Autokäufer zahlen häufig den Listenpreis – obwohl das nicht nötig wäre. Ein Test des ADAC zeigt, wie oft Händler beim Preis nachgeben. Ein neues Auto ist für viele Menschen eine große Anschaffung. Selbst Kleinwagen kosten inzwischen oft mehr als 25.000 Euro – zumindest laut Listenpreis. Doch wer diesen Preis einfach akzeptiert, zahlt häufig mehr als nötig. Eine Untersuchung des ADAC zeigt, dass Autohändler in den meisten Fällen bereit sind, beim Preis nachzugeben. In fast 90 Prozent der Verkaufsgespräche erhielten die Testkäufer ohne besondere Verhandlungstricks einen Rabatt. Preisverhandlungen: So holen Sie beim Autokauf den besten Preis raus Untersucht wurden dabei 14 Modelle – vom Kleinwagen bis zum Elektro-SUV. Darunter waren Verbrenner wie der Dacia Duster, der VW Golf Variant und das Mercedes C220d T-Modell sowie Elektroautos wie der BMW iX1, der Opel Corsa-e und der Skoda Elroq. Viele Händler bieten Nachlass von selbst an Für die Studie konfigurierten die Tester diese Fahrzeuge zunächst online und gingen anschließend mit den Angeboten zu Autohändlern in ganz Deutschland. Dort versuchten sie, den Preis zu verhandeln. Die aktuelle Förderung für Elektroautos blieb bewusst unberücksichtigt, um die Rabattbereitschaft von Herstellern und Händlern besser vergleichen zu können. Die Ergebnisse zeigen: In vielen Fällen kommt der Rabatt schon von selbst. In mehr als drei Vierteln der Verkaufsgespräche enthielt bereits das erste Angebot des Händlers einen Preisnachlass. Weitere zwölf Prozent der Verkäufer gewährten einen Rabatt zumindest auf Nachfrage. Wie hoch dieser ausfällt, hängt stark vom Hersteller und vom Modell ab. Beim Elektro-Kleinstwagen Leapmotor T03 lag der durchschnittliche Nachlass bei nur 243 Euro. Deutlich größer fiel er bei höherpreisigen Fahrzeugen aus: Beim BMW iX1 reduzierte sich der Preis im Schnitt um mehr als 11.000 Euro. Ein Grund für diese Unterschiede sind die jeweiligen Fahrzeugklassen und damit auch die Spielräume für Händler und Hersteller. Während günstige Modelle nur geringe Margen bieten, lassen sich bei teureren, umfangreich ausgestatteten Fahrzeugen größere Nachlässe realisieren. Weitere Verhandlungen können helfen Auffällig ist auch: Einige Hersteller locken bereits online mit Rabatten. Mercedes-Benz wies im Konfigurator einen Preisnachlass von rund 5.000 Euro aus, bei BYD waren es sogar mehr als 15.000 Euro. Diese Angebote bestätigten die Händler vor Ort durchgängig. Wer weiter verhandelt, kann den Preis in manchen Fällen noch etwas drücken – allerdings sind die Spielräume begrenzt. Auf eine zweite Nachfrage nach einem Rabatt gingen nur noch 13 Prozent der Verkäufer ein. Die zusätzlichen Nachlässe fielen dabei meist geringer aus. Beim BMW etwa sank der Preis im Schnitt noch einmal um mehr als 700 Euro. In einzelnen Fällen zeigte sich aber auch erst auf Nachfrage Bewegung: Bei einem Renault-Händler erhielten die Testkäufer erst beim zweiten Versuch überhaupt einen Rabatt. Bei einer dritten Nachfrage war die Grenze in den meisten Gesprächen erreicht. Nur noch sechs Prozent der Verkäufer ließen sich auf einen weiteren Nachlass ein, und dieser fiel in der Regel deutlich kleiner aus. Vereinzelt waren jedoch auch hier noch größere Preisreduzierungen von mehr als 1.000 Euro möglich. Vergleich zwischen Händlern kann sich lohnen Für Autokäufer kann sich auch der Vergleich zwischen verschiedenen Händlern lohnen. Selbst bei derselben Marke unterscheiden sich die angebotenen Nachlässe teils deutlich. Bei Toyota lag die Differenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Rabatt bei mehr als 21 Prozentpunkten. Deutlich geringer fielen diese Unterschiede bei anderen Herstellern aus. Bei Mercedes blieb es in den Gesprächen konsequent bei dem bereits online gewährten Nachlass. Auch bei BYD und Renault bewegten sich die Rabatte je nach Händler nur in einem vergleichsweise engen Rahmen.
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