ADAC im Dauerstress: Pannenflut im Straßenverkehr wegen Gluthitze
Mit der Hitze kommen die Pannen. Wie der Sommer dem Auto zusetzt und mit welchem App-Kniff der Abschleppwagen schneller kommt. Bei Temperaturen von 30 Grad und mehr mussten viele Autos in Deutschland an den Straßenrand. Über elf Tage hinweg rückte der ADAC mehr als 20 Prozent häufiger aus. An zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden zählte der Pannendienst von Freitag bis Sonntag jeweils rund 70.000 Einsätze. Batterie bleibt Pannenursache Nummer eins Auch hohe Temperaturen ändern nichts daran: Die Batterie bleibt der häufigste Grund für einen Ausfall. Ihr Anteil lag bei über 40 Prozent aller Einsätze. Der Grund: Hitze beschleunigt die Alterung schwacher Batterien und belastet das Bordnetz zusätzlich. Dadurch fallen vorgeschädigte Batterien besonders häufig aus. Was viele Autofahrer überrascht: Das Problem trifft auch Elektroautos. Zwar haben sie einen starken Hochvolt-Akku für lange Reichweiten. Für Türen, Licht und Bordelektronik benötigen sie jedoch dieselbe kleine 12-Volt-Batterie wie ein Verbrenner. Fällt sie aus, ist die Fahrt zu Ende. Klimaanlagen doppelt so oft defekt Deutlich gestiegen ist auch die Zahl der Schäden an Kühlung und Klimaanlage: Sie machten rund 13 Prozent aller Einsätze aus. Das ist doppelt so viel wie im Rest des Jahres. Anhaltende Hitze belastet die Klimakompressoren dauerhaft, was besonders ältere Anlagen überfordert. Experten raten deshalb zur Mäßigung: Die Innenraumtemperatur sollte maximal sechs Grad unter der Außentemperatur liegen (optimal sind 22 bis 25 Grad). Das schont die Technik und bewahrt Fahrer beim Aussteigen vor Kreislaufproblemen. Mehrverbrauch gemessen: Wollen Sie jetzt immer noch mit Klimaanlage fahren? Gefahr durch steigenden Reifendruck Neben der Elektronik leidet auch das Fahrwerk, da sich Luft bei Hitze ausdehnt und der Reifendruck während der Fahrt deutlich stärker ansteigt als im Winter. Der Druck sollte deshalb grundsätzlich vor Fahrtantritt am kalten Reifen geprüft und bei Urlaubsfahrten mit schwerem Gepäck angepasst werden. Digitaler Notruf bringt schnellere Hilfe Weil die Notrufe bei Hitzewellen drastisch zunehmen, setzt der Pannendienst verstärkt auf digitale Hilfe: Im ersten Halbjahr 2026 meldeten Autofahrer beispielsweise mehr als 500.000 Pannen über die ADAC-App. Damit stieg der digitale Anteil auf fast 27 Prozent. Der Vorteil in langen Staus: Das Smartphone übermittelt den exakten Standort direkt, sodass die Helfer schneller ankommen.
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