Der sich abzeichnende Machtverlust von Viktor Orbán ruft überall politische Reaktionen hervor. In Deutschland ist die Erleichterung groß, der ehemalige US-Präsident Obama sieht das als wichtiges Zeichen. Nach dem Wahlsieg von Tisza in Ungarn kommen aus dem Rest der Welt Glückwünsche an den Vorsitzenden und Spitzenkandidaten Péter Magyar. Die Oppositionspartei hat nach Berechnungen der Wahlkommission bei den Abstimmungen am Sonntag eine Zweidrittelmehrheit im neuen Parlament erreicht. Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat den Wahlsieg der Tisza-Partei als wichtiges Ereignis für die Demokratie weltweit gewürdigt. "Der Sieg der Opposition in Ungarn gestern ist – wie auch die Wahl in Polen 2023 – ein Sieg für die Demokratie, nicht nur in Europa, sondern weltweit", schrieb der demokratische Politiker auf der Plattform X. Vor allem sei der Wahlsieg ein Beleg für die Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit der Menschen in Ungarn sowie "eine Mahnung an uns alle, uns weiterhin für Gerechtigkeit, Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit einzusetzen". Parlamentswahl in Ungarn: Die Ergebnisse Orbán-Bezwinger Magyar: Mit einem Interview begann sein kometenhafter Aufstieg Bundeskanzler Friedrich Merz gratulierte Magyar zum Sieg bei der Parlamentswahl in Ungarn und bot ihm eine enge Zusammenarbeit an. "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit für ein starkes, sicheres und vor allem geeintes Europa", schrieb Merz am Sonntagabend im Onlinedienst X. Reaktionen auf Magyar-Sieg bei der Ungarn-Wahl Auch Außenminister Johann Wadephul begrüßte den Sieg der Opposition und die Niederlage des bisherigen Ministerpräsidenten Viktor Orbán. "Die Menschen in Ungarn haben gewählt. Sie haben sich für den politischen Wandel entschieden", schrieb Wadephul auf X. "Ich hoffe, dass das Land jetzt wieder seine großen Chancen in und mit Europa nutzt." Wie wichtig den Menschen in dem EU-Staat ihre hart errungene Demokratie sei, zeige die beeindruckend hohe Wahlbeteiligung. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begrüßte den Sieg der Oppositionspartei bei den Parlamentswahlen in Ungarn. "Ungarn hat Europa gewählt", erklärte von der Leyen am Sonntagabend im Onlinedienst X. Das Land kehre "auf seinen europäischen Weg zurück". "Heute Abend schlägt das Herz Europas in Ungarn stärker", schrieb von der Leyen. "Die Union wird stärker." Der Chef des christdemokratischen Parteienbündnisses EVP im Europäischen Parlament, Manfred Weber , sagte mit Blick auf den Wahlerfolg Magyars: "Das ist ein klarer Sieg für die Demokratie in Ungarn und für Europa." Seine Botschaft an die Ungarn heute sei: "Willkommen zurück im Herzen Europas." Péter Magyar und die EVP hätten deutlich gezeigt, dass mit bürgerlicher, lösungsorientierter Politik Wahlen gegen rechtsaußen gewonnen werden können. Der Grünen-Europaabgeordnete Daniel Freund sagte, der sich abzeichnende Wahlerfolg Magyars sei das Ende von Orbáns "korruptem Mafiastaat". "Damit schicken die Ungarinnen und Ungarn ein Signal in die Welt, das die AfD , Le Pen und die Regierung im Weißen Haus mit Schrecken vernehmen werden", so Freund. Seit Jahren eiferten sie Orbán nach und hätten im Wahlkampf alles für ihn gegeben. "Dennoch ist die Ikone der illiberalen Europafeinde nun gescheitert – an der desaströsen Wirtschaft, der Korruption und an seinem eigenen unfairen Wahlsystem." EU-Ratspräsident António Costa schrieb auf X, die Rekordwahlbeteiligung zeige den demokratischen Geist des ungarischen Volkes. "Sie haben gesprochen – und ihr Wille ist klar." Er freue sich darauf, eng mit Magyar zusammenzuarbeiten, um Europa stärker und wohlhabender zu machen, so der Portugiese. Internationale Reaktion auf Magyars Sieg in Ungarn Großbritanniens Premierminister Keir Starmer sieht den Wahlsieg von Magyar als historisch für die Demokratie in Europa an. "Das ist ein historischer Moment, nicht nur für Ungarn, sondern für die europäische Demokratie", teilte Starmer in einem X-Beitrag mit. Er freue sich darauf, mit Magyar "für die Sicherheit und den Wohlstand unserer beiden Länder zu arbeiten". Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ruft nach der Parlamentswahl in Ungarn dazu auf, gemeinsam an einem souveräneren Europa zu arbeiten. Er habe Oppositionsführer Magyar angerufen, um ihm zu gratulieren, schrieb Macron auf X. Frankreich begrüße den Sieg der demokratischen Teilhabe. Macron schrieb auch von einem Sieg für Ungarn in Europa und dass das ungarische Volk an den Werten der Europäischen Union festhalte. Er ergänzte: "Lasst uns gemeinsam ein souveräneres Europa vorantreiben – für die Sicherheit unseres Kontinents, unsere Wettbewerbsfähigkeit und unsere Demokratie." Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot kommentierte: "Das ungarische Volk hat entschieden, einen Schlussstrich unter eine Macht zu ziehen, die sich zulasten der europäischen Souveränität in der Zerschlagung des Rechtsstaates und von Grundfreiheiten, Desinformation und Absprachen mit Russland verirrt hat."