Trickbetrug am Telefon: Was Telefonbetrüger anrichten und wie man sich schützen kann
Mit perfiden Tricks bringen Betrüger vor allem Rentner um ihr Erspartes. Wie die Lage ist und was man tun kann, um solchen Fällen vorzubeugen.
Telefonbetrüger haben im vergangenen Jahr Menschen in Thüringen um viel Geld gebracht. Auf einen mittleren einstelligen Millionenbetrag bezifferte der neue Präsident des Landeskriminalamts, Dirk Löther, jüngst bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) die Schadenssumme für 2025.
"Die erschreckt schon allein", sagte Löther mit Blick auf die Zahl. Er betonte zudem, dass dahinter immer auch Einzelschicksale stünden: Oft seien die Betroffenen ältere Menschen, "denen auf perfide Art und Weise Geld entzogen wird". Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt laut Löther bei etwa 70 Jahren.
"Eine der hinterhältigsten Arten, zu betrügen"
Bei einer besonders verbreiteten Masche des Telefonbetrugs behaupten die Täter beim Anruf, dass ein enges Familienmitglied einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht habe und nur die Zahlung einer Kaution dieses vor einer Haft bewahren könne. In anderen Varianten geben sich die Anrufer als Polizisten aus, die Wertsachen der Angerufenen vor Diebstählen schützen wollen, oder auch als Bankmitarbeiter.
"Das ist eine der hinterhältigsten Arten und Weisen, Menschen zu betrügen", betonte auch Innenminister Georg Maier (SPD). Die Betroffenen würden um ihr angespartes Vermögen und somit oft ihre Alterssicherung gebracht.
Aus Scham keine Anzeige? Dunkelziffer vermutlich hoch
3.201 Fälle des Telefontrickbetrugs listet die Kriminalstatistik für das vergangene Jahr auf. "Ich bin auch überzeugt, dass es manche Dunkelziffer gibt in dem Bereich, dass das aus Scham gar nicht angezeigt wird", sagte Maier.
Entscheidend sei die Prävention: "Wenn am Telefon jemand Wertsachen fordert, dann ist das Betrug. Das müssen wir auch in die Köpfe der potenziellen Opfer hineinkriegen", betonte Löther. Auf einer Straßenbahn in Erfurt und auf Flyern informiere die Polizei über das Thema. Auch gezielte Infoveranstaltungen für ältere Menschen und deren Angehörigen gebe es.
Maßnahmen zum Schutz
Grundsätzlich rät das Bundeskriminalamt im Umgang mit solchen Anrufen zu folgenden Schritten und betont, dass die Polizei niemals telefonisch um die Aushändigung von Bargeldbeträgen oder Wertsachen bittet:
Am besten einfach auflegen, sich nicht in ein Gespräch verwickeln oder unter Druck setzen lassen.Keine Angaben zu persönlichen oder finanziellen Verhältnissen machen.Direkt die Angehörigen unter der bekannten Nummer anrufenNiemals Geld und Wertsachen an Unbekannte übergeben.Niemals Unbekannte ins Zuhause lassen.Im Falle eines Anrufs sollte dieser direkt bei der örtlich zuständigen Polizeidienststelle angezeigt werden.
