla nicht nur aus seiner finanziellen Not, sondern legte zugleich den Grundstein für den späteren Stromkrieg gegen Edison. Der Stromkrieg Tesla entwickelte den Elektromotor zwar nicht neu, brachte ihn mit seinem Wechselstrom-Induktionsmotor mit Unterstützung des Industriellen Westinghouse jedoch entscheidend weiter. Vor allem machte sein System erstmals den effizienten Transport elektrischer Energie über große Entfernungen möglich. Edison setzte dagegen auf Gleichstrom. Der funktionierte zwar zuverlässig, ließ sich aber kaum über weite Strecken übertragen. Damit begann einer der wohl bekanntesten Technologiekonflikte der Geschichte – der sogenannte Stromkrieg (englisch: War of the Currents). Wirtschaftshistorisch war es primär ein Krieg zwischen Edisons General Electric und der Westinghouse Electric Company. Edison reagierte mit einer beispiellosen Schmutzkampagne. Um den Wechselstrom als lebensgefährlich darzustellen, ließ er öffentlich Tiere – darunter Hunde , Pferde, Kälber und später angeblich auch die Elefantenkuh Topsy – mit Wechselstrom töten. Zudem unterstützte er die Entwicklung des ersten elektrischen Stuhls und setzte sich dafür ein, dass dieser mit Wechselstrom betrieben wurde. Die Bevölkerung sollte die neue Technik dauerhaft mit dem Tod verbinden. Sogar den Begriff "westinghousen" brachte Edison als Synonym für eine Hinrichtung ins Spiel. Und der Gewinner heißt ... Am Ende setzte sich dennoch der Wechselstrom durch. Den entscheidenden Durchbruch brachte die Weltausstellung World's Columbian Exposition 1893 in Chicago . Westinghouse erhielt den Auftrag, das riesige Ausstellungsgelände mit Teslas Technik zu beleuchten – günstiger und effizienter als die Konkurrenz. Als Edison versuchte, den Einsatz seiner patentierten Glühlampen gerichtlich zu verhindern, entwickelten Westinghouse und Tesla in Rekordzeit eine eigene Lampe: die sogenannte Stopper-Lamp. Diese zweiteilige, zusammengesteckte Konstruktion ermöglichte es, Edisons strenge Patente zu umgehen. Am 1. Mai 1893 legte US-Präsident Grover Cleveland den Schalter um. Schlagartig erstrahlten fast 100.000 Glühlampen gleichzeitig und tauchten das Messegelände in ein bis dahin unvorstellbares Lichtermeer. Es war die größte elektrische Installation ihrer Zeit – und der endgültige Durchbruch des Wechselstroms. Vom verkannten Genie zur Legende Für seine Leistungen verliehen später zahlreiche Universitäten Nikola Tesla die Ehrendoktorwürde. Nach seinem Tod am 7. Januar 1943 erhielt sogar die physikalische Einheit der magnetischen Flussdichte seinen Namen: das Tesla. Auch Zagreb erinnert heute an seinen berühmtesten Erfinder. Das Technische Museum trägt seit 2015 offiziell den Namen Nikola Tesla. Anlässlich seines 159. Geburtstags erhielt das Gebäude nicht nur einen neuen Namen, sondern auch einen leuchtenden Neon-Schriftzug mit Teslas Original-Unterschrift. Tesla selbst erlebte diese späte Anerkennung nicht mehr. Er starb einsam und hoch verschuldet in einem Hotelzimmer in New York . Draußen aber wurde die Welt längst mit genau dem Stromsystem beleuchtet, das er gegen alle Widerstände durchgesetzt hatte.





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