Kanzler-Statement: Merz: „Sie wollen unsere Gesellschaft spalten“
Nach dem Angriff auf den CSD kommt der Kanzler zu einem Gedenkgottesdienst in die Berliner Marienkirche. Vor der Kirche wendet er sich an die Öffentlichkeit.
Vor einem Gedenkgottesdienst in der Berliner Marienkirche hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz zum Angriff auf den Christopher Street Day in Berlin geäußert. Die Rede im Wortlaut:
„Uns bringt ein trauriger Anlass und zugleich eine verachtenswerte Tat zusammen. Meine Gedanken, unsere Gedanken sind in diesen Stunden bei den Opfern dieses terroristischen islamistischen Anschlags der letzten Nacht, bei den Familien, bei den Freunden. Und ich wünsche vor allem den Verletzten, dass sie schnell genesen.
Ich möchte den Einsatzkräften danken für ihr geradezu vorbildlich schnelles Eingreifen, das möglicherweise gestern Nacht Schlimmeres verhütet hat. Und ich möchte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Christopher Street Days hier in Berlin, aber auch in ganz Deutschland zurufen: Lassen Sie sich, lassen wir uns nicht einschüchtern.
Diese Taten haben nur einen Zweck. Sie wollen unsere Gesellschaft spalten. Sie wollen uns das Wichtigste nehmen, was wir haben. Nämlich unsere Offenheit und unsere Freiheit.
Ich will für die Bundesregierung sagen, wir werden alles tun, um den oder die Täter so schnell wie möglich zu fassen. Wir werden über Konsequenzen nachdenken und mit Besonnenheit, aber auch mit Entschlossenheit entscheiden.
Diese Straftäter, diese Extremisten haben in der Mitte unserer Gesellschaft keinen Platz. Und wir werden nicht zulassen, dass dieses Gift des Terrorismus und dieses Gift gegen unsere Freiheit weiter um sich greift in unserer Gesellschaft.
Jenseits aller parteipolitischen Meinungsverschiedenheiten: Wir werden die Freiheit unserer Gesellschaft verteidigen. Darauf können sich alle verlassen. Wir sind mehr, wir sind stärker und wir halten in unserem Land zusammen. Das ist das Wichtigste in einer so schweren Stunde.
Und lassen Sie mich es noch einmal sagen. Wir werden die Freiheit, die Offenheit, die Liberalität unseres Lebens und unserer Gesellschaft mit allem, was wir tun können, verteidigen und wir werden es gemeinsam auch machen.
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.“
