2. Bundesliga: Innenminister droht nach Dresden-Krawall mit Konsequenzen
Nach den Krawallen in Dresden stellt Sachsens Innenminister Schuster den Verhandlungsweg mit DFB und DFL in Frage. Was er fordert – und was auf die Vereine zukommen könnte. Sachsens Innenminister Armin Schuster hat den Druck auf den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) nach den Fanausschreitungen beim Zweitliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC (0:1) am Samstagabend deutlich erhöht. Nach schweren Ausschreitungen wurde die Partie für rund 20 Minuten unterbrochen. Schuster sagte auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes (SID): "Nach diesem erneuten Skandalspiel kann es für die weiteren Verhandlungen oder Gespräche kein Pardon mehr geben, meine Geduld hat endgültig ein Ende." Die Ereignisse stünden "symbolisch für die Gewaltfolklore in deutschen Fußballstadien und stellen den gesamten bisherigen Verhandlungsweg mit DFB und DFL infrage". Anhänger beider Klubs hatten Absperrungen überwunden. Im Innenraum kam es zu Auseinandersetzungen mit Pyrotechnik und Raketen. Die Dresdner Polizei leitete mehr als ein Dutzend Ermittlungsverfahren ein – wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung. Innenminister setzten Verbände unter Druck Außerdem kündigte der CDU-Politiker an, sich die Ergebnisse einer "präzisen Aufarbeitung dieses Spiels" persönlich vorlegen zu lassen. Den Charakter der nächsten Innenministerkonferenz knüpfte er daran, "wie drakonisch die Konsequenzen sind, die auf diese Krawallexzesse gezogen werden. DFB, DFL und die Vereine können nur noch mit Wirkung überzeugen". Bereits Mitte März hatten Schuster und sein nordrhein-westfälischer Amtskollege Herbert Reul die Verbände öffentlich unter Druck gesetzt. DFB und DFL hatten aus Sicht der Innenminister einen auf der Dezember-Konferenz ausgehandelten Kompromiss zur Stadionverbotsordnung nicht umgesetzt. Beide schlossen nicht aus, dass Klubs künftig für Polizeikosten bei Hochrisikospielen aufkommen müssen – potenziell in Millionenhöhe. Das Bundesverfassungsgericht hatte im Januar des vergangenen Jahres entschieden, dass die Länder den Klubs entsprechende Gebühren in Rechnung stellen dürfen. Die nächste Innenministerkonferenz findet Mitte Juni statt.
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