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Trump, Texas und Ken Paxton: Wie der Senat verloren gehen könnte

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Trotz Iran-Krieg und Inflation triumphiert Donald Trumps Kandidat auch bei den Vorwahlen in Texas. Doch gerade dieser jüngste Erfolg des Präsidenten könnte ihn die Mehrheit im Senat kosten. Siegestrunken wirkt Donald Trump in diesen Tagen. "Die Zwischenwahlen sind mir egal – sehen Sie, was letzte Nacht passiert ist", sagte er am Mittwoch. Es war seine Antwort auf Fragen zum andauernden Iran-Krieg, den deswegen hohen Gaspreisen und darüber, wie sehr dies den Druck auf ihn erhöhe. Denn im November finden die Zwischenwahlen statt und die Sorge in seiner Partei ist groß, dass die Republikaner dann die Quittung für die explodierenden Lebenshaltungskosten bekommen. Trump scheint das nicht zu kümmern. Denn er gewinnt eine parteiinterne Vorwahl nach der anderen. Überall im Land setzen sich die von ihm unterstützten Kandidaten durch. Doch insbesondere der Sieg von Ken Paxton in Texas am Dienstag könnte für Trump und die Republikaner noch zum Problem werden: Der Präsident hat damit zwar bewiesen, dass er die Republikaner dominiert, doch sein Kandidat ist nicht der aussichtsreichste bei den Zwischenwahlen. Und so könnte Trump mit seiner Strategie die republikanische Mehrheit im Senat verspielen. Mit Paxton hat sich am Dienstag in Texas nicht einfach irgendein Republikaner gegen den viermal wiedergewählten, ebenfalls republikanischen Amtsinhaber John Cornyn durchgesetzt. Gewonnen hat ein Kandidat, der kompromissloser, aggressiver und für viele Wähler außerhalb der republikanischen Basis deutlich schwerer vermittelbar ist. Trump hatte sich tatsächlich entschieden, mit Paxton sogar einen wegen einer Korruptionsaffäre eigentlich politisch verbrannten Kandidaten vorzuziehen. Trumps eiserner Griff Trump hat die Republikanische Partei seit vielen Jahren nicht nur maßgeblich geprägt. Er hat sie radikal auf sich zugeschnitten. Niemand außer ihm selbst ist die Partei. Und so bringt er mit eisernem Griff bei diesen Vorwahlen sogar Republikaner zur Strecke, die ihm eigentlich immer zur Seite standen und in der Partei beliebt sind. Von Indiana über Kentucky bis Texas wurde bislang jede Vorwahl in diesem Jahr zur Loyalitätsprüfung. Bemerkenswerte Erfolge: Trumps Vergeltungsschlag gelingt Vorwahl-Triumph: Trump schlägt brutal zurück Wer aus Trumps Sicht nicht hundertprozentig hinter ihm steht, wird bekämpft und schließlich politisch vernichtet. Wer Trump widerspricht, wird ersetzt. Und die Parteibasis zieht mit. So ist es nun auch in Texas geschehen. Über mehr als zwei Jahrzehnte war John Cornyn für diesen Bundesstaat der ideale Konservative. Aber 2026 eben nicht trumpistisch genug für Donald Trump. In seinen Augen war auch Cornyn ein "RINO", ein "Republican In Name Only", also kein echter MAGA-Republikaner. Wie aus Übermacht Schwäche werden kann Doch indem er Cornyn, einen moderaten Republikaner, durch Paxton ersetzte, steigen die Chancen der Demokraten in Texas bei den Zwischenwahlen im Herbst. Ein Szenario scheint plötzlich denkbar, das noch vor wenigen Jahren absurd geklungen hätte und das auch bei früheren Hoffnungsträgern bislang nie funktioniert hat: Ein Demokrat in Texas könnte bei den Zwischenwahlen im Herbst den Senatorensitz gewinnen. Mit einem moderateren Republikaner wäre das unwahrscheinlicher. In aktuellen Umfragen liegen Talarico und Paxton nun gleichauf. Denn es ist nicht irgendein linker Demokrat, der gegen Paxton antritt, sondern der Kandidat James Talarico. Er wirkt deutlich moderater, jünger und anschlussfähiger als viele progressive Figuren der Partei, wie etwa der neue New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani. Die Demokraten auf dem Land müssen sich eben anders geben als in den Millionenstädten an den Küsten. Talarico ist 37, katholisch, Lehrer und rhetorisch eher ruhig. Ein Gegenmodell zum permanenten Alarmismus der MAGA-Rechten. Ein mögliches Szenario, das derzeit laut Umfragen nicht unwahrscheinlich ist: Während Ken Paxton zwar die radikale republikanische Basis elektrisieren kann, könnte Talarico genau jene Vorstadtwähler, die sogenannten Independents, also mögliche Wechselwähler, und moderate Republikaner anziehen, die Trump und seine Kandidaten nach zwei Jahren des Chaos und der Inflation schlicht satthaben. Diese Chance für den jungen Talarico und die Demokraten kommt nicht aus dem Nichts. Texas verändert sich. Langsam, aber stetig. Die Republikaner gewinnen dort noch immer, aber längst nicht mehr mit der altbekannten und als sicher geglaubten Selbstverständlichkeit. Trumps Sieger Ken Paxton könnte bei der aktuellen Lage mit miesen Umfragewerten für Trump, außenpolitischem Chaos, explodierender Staatsverschuldung und steigender Inflation zum idealen Gegner für die Demokraten werden. Trump macht sich zum Maß aller Dinge Trump spielt deshalb mit seinen harten Eingriffen in die Kandidatensuche bei den Vorwahlen ein Spiel mit extrem hohem Einsatz. Denn gerade, weil seine Macht über die Partei so grenzenlos scheint, kann er sich im Fall von möglichen Niederlagen seiner Kandidaten kaum noch von diesen distanzieren. Trump greift so massiv ein, dass er politisch betrachtet eigentlich selbst im Herbst auf dem Wahlzettel steht, auch wenn sein Name dort formal gar nicht auftaucht. Ken Paxton ist Trumps Kandidat. Er ist seine Handschrift und damit auch sein Risiko. Die eigentliche Sprengkraft dieser kommenden Senatorenwahl in Texas liegt aber nicht bei diesem einzelnen Kandidaten. Verliert Paxton im Herbst gegen den Demokraten Talarico, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die knappe republikanische Mehrheit im Senat an die Demokraten fällt. Deshalb ist Texas plötzlich auch nicht mehr nur Texas. Das Senatsrennen zwischen James Talarico und Ken Paxton wird auch zu einem Referendum über die zentrale Frage der amerikanischen Rechten: Reicht Trumps Macht nur für die von der radikalen Parteibasis dominierten Vorwahlen oder auch noch für Mehrheiten in der amerikanischen Bevölkerung? Spätestens dann wird sich der Präsident mit den Folgen seiner Politik konfrontiert sehen. Verliert er die Zwischenwahlen, könnte es als sogenannte lame duck, also als lahme Ente ohne politische Gestaltungsmacht, schwer für ihn werden, das Land dann noch in seinem Sinne zu regieren.





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