Nach Kritik: Donald Trump rechnet mit Giorgia Meloni ab | Papst Leo XIV
Lange galt Giorgia Meloni als einflussreiche Trump-Flüsterin. Nun rechnet der US-Präsident mit Italiens Regierungschefin gnadenlos ab. Angesichts fehlender Unterstützung Italiens im Iran-Krieg hat US-Präsident Donald Trump der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni fehlenden Mut vorgeworfen. "Ich dachte, sie hätte Mut, aber ich habe mich geirrt", sagte er in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera". Er sei "schockiert über sie". Die Rechtsaußenpolitikerin galt lange Zeit als eine der Politikerinnen, die einen guten Draht zu Trump hatten. Italien wie auch andere europäische Nato-Partner weigern sich, die USA im Krieg gegen den Iran zu unterstützen. Zudem wies sie Trumps Kritik an Papst Leo XIV. als inakzeptabel zurück. "Der Papst ist das Oberhaupt der katholischen Kirche, und es ist richtig und normal, dass er zum Frieden aufruft und jede Form von Krieg verurteilt", so Meloni. Überblick: Alle Entwicklungen im US-Newsblog Papst-Streit: Meloni stellt sich gegen Trump Das Verhältnis zwischen Trump und Meloni hatte sich schon zuvor abgekühlt. Der US-Präsident hatte die Nato-Partner dafür scharf kritisiert, die westliche Militärallianz als "Papiertiger" bezeichnet und gedroht, nach dem Ende des Krieges die Mitgliedschaft der USA in der Nato zu überdenken. Die Nato-Partner pochen darauf, dass der von den USA und Israel am 28. Februar begonnene Krieg keinen Bündnisfall darstelle, der ein Eingreifen in den Konflikt erforderlich mache. Meloni setzt Militärhilfe für Israel aus Unterdessen wurde bekannt, dass Italien sein Verteidigungsabkommen mit Israel ausgesetzt hat, das den Austausch von militärischer Ausrüstung sowie technologischer Erkenntnisse vorsieht. "Angesichts der aktuellen Lage hat die Regierung beschlossen, die automatische Verlängerung des Verteidigungsabkommens mit Israel auszusetzen", sagte Meloni am Rande einer Veranstaltung in Verona, wie die italienischen Nachrichtenagenturen Ansa und AGI berichteten. Aus einer diplomatischen Quelle hieß es: "Es wäre politisch schwierig gewesen, es weiterlaufen zu lassen." Das Abkommen, das 2006 von Israel gebilligt wurde, wird alle fünf Jahre überprüft. Es sieht unter anderem eine Zusammenarbeit in der Rüstungsindustrie, bei Ausbildung und Schulung von Militärpersonal, Forschung und Entwicklung sowie Informationstechnologie vor. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hatte die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon ihre Angriffe auf Israel wieder verstärkt. Israel flog daraufhin massive Luftangriffe auf Ziele im Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze. Die gegenseitigen Angriffe gingen auch nach der Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran am Mittwoch vergangener Woche weiter. Israel verstärkte seine Angriffe sogar.
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