Berliner BSW-Abgeordneter King gedenkt Opfern sowjetischer Piloten beim Absturz am Stößensee
Am Montag jährte sich der tragische Absturz des sowjetischen Kampfjets Jak-28P im äußersten Westen der Stadt zum 60. Mal. Die beiden Piloten Boris Kapustin und Juri Janow opferten ihr Leben, um die Leben der Berliner nicht zu gefährden. Sie verzichteten auf die eigene Rettung und steuerten das Flugzeug in den Stößensee, um einen Aufprall der defekten Maschine in ein Wohngebiet zu vermeiden.
Seit 1993 erinnert an der Stößenseebrücke eine Gedenktafel an den "selbstlosen Einsatz" von Kapustin und Janow. Dass der defekte Kampfjet in der dünnen Bucht zwischen Pichelswerder und Havelchaussee einschlug und nicht in einem Wohngebiet, glich angesichts der hohen Geschwindigkeit, mit der sich alles abspielte, einem Wunder. Wohl als einziger Berliner Politiker besuchte der BSW-Abgeordnete Alexander King am Montag den Ort des Absturzes.
Auf Facebook bezeichnete er den letzten Einsatz der Piloten als menschliche Tat und selbstloses Opfer. Damit sei der Vorfall ein bedeutendes Stück Berliner Geschichte. Trotzdem sei das Ereignis kaum im Bewusstsein der Berliner verankert, bemängelte er. Er erinnerte an die Fernsehansprache Willy Brandts an die Westberliner, der die Entscheidung der sowjetischen Piloten als Heldentat würdigte. Als Regierender Bürgermeister und SPD-Chef leitete Brandt damit die Anfänge der späteren Entspannungspolitik ein, so King. Im damaligen Kalten Krieg sieht King Parallelen zum heutigen Zustand:
"Deshalb ist dieses Gedenken gerade heute so wichtig. Das habe ich in meiner Ansprache auf der Stößenseebrücke betont und dazu aufgerufen, auch in Zeiten der politischen Spannung die zwischenmenschlichen Beziehungen aufrechtzuerhalten: keine Behinderung der Arbeit des Russischen Hauses, Wiederaufnahme der Direktflugverbindungen nach Russland, Wiederbelebung der Städtepartnerschaft mit Moskau, Schluss mit der Sanktionspolitik."
Das Kulturangebot des Russischen Hauses in Berlin kennt King aus erster Hand. Wenige Tage zuvor hatte er die feierliche Eröffnung der Ausstellung im dessen Foyer besucht, die über das Ereignis berichtet. Unter den Rednern, die zu den Versammelten sprachen, waren der Historiker Dr. Christian Hufen und der russische Botschafter Sergei Netschajew – RT DE berichtete.
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