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Krieg im Iran: Obama schaffte, was Trump nicht kann – ohne Krieg

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Die Verhandlungen zwischen den USA und Iran stehen unter dem Vorbehalt, dass auch die Waffen im Libanon schweigen. Daran haben weder Israel noch die Hisbollah Interesse. Wo Donald Trump ist, dort ist Chaos. Er sät es. Chaos ist sein Lebenselixier. Und wenn er beschließt, Chaos soll nicht mehr Chaos sein, verursacht er neues Chaos. Kurz zur Erinnerung: Gaza sollte sich schon längst im Wiederaufbau befinden, eine neue Regierung müsste lange schon für dieses kleine Gebiet am Mittelmeer zuständig sein. Stattdessen haben gerade mal wieder israelische Flugzeuge Angriffe auf das Trümmerfeld geflogen. Wann hat Trump zum letzten Mal seinen 20-Punkte-Plan erwähnt, den er als Durchbruch für dauerhaften Frieden in dieser gepeinigten Region feierte? Ungefähr vor einem halben Jahr. Übrigens stammt der Plan aus dem September 2025. Seither ist nichts passiert. "Historische Demütigung": Republikaner sauer auf Trump "Geht dich nichts an": Meloni teilt erneut gegen Trump aus Trump warnte damals auch Benjamin Netanjahu davor, das Westjordanland zu annektieren. Die Siedlungen aber wachsen. Die systematischen Übergriffe auf arabische Nachbarn, deren Häuser im Wege stehen, gehen weiter. Die Armee deckt die illegale Enteignung. Der Iran diktiert Trump die Bedingungen für Frieden Gestern begannen die Verhandlungen über das andere Chaos-Produkt, den Iran-Krieg. Erstaunlich daran ist, dass der Verlierer des Krieges die Bedingungen diktieren darf, weil der Sieger des Krieges unbedingt Frieden schließen will. So war es, nebenbei gesagt, schon einmal in der amerikanischen Geschichte. Der Vietnam-Krieg endete noch kläglicher, noch würdeloser. In welch komfortabler Lage sich das Mullah-Regime neuerdings befindet, zeigt die erneute Schließung der Straße von Hormus . Zu den Voraussetzungen für die Verhandlungen, die 60 Tage dauern können, gehört die Waffenpause im Libanon . Warum sich Trump darauf einließ, bleibt sein Geheimnis. Anders gesagt, trägt dieses Junktim zum Chaos bei. Iran behält sich vor, die Meerenge zuzumachen, sobald Gefechte im Libanon aufflammen. Am Samstag war es wieder so weit, und der Vorgang kann sich jederzeit wiederholen. Trump wird in jedem Fall vom weltbesten aller Abkommen sprechen Dass Benjamin Netanjahu die Verhandlungen ablehnt, ist bekannt. Dass er gegen die Waffenpause, zu der er sich gezwungen sah, verstoßen würde, lag nahe. Auch die Hisbollah setzt sich über solche Zwänge hinweg und greift israelische Stellungen im Süden Libanons an. Dieser Umstand ist interessant. Denn ohne Rückhalt in Teheran könnte sich die geschwächte Miliz nicht solche Freiheiten erlauben. Daraus lässt sich schließen, dass es zwei konträre Lager im Mullah-Staat gibt. Die eine Fraktion, die Revolutionsgarde als eigentlicher Machtfaktor, sieht keine Notwendigkeit zu Verhandlungen mit einem Feind, der Israels Existenz garantiert und die alte Elite eliminieren ließ. Die andere Fraktion vertreten Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf und Außenminister Abbas Araghtschi, das sind die beiden Verhandlungsführer in der Schweiz. 60 Tage sind für die Gespräche über ein Abkommen vorgesehen. Schon heute wissen wir, dass Donald Trump auf seine unnachahmliche Weise behaupten wird, das Abkommen sei das weltbeste, das je ein amerikanischer Präsident unterzeichnet hat. Obamas Abkommen hatte eine Schwäche Für Freunde der Sachlichkeit dient das Abkommen von 2015 als Maßstab, verhandelt unter Barack Obama , über das iranische Atomprogramm. Danach sollte das nukleare Material nicht 300 Kilogramm und einen Anreicherungsgrad von 3,67 Prozent überschreiten. Die Anzahl der Zentrifugen für die Anreicherung des Urans war begrenzt und die Wiener Atomenergiebehörde durfte ihre Inspektoren zur Kontrolle in die Nuklearanlagen schicken. Die Schwäche des komplizierten Abkommens bestand in der zeitlichen Befristung auf 10 bis 15 Jahre. Der Bau der Bombe wurde so verzögert, aber prinzipiell nicht ausgeschlossen. Das Argument lautete, innerhalb dieser Frist könnten sich in Iran, dem die Sanktionen erlassen wurden, und im ganzen Nahen Osten die Verhältnisse zum Besseren verändern. Obama ist bei sachlicher Betrachtung der Maßstab für Trump. Als der in seiner ersten Amtszeit das Abkommen 2018 kündigte, sagte er dazu, er strebe nicht nur "eine reale, umfassende und dauerhafte Lösung der nuklearen Bedrohung durch Iran" an, sondern eine generelle Zurücksetzung des Iran zu einer machtlosen Regionalmacht. Große Worte. Immer wieder. Immer neue. Trump spendiert dem Iran ein 300-Millionen-Dollar-Programm Noch mal kurz zur Erinnerung: Als Kriegsziele nannte Trump den Regimewechsel, die Aufgabe ballistischer Raketen, den Verzicht auf den Bau der Bombe. Jetzt heißt es aus dem Weißen Haus, die Sanktionen würden aufgehoben, ein 300-Milliarden-Dollar-Wiederaufbau-Programm stehe bereit. Dafür erklärt sich das Regime bereit, auf den Bau der Bombe zu verzichten, nicht aber auf die Urananreicherung. Sehr trickreich, dieses Vorgehen. Der Sieger gibt viel, der Verlierer wenig. Verkehrte Welt. Woran liegt dieses merkwürdige Gefälle? An der Unfähigkeit der Trump-Truppe um zwei Ecken zu denken, was die schlichteste Definition für Strategie ist. Der Grund dafür ist der Verzicht auf Kompetenz und das Übermaß an Maulheldentum. Obama erreichte sein Abkommen ohne Krieg Eine Strategie zielt auf eine Vorgehensweise, die wenigstens auf mittlere Sicht angelegt ist, und dient dazu, ein übergeordnetes Ziel zu erreichen. Dabei setzt sie geeignete Mittel ein, zum Beispiel militärische, für einen politischen Zweck. Strategie ist das Gegenteil von Chaos. Für die USA verhandelt JD Vance in Bürgenstock. Da er ursprünglich gegen den Krieg mit Iran war, was ihn ja eigentlich ehrt, hängt von ihm ab, was am Ende herauskommt. Aber was kommt dabei heraus? Ich möchte fast wetten, dass sich das Trump-Abkommen vom Obama-Abkommen im Kern nicht unterscheiden wird. Und Obama hatte es ohne Krieg und Chaos erreicht.





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