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XC World Cup – Blog Luca Schwarzbauer: Wenn aus einem MTB-Rennen ein Lauf-Rennen wird

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Für die Cross Country-Weltelite stand am vergangenen Wochenende der erste World Cup überhaupt auf dem asiatischen Kontinent an – und das Rennen in Yongpyong, Südkorea, wird allein schon aufgrund der nahezu unfahrbaren Bedingungen sicherlich in die Geschichte eingehen. Wie unser Blogger Luca Schwarzbauer das Rennen und das Drumherum erlebt hat, erfahrt ihr in seinem ausführlichen Bericht!

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Der Winter zu Hause: Umzug, Vorbereitung und neues Bike

Mein erster Winter ohne Studium oder Schule ist vorübergegangen – das erste Mal seit vielen Jahren. Meine Freundin und ich sind umgezogen und fühlen uns sehr wohl in unserem neuen Häuschen. Dazu hat der Winter ein paar neue Sachen gebracht – unter anderem eine Vorbereitung auf das Cape Epic, also ein 8-Tages-Etappenrennen. Das war eine neue Erfahrung für mich. Und dann natürlich auch das neue Bike (alles zum neuen Canyon Lux World Cup) … Das war für mich und für uns alle ein sehr großer und wichtiger Schritt.

Es war Zeit, dass wir ein neues Bike launchen. Wir haben viel Arbeit da reingesteckt und ich war von Tag 1 an in die Entwicklung involviert. Jetzt bin ich sehr froh und stolz, was dabei rausgekommen ist. Wir haben, denke ich, ein Bike, was nicht nur gut hochfährt, sondern eben auch bergab nochmal komplett konkurrenzfähig wurde zu den allerallerbesten Bikes, und somit ein super Gesamtpaket ist.

Es war eine Riesenerfahrung – ganz speziell auch freitags die Königsetappe bei härtesten Bedingungen im Regen. Über fünf Stunden, glaube ich, wenn ich es noch richtig im Kopf habe. Das war vielleicht der härteste Tag meines Lebens auf dem Bike.

Mein Training lief eigentlich ganz gut im Winter. Wie gesagt hatte ich durch das Etappenrennen ein paar neue Reize. Aber so viel haben wir dann schlussendlich gar nicht verändert. In den Trainingseinheiten haben wir natürlich einige Kleinigkeiten angepasst – beispielsweise häufiger Intervalle direkt nach einem längeren Endurance Ride. Das Ziel war, einige Kilojoules zu verbrennen und im Anschluss dann noch zum Beispiel eine VO2 Max-Session einzubauen, nur um mal ein Beispiel zu nennen. Darüber hinaus habe ich aber unabhängig vom Cape Epic wesentlich mehr Krafttraining gemacht im vergangenen Winter. Zusätzlich habe ich noch versucht, mich auf der Mental-Ebene weiter zu verbessern.

# Der Winter lief für Luca nach Plan und ziemlich gut. Zum ersten Mal stand der Canyon-Pilot beim Cape Epic am Start und hat zudem einige gute Trainingskilometer abgespult. Die ersten Vorbereitungsrennen liefen nach Plan. – Foto: Thomas Weschta / Canyon
Diashow: XC World Cup 2026 – Südkorea: Wenn aus einem MTB-Rennen ein Lauf-Rennen wird – Blog von Luca Schwarzbauer
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Vorbereitungs-Rennen: Die Frühform passt!

Das Team ist unverändert geblieben und die Arbeit mit meinem Trainer ist auch weitergeführt worden. Alles in allem war es ein super Winter. Ich war recht viel zu Hause, aber es gab dann die Vorbereitungsrennen in Chelva und Banyoles, die kaum besser hätten laufen können. Chelva habe ich gegen eine starke Konkurrenz gewonnen – in einem tollen Battle auf einer super Strecke. Das war auch das erste Rennen mit dem neuen Bike, dazu noch auf einem sehr technischen Kurs. Dort zu gewinnen war eine riesige Erleichterung, auch wenn das Rennen an sich jetzt natürlich im Vergleich zu einem World Cup nicht so groß war.

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Auch in Banyoles bin ich super gefahren und wurde etwas unglücklich Dritter. Dort haben wir viel mit dem Setup rumprobiert, weil wir eben noch in dieser Testing-Phase waren, und haben ein bisschen was riskiert bezüglich eines sehr, sehr steifen Setups. Da waren wir, glaube ich, etwas zu weit gegangen. Trotzdem war es ein super Rennen auf Platz 3 knapp hinter Victor Koretzky und Dario Lillo, der ja jetzt den World Cup-Auftakt gewonnen hat.

