Trump kündigt eine Rede an, die das Nato-Bündnis erschüttern könnte. Ein möglicher US-Austritt steht im Raum. US-Präsident Donald Trump hat einen möglichen Austritt der USA aus der Nato angekündigt. Er werde in einer für den Abend (Ortszeit) geplanten Rede an die Nation erklären, dass er einen Austritt der USA aus dem Verteidigungsbündnis Nato erwäge. Der US-Präsident könnte einen Austritt allerdings nicht alleine beschließen – er braucht dazu eine Mehrheit im Kongress. Zudem kündigte Trump einen baldigen Abzug aus dem Iran-Krieg in Aussicht gestellt. Die USA würden "ziemlich schnell aus dem Iran abziehen", sagt Trump in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Man könne aber für "gezielte Schläge" zurückkehren, falls dies nötig sei. Die Rede wird von allen US-Nachrichtensendern übertragen und ist für 21 Uhr Ortszeit geplant. US-Politik: Alle Entwicklungen im Newsblog Geheimes Doppelleben? Vorwürfe gegen den Mann von Ex-Ministerin Kristi Noem Zuvor hatte Trump dem britischen "Telegraph" gesagt, er denke ernsthaft darüber nach, die Vereinigten Staaten aus dem Verteidigungsbündnis abzuziehen. Später sagte er, ein Austritt sei "nicht mehr zu verhandeln". Trump habe sich nie von der Nato beeinflussen lassen. "Ich wusste immer, dass sie ein Papiertiger sind, und Putin weiß das übrigens auch." Rubio stimmt Trump zu Auch US-Außenminister Marco Rubio hat für die Zeit nach dem Iran-Krieg eine Veränderung des Verhältnisses der USA zur Nato angedeutet. "Es besteht leider kein Zweifel daran, dass wir, nachdem dieser Konflikt beendet ist, diese Beziehung neu bewerten müssen", sagte Rubio am Dienstag (Ortszeit) in einem Interview mit dem US-Sender Fox News. Dabei müsse der "Wert der Nato" betrachtet werden. Rubio fügte hinzu, eine Entscheidung in dieser Frage liege "letztlich" bei US-Präsident Donald Trump. Er selbst sei während seiner Zeit im US-Senat "einer der stärksten Verteidiger der Nato" gewesen, weil er "großen Nutzen in ihr gesehen" habe, sagte der US-Außenminister. Ein Großteil dieses Nutzens habe darin bestanden, in Europa Armeestützpunkte zu haben, die es der US-Armee ermöglichten, "Macht in verschiedenen Teilen der Welt auszuüben". Wenn nun ein Zeitpunkt gekommen sei, an dem die US-Armee diese Stützpunkte nicht mehr nutzen könne, "dann ist die Nato eine Einbahnstraße", fügte Rubio hinzu. Washington habe seine Verbündeten zwar nicht darