Ein Soldat und seine Frau wollten gerade ihr gemeinsames Leben beginnen. Doch dann trennte Donald Trumps harte Abschiebepolitik das junge Glück. ICE-Agenten verhafteten die Frau eines Soldaten und brachten sie in ein Abschiebegefängnis, wie die "New York Times (NYT)" berichtete. Die frisch verheiratete Biochemie-Studentin Annie Ramos wollte sich mit ihrem Mann, Matthew Blank, an dessen Militärstützpunkt anmelden, als die junge Frau in Handschellen abgeführt wurde. Der junge Staff Sergeant der US-Armee (vergleichbar mit einem vierten Unteroffiziersrang der Bundeswehr) und seine Ehefrau kamen vergangene Woche auf seinem Stützpunkt in Louisiana an. Sie wollten dort ihr gemeinsames Leben als frisch verheiratetes Paar beginnen. Dafür meldete sich das Paar im Besucherzentrum an, um danach in das gemeinsame Haus auf dem Stützpunkt ziehen zu können. Doch dazu kam es nicht. Denn das Personal informierte Beamte der Einwanderungsbehörde ICE, die daraufhin die 22-Jährige festnahmen. Laut "NYT" ist sie eine undokumentierte Einwanderin aus Honduras, die als Kleinkind in die USA kam. Vorstrafen hat Ramos keine, sie steht kurz vor ihrem Universitätsabschluss, wie ihre Familie berichtete. Noch am selben Abend fand sie sich jedoch in einer Haftanstalt wieder, zusammen mit Hunderten anderen Frauen, denen im Zuge der verschärften Einwanderungspolitik der Trump-Regierung die Abschiebung droht. Newsblog zur US-Politik: Rennen in Kalifornien – Trump mischt sich ein Kampfjet im Iran abgestürzt: Das ist über die Rettungsaktion bekannt "Sie wurde mir einfach weggerissen" Sergeant Blank, der sich vor mehr als fünf Jahren verpflichtete, gehört zu einer Brigade auf dem Stützpunkt Fort Polk, die Ende des Monats mit der Vorbereitung auf einen Auslandseinsatz beginnen soll. "Unser Plan war, gemeinsam dorthin zu fahren, sie im Büro anzumelden, damit sie ihren Militärausweis bekommt und Anspruch auf Leistungen für Ehepartner erhält", sagte Blank der "NYT". Nach Ostern hätte seine Frau dann bei ihm einziehen sollen, so der 23-Jährige. "Stattdessen wurde sie mir einfach weggerissen." Wenn US-Staatsbürger undokumentierte Einwanderer heiraten, haben deren Ehepartner grundsätzlich Anspruch auf eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Drei Jahre nach Erhalt einer Greencard können sie zudem die Staatsbürgerschaft beantragen. Selbst Personen mit einer früheren Abschiebungsanordnung – oft aus der Kindheit – werden Experten zufolge in der Regel nicht inhaftiert und können ihren Aufenthaltsstatus anpassen. Noch vor der Hochzeit hatten Ramos und Blank einen Anwalt beauftragt, genau diesen Prozess einzuleiten. "Ich wusste, dass sie keinen Aufenthaltsstatus hat", sagte der Sergeant der "NYT": "Wir haben alles richtig gemacht." ICE-Vorgehen schadet dem eigenen Militär Gegen Ramos war bereits 2005 eine Abschiebungsanordnung erlassen worden – in Abwesenheit, als sie 22 Monate alt war. Ihre Familie war damals nicht zu einem Gerichtstermin erschienen – ein Umstand, der, wie die Juristin Margaret Stock der "NYT" erklärte, häufig vorkam. "Vor der Einführung der massiven Abschiebepolitik unter der Trump-Regierung wäre jemand wie sie nicht festgenommen worden", sagte Stock, ehemalige Oberstleutnant der Reserve und Expertin für Militär- und Einwanderungsrecht. Sie habe zahlreiche ähnliche Fälle betreut. "Es ist fundamental schädlich für die nationale Sicherheit, so mit Militärangehörigen umzugehen – insbesondere in Zeiten eines Krieges", sagte sie. "Das ist eine massive Belastung für diesen Soldaten. Er kann sich nicht auf seinen Dienst konzentrieren." Die US-Armee äußerte sich zunächst nicht. Das US-Heimatschutzministerium, das für die ICE-Abschiebungen verantwortlich ist, erklärte hingegen, Ramos sei festgenommen worden, nachdem sie versucht habe, einen Militärstützpunkt zu betreten. "Sie verfügt über keinen legalen Aufenthaltsstatus, und gegen sie liegt eine rechtskräftige Abschiebungsanordnung vor", heißt es in der Stellungnahme.