Cape Epic: Eine ganz neue Erfahrung beim legendären Rennen

Dann kam das Cape Epic mit Sam Gaze. Wir hatten leider, leider an Tag 2 einen fetten Defekt. Mir ist ein großer Steinbrocken irgendwie vom Vorderrad hochgelupft worden und voll gegen das Kettenblatt. Das Kettenblatt selbst wurde nur leicht beschädigt, dafür aber die Kette stark. Wir konnten uns in die nächste Tech Zone retten und ich habe die Kette gewechselt, aber wir haben bei der Aktion sechs Minuten verloren. Am Ende der Stage waren es noch viereinhalb Minuten Rückstand.

Wir haben das Ding dann noch so gut es ging gedreht und sind bis auf Platz 3 in der Gesamtwertung vorgefahren, haben dazu noch drei Etappen gewonnen. Es war eine Riesenerfahrung – ganz speziell auch freitags die Königsetappe bei härtesten Bedingungen im Regen. Über fünf Stunden, glaube ich, wenn ich es noch richtig im Kopf habe. Das war vielleicht der härteste Tag meines Lebens auf dem Bike. Eigentlich hatte ich sogar einen ganz guten Tag, aber die Bedingungen waren extrem und die Dauer auch.

Am nächsten Tag dann auch zu erfahren, dass es trotzdem noch ging, war was Besonderes. Ich war echt ein bisschen unterkühlt an dem Tag im Ziel, komplett leer, mit leichtem Husten, und hatte echt schon Sorge, dass wir vielleicht kurz vor Schluss doch noch aufgeben müssen. Aber dann kam der nächste Tag und es ging halt trotzdem super weiter. Das war echt krass zu sehen, was der Körper zu leisten imstande ist.

# Das Cape Epic war für Luca eine komplett neue Erfahrung. In Südafrika lief es aber rund für den Schwaben. Platz 3 in der Gesamtwertung an der Seite von Sam Gaze. Top! – Foto: Thomas Weschta / Canyon

Nach dem Cape Epic habe ich dann zwei Wochen rausgenommen. Es war natürlich auch schwierig, sich davon zu regenerieren, aber schlussendlich hat es gut geklappt. Ich habe mich ab Woche 3 wieder sehr wohlgefühlt und konnte auch top Trainings absolvieren. Ich hatte vielleicht ein, zwei schwankende Leistungen, aber das gehört vielleicht auch dazu, wenn so ein ganz neuer Reiz wie das Cape Epic eben da ist. Darüber hinaus war es aber sehr gut.

Auf nach Südkorea!

Wir sind früh nach Südkorea gereist für den World Cup, den ich von vornherein jetzt aber nicht als großes Ziel gesehen habe. Für mich ist es ehrlicherweise immer ein bisschen schwierig, wenn so Rennen an Orten stattfinden, wo nicht so der Spirit rüberkommt. Das war irgendwie schon vorhersehbar. Ich weiß, dass der Mountainbike-Markt in Korea nicht allzu groß ist. Die Zuschauermengen, das hatte ich eben schon im Vorhinein gehört, werden sich sicher überschaubar halten. Dafür ist der Aufwand, dort hinzukommen, finanzieller Art, aber für mich auch einfach physischer Art mit 13 Stunden Flug, einfach enorm.

# Ab nach Südkorea! Luca war schon vor Reiseantritt etwas skeptisch, da der MTB-Sport in Südkorea schlichtweg nicht derart beliebt ist wie in Europa, Süd- oder Nordamerika. Am Ende war das Rennen sowohl für Luca persönlich als auch für die World Series grundsätzlich eher so mittel. – Foto: Thomas Weschta / Canyon

Es ist ziemlich krass, für ein Rennen um die halbe Welt zu fliegen. Ich bin sowieso kein allzu großer Fan davon, aber es ist nunmal ein World Cup – das bedeutet dann, dass es auch mal Rennen gibt, die nicht in Europa oder Nordamerika stattfinden. Klar: In Brasilien weiß auch jeder, dass der Aufwand riesengroß ist. Aber da ist die Wahrscheinlichkeit auf ein geiles Event ziemlich, ziemlich groß.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass das, was jetzt in Korea passiert ist, für mich das Beispiel dafür ist, dass man eben nicht dem sportlichen Geist folgt, sondern dem Geld.

