Katholikentag: Steinmeier: Demokratie wird im Ehrenamt gelebt
Der Bundespräsident betont beim Deutschen Katholikentag: Ohne das Engagement von Ehrenamtlichen wird die Gesellschaft ärmer und kälter.
Eine demokratische Gesellschaft lebt nach Worten von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier von Ehrenamtlichen. "Die Demokratie geht nicht ohne gesellschaftlichen Zusammenhalt", sagte er bei einer Debatte auf dem 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg. Demokratie werde gelebt oder nicht gelebt, aber nicht von oben befohlen. Sie werde gelebt auch durch das Ehrenamt.
"Das Ehrenamt beginnt eigentlich da, wo jemand an mehr denkt als nur an sich selbst. (...) Das Ehrenamt ist das Rückgrat der Gesellschaft." Ohne würde es hierzulande ärmer und kälter werden, sagte Steinmeier und warb einmal mehr für seinen Vorstoß für eine soziale Pflichtzeit.
Auf Tuchfühlung mit dem Volk
Der Katholikentag ist ein großes Treffen katholischer Christinnen und Christen in Deutschland und findet in der Regel alle zwei Jahre in einer anderen Stadt statt. Steinmeier war nach der Eröffnung am Mittwoch und einem Gottesdienst am Donnerstag durch Würzburg gestreift, hatte mit vielen Menschen gesprochen und war stellenweise auch zum Mitmachen aufgefordert worden, etwa beim Kinderzirkus "Blamage".
Insgesamt sind bei dem Gläubigentreffen bis Sonntag rund 900 Veranstaltungen geplant, darunter Diskussionen und Podien etwa zu Reformbewegungen in der Kirche oder der Aufarbeitung des sexualisierten Missbrauchs in der Kirche. Erwartet werden auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und Bundeskanzler Friedrich Merz (beide CDU). Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Kerstin Claus, unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, sind ebenfalls in der Mainstadt zu Gast.
Leitwort "Hab Mut, steh auf!"
Katholikentage werden vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken veranstaltet, das die katholische Zivilgesellschaft in Deutschland vertritt. Das Leitwort für die Veranstaltung in Würzburg ist "Hab Mut, steh auf!" - etwa 60.000 Menschen werden erwartet.
