Nach dem 7:1 zum WM-Auftakt gegen Curaçao nutzt der langjährige Erfolgstrainer ein Gespräch für eine Klarstellung gegenüber dem Bundestrainer. Der Grund: Ein bestimmtes Wort, dass er zuvor verwendet hatte. Das lag Jürgen Klopp offenbar am Herzen. Der frühere Star-Trainer, der mittlerweile als "Global Head of Soccer" bei Red Bull arbeitet, steht während der Fußball-WM als Experte bei Magenta TV vor der Kamera. Und nutzte die Gelegenheit nach dem 7:1 der deutschen Mannschaft zum Auftakt gegen Curaçao direkt für eine Klarstellung – indem er sich indirekt bei Bundestrainer Julian Nagelsmann entschuldigte. Dieser stand bei Klopp, seinem Co-Experten Thomas Müller und Moderator Johannes B. Kerner , analysierte das Spiel, ehe "Kloppo" kurz vor Ende der Unterhaltung plötzlich sagte: "Eine Sache noch, die Zeit müssen wir noch haben", fing er an. "Das Unwort meines Jahres hab ich schon gefunden, das ist 'noch'." Hoher Sieg: Deutschland mit WM-Traumstart Wegen Schweinsteiger: Frecher Spruch von Thomas Müller Grund: Vor dem Eröffnungsspiel hatten Müller und Klopp ihre Wunschaufstellung präsentiert. Klopp merkte an, "noch" stelle ja Nagelsmann die Mannschaft auf, er wiederholte: "noch". Müller gab zurück, Klopp sei gedanklich wohl schon "im September". Klopp wird immer wieder als Nachfolger des Bundestrainers gehandelt, Nagelsmann besitzt aber einen Vertrag bis 2028. Unter anderem Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hatte daraufhin den Spruch von Klopp kritisiert. "Das war eine Aussage, die meiner Meinung nach auch überflüssig war" Mehr noch: Die Äußerungen, "gerade von Jürgen Klopp als einer der erfolgreichsten Trainer, die wir in Deutschland gehabt haben", seien für ihn "ein bisschen irritierend so kurz vor WM-Beginn." "Hoffe, dass das alle verstehen" Klopp erklärte dem Bundestrainer nun: "Ich hätte mir dafür aufs Maul hauen können, aber es war schon zu spät, und es war im Fernsehen." Und weiter: "Es ist mir so flapsig herausgerutscht, das hat gar keine Relevanz. Ich hoffe, dass das alle da draußen verstehen." Er beendete seine kurze Ansprache mit Selbstironie: "Ich werde jetzt übermorgen 59 – und bin immer noch dämlich." Damit endete die Gesprächssituation, Nagelsmann klatschte mit Klopp, Müller und Kerner freundschaftlich ab und verließ die Runde. Auch Müller hatte zuvor bereits auf die Kritik an den Aussagen reagiert und angekündigt, sich künftig nicht zurückhalten zu wollen. "Wir diskutieren natürlich leidenschaftlich, uns geht es darum, die Begeisterung rüberzubringen", sagte der Ex-Nationalspieler. Er und Klopp seien "Riesenfans der Mannschaft" und des Turniers. Man diskutiere "taktisch, inhaltlich und vor allen Dingen auch sachlich". Allerdings sei bei ihnen "immer ein bisserl Schmäh mit dabei." Man werde sich aber "nicht verbiegen lassen und aufpassen, was wir denn sagen", sagte Müller. Ziel sei es, die Mannschaft zu unterstützen und "auch gute Laune" zu machen.