Ich wollte Südkorea natürlich trotzdem eine Chance geben, aber schlussendlich wurde ich ziemlich bestätigt in meiner Annahme, dass das dort jetzt nicht so den Spirit hat, wie man das von coolen World Cups, beispielsweise Les Gets oder Lenzerheide, gewohnt ist. Und die Strecke war für mich wirklich von Anfang an komplett ein Rätsel. Wie man auf die Idee kommen kann, einen World Cup zu veranstalten, und dann irgendwie zwei, drei Wochen vorher beginnt, so eine Skipiste ein bisschen umzugraben und sagt ja, da gehts dann hoch … Das kann bei einem trockenen Rennen vielleicht trotzdem zu einem spannenden Rennen führen, wenn die Athleten ein dichtes Rennen machen. Aber selbst im Trockenen würde ich sagen, was das alles schon ein bisschen fragwürdig.

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Dann kam auch der Super-GAU

Dabei möchte ich natürlich betonen, dass bei allem Negativen, was ich darüber sage, die Leistungen von denjenigen, die da gut gefahren sind, trotzdem super, super gut sind. Und es soll auf gar keinen Fall eine Kritik an den Athleten sein, sondern viel eher am System, was halt irgendwie dem Geld, was wahrscheinlich irgendwo fließt, hinterherrennt, und sich nicht unbedingt den Athleten annimmt. Dann kam auch der Super-GAU, weil abzusehen war, dass es viel regnen wird am Sonntag.

Vorher aber noch kurz zum Short Track. Die Strecke war eigentlich ganz cool, muss man fast sagen. Leider war aber da erwartungsgemäß die größte Umstellung für mich nach der Cape Epic-Vorbereitung. Ich bin ehrlicherweise kein so gutes Rennen gefahren. Am Anfang bin ich etwas zu weit hinten gewesen, was bedeutet, dass ich viel von hinten gefahren bin, aber immer wieder den Anschluss zu denen ganz vorne nicht herstellen konnte. Ich hatte auch wirklich keinen so guten Tag erwischt, was mich offen gesagt überrascht hat, weil ich mich im Vorfeld ganz wohlgefühlt habe. Schlussendlich bin ich 24. geworden – kein Ergebnis, was ich mir erhofft habe, aber auch kein Ergebnis, was – hoffentlich – meine jetzige Form widerspiegelt.

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Gleichzeitig war mein Körper nicht ganz so top drauf an diesen drei, vier Tagen, mit was auch immer es zusammenhing. Jedenfalls war der Short Track kein idealer Tag, aber auch kein Desaster. 24. bei einem nicht allzu guten Rennen ist noch halbwegs verkraftbar, auch wenn es definitiv nicht mein Anspruch ist.

Wir bereiten uns eben auf ein Mountainbike-Rennen vor – und nicht auf ein Lauf-Rennen oder ein Cyclocross-Rennen.

Beim XCO-Rennen hat es geregnet und es gibt nicht so viel dazu zu sagen. Ich habe mich eigentlich am Start wohlgefühlt und bin von meiner 24. Startposition schnell in die Top 10 auf Platz 7, 8 und 9 in den ersten ein, zwei Runden. Ich habe aber schon gemerkt, dass ich auf den Laufpassagen definitiv nicht gut genug bin. Ich bin den ganzen Winter über vielleicht drei oder vier Mal gelaufen. Andere nutzen das hingegen als sehr, sehr regelmäßige Trainingseinheit. Die Defizite waren klar zu erkennen. Ich war etwas überrascht, denn ich war nicht nur schlecht, sondern die anderen waren teilweise auch wirklich gut.

# Naja, gibt nicht mehr so viel dazu zu sagen. Das Bild sagt fast alles über das Rennen aus. – Foto: Thomas Weschta / Canyon

Das passiert, wenn man nicht dem sportlichen Geist folgt

Obwohl wir mit Schwalbe einen super Reifen-Sponsor haben, ging es bei den Matschbedingungen nicht besonders gut. Ich habe dann auch noch, und das ist auch etwas typisch für mich, wenn’s eh schon nicht läuft, dann eher Fehler zu machen, als wenn es gut läuft und ich meistens auch sehr konzentriert bin … jedenfalls habe ich einen fetten Stein erwischt, der eigentlich schon im Training klar zu sehen war. Es war eine erstmalige Erfahrung für mich, einen Doppel-Platten zu holen – vorne und hinten hatte ich jeweils einen Durchschlag. Zu dem Zeitpunkt war ich noch so um Platz 20 positioniert, dann bin ich halt auf 35 zurückgefallen und konnte auch nach dem Wechsel keine Position mehr gutmachen.

Ich habe sogar noch was verloren und wurde 40. Das ist mein schlechtestes World Cup-Ergebnis seit vielen Jahren – oder überhaupt Ergebnis in irgendeinem Rennen. Das ist sehr, sehr bitter für mich, aber für den Moment mal wesentlich leichter zu verdauen als bei einem anderen Rennen, weil eben mehr gelaufen wurde als gefahren.

Das sollte meiner Meinung nach auch überhaupt nicht der Fall sein, egal wie die Bedingungen sind. Dass man mal abspringen muss, ist klar. Aber dass es so endet, ist eigentlich einfach nur ein Beweis oder ein Zeichen dafür, dass viel falsch gemacht worden ist. Auch jetzt an alle, die sagen, dass das dazugehört, sage ich, dass das auch nach dem Regelwerk nicht dazugehört. Es gibt von der UCI einen Paragrafen, der besagt, dass die Strecke in jeder Bedingung befahrbar sein soll. Und wir bereiten uns eben auf ein Mountainbike-Rennen vor – und nicht auf ein Lauf-Rennen oder ein Cyclocross-Rennen.

# Schieben, schieben und nochmal schieben. Das Rennen in Südkorea hatte wenig mit einem klassischen XC-Rennen gemein. Die Leistungen der Fahrerinnen und Fahrer waren dennoch beeindruckend und sicher gab es auch keine unverdienten Sigerinnen und Sieger. Trotzdem hoffen wir bei den nächsten Rennen wieder auf mehr klassische MTB-Action! – Foto: Thomas Weschta / Canyon

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass das, was jetzt in Korea passiert ist, für mich das Beispiel dafür ist, dass man eben nicht dem sportlichen Geist folgt, sondern dem Geld. Wobei da ja auch nur ganz wenige profitieren, denn für die Teams gibt es ja nicht mal mehr Geld. Im Gegenteil: Die Kosten sind für die meisten wesentlich höher, bei so einem World Cup anzutreten. Und ich glaube, dass sich zunehmend Athleten dafür entscheiden werden, einzelne World Cups wegzulassen, um sich auf die einfacheren oder prestigeträchtigeren World Cups vorzubereiten. Das sollte ja auch nicht im Sinn des Veranstalters sein.

Das finde ich bitter, ja, aber jetzt habe ich viel daran kritisiert. Ich hoffe, dass daraus gelernt wird, dass sowas nicht mehr vorkommt. Ich möchte aber trotzdem auch ganz bewusst eben diese Plattform nutzen, um zu sagen, dass das nicht der Weg ist, den ich mir vorstelle. Oder nicht das Ereignis, das ich mir vorstelle bei einem modernen Cross Country-Rennen. Ich denke, dass die Veranstalter und Warner Brothers Discovery in die Selbstkritik gehen sollten.

Die Saison beginnt jetzt so richtig

Jetzt geht’s für mich zwei Wochen zum Training nach Hause und dann kommt der große Europa-Block, auf den ich mich wirklich freue – und wo ich auch ganz stark hoffe, dass ich gut liefern kann. Das ist das, worauf das ganze Jahr hinarbeite. Wir haben auch aufs Cape Epic hingearbeitet, aber jetzt kommen die Rennen bis September, Anfang Oktober, die eben das ganze Jahr für mich bestimmen. Ich bin eigentlich ziemlich guter Dinge, aber es ist natürlich immer so, dass es auch ein Risiko gibt. Das Level steigt Jahr für Jahr. Und es ist nie sicher, wie gut man dann schlussendlich drauf ist.

# Luca hat Bock auf die europäischen Weltcups! Jetzt startet die Saison so richtig durch! – Foto: Thomas Weschta / Canyon

Die Rennen sind sehr hart umkämpft und ich hoffe, dass ich mein Gefühl aus dem Training halbwegs umsetzen kann. Ich weiß nicht, ob es mir gleich gelingt in Nove Mesto, aber in Leogang und in der Lenzerheide gibt es die nächsten Chancen!

Bis bald! Euer Luca

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