Rente: Vermögen senkt Altersarmut bei Rentnern laut IW-Studie deutlich
Die Höhe der gesetzlichen Rente allein sagt oft wenig über den tatsächlichen Wohlstand aus. Eine neue Studie zeigt, warum die Fallzahl von Altersarmut womöglich zu hoch angegeben wird. Viele Rentner in Deutschland gelten statistisch als arm, obwohl sie über Immobilien, Ersparnisse oder andere Einkommensquellen verfügen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) auf Grundlage von Daten der Deutschen Bundesbank. Die Autoren stellen damit eine Annahme infrage, die in der aktuellen Rentendebatte von Bedeutung ist: dass niedrige gesetzliche Renten automatisch ein hohes Armutsrisiko bedeuten. Vermögen ändert das Bild deutlich Bislang wird die Armutsgefährdung in Deutschland fast ausschließlich anhand des laufenden Einkommens berechnet. Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat. Laut IW greift diese Betrachtung jedoch zu kurz – vor allem bei älteren Menschen. Singles, Paare, Rentner: Bei diesem Einkommen liegt die Armutsgrenze Alterssicherungsbericht: So gut geht es Deutschlands Rentnern wirklich Würde man zusätzlich Vermögen wie Immobilien, Ersparnisse oder Wertpapiere berücksichtigen, sänke die Armutsgefährdungsquote bei Altersrentnern deutlich: von 17,8 auf 11 Prozent. Das entspräche einem Rückgang um rund 38 Prozent. Bei der Gesamtbevölkerung fällt der Effekt deutlich kleiner aus: Dort sinkt die Quote lediglich von 15,4 auf 13,4 Prozent. Viele Senioren besitzen Immobilien oder Rücklagen Nach den Berechnungen verfügen Haushalte mit einem gesetzlichen Altersrentner als Hauptverdiener im Durchschnitt über ein Nettovermögen von rund 313.000 Euro. Der Median – also der Wert genau in der Mitte – liegt bei knapp 140.000 Euro. Viele ältere Menschen hätten im Laufe ihres Lebens Vermögen aufgebaut, das im Ruhestand den Lebensstandard absichere, argumentiert das IW. Dazu zählen etwa selbst genutzte Immobilien, private Altersvorsorge, Wertpapierdepots, Sparguthaben, Betriebsrenten oder weitere Einkommensquellen neben der gesetzlichen Rente . Die gesetzliche Rente allein sage deshalb oft wenig über die tatsächliche finanzielle Lage eines Haushalts aus. Ein typischer Fall: Ein Ehepaar lebt in einer abbezahlten Immobilie und erhält nur eine vergleichsweise kleine gesetzliche Rente. Gleichzeitig fallen keine Mietkosten an, zusätzlich existieren Rücklagen oder Kapitalerträge. In der klassischen Armutsstatistik erscheint der Haushalt trotzdem häufig als armutsgefährdet. IW: Rentendebatte auf Basis unvollständiger Daten Die IW-Ökonomen und Studienautoren Jochen Pimpertz und Maximilian Stockhausen warnen davor, anstehende Rentenreformen auf Basis unvollständiger Armutszahlen zu beschließen. "Wir führen die Rentendebatte auf der Basis nicht überzeugender Befunde", sagt IW-Rentenexperte Pimpertz. Wer nur auf die gesetzliche Rente schaue und vorhandenes Vermögen ausblende, könne die tatsächliche finanzielle Lage vieler Senioren falsch einschätzen. Mehrere Vorschläge setzen darauf, innerhalb des Rentensystems stärker umzuverteilen – also niedrige Rentenansprüche aufzuwerten und höhere Ansprüche abzuschwächen. Diskutiert werden unter anderem Modelle wie ein sogenannter Boomer-Soli oder Rentenvorteile für Menschen, die viele Beitragsjahre vorweisen können . Reiche Rentner stärker belasten? Das hält die Rentenversicherung vom Boomer-Soli Grundsicherung: So hoch ist Ihre Rente, wenn Sie nie gearbeitet haben Vermögen in Deutschland ungleich verteilt Allerdings blendet auch die IW-Studie einen Aspekt aus: Vermögen lässt sich nicht immer problemlos nutzen, um den Alltag zu finanzieren. So bringt ein Eigenheim zwar finanzielle Sicherheit, bezahlt aber keine laufenden Rechnungen. Viele ältere Menschen möchten zudem ihre Rücklagen bewusst nicht aufbrauchen, etwa aus Angst vor Pflegekosten oder unerwarteten Ausgaben. Hinzu kommt: Vermögen ist in Deutschland ungleich verteilt. Während das Median-Nettovermögen in Westdeutschland bei rund 143.000 Euro liegt, kommt der Osten im Schnitt auf weniger als 40.000 Euro. Viele Haushalte sind daher stark von den Bezügen aus der gesetzlichen Rente abhängig. Laut amtlichen Zahlen beziehen zudem inzwischen mehr als drei Prozent der Menschen im Rentenalter Grundsicherung . Besonders betroffen sind häufig ehemalige Selbstständige oder Menschen mit lückenhaften Erwerbsbiografien.
Экология в России и мире
Путин в России и мире
Лукашенко в Беларуси и мире
123ru.net —
международная интерактивная информационная сеть (ежеминутные новости с ежедневным интелектуальным архивом). Только у нас — все главные новости дня без политической цензуры. "123 Новости" — абсолютно все точки зрения, трезвая аналитика, цивилизованные споры и обсуждения без взаимных обвинений и оскорблений. Помните, что не у всех точка зрения совпадает с Вашей. Уважайте мнение других, даже если Вы отстаиваете свой взгляд и свою позицию. Smi24.net — облегчённая версия старейшего обозревателя новостей 123ru.net.
Мы не навязываем Вам своё видение, мы даём Вам объективный срез событий дня без цензуры и без купюр. Новости, какие они есть — онлайн (с поминутным архивом по всем городам и регионам России, Украины, Белоруссии и Абхазии).
123ru.net — живые новости в прямом эфире!
В любую минуту Вы можете добавить свою новость мгновенно — здесь.
Здоровье в России и мире
Частные объявления в Вашем городе, в Вашем регионе и в России
Друзья 123ru.net
Информационные партнёры 123ru.net
Спонсоры 123ru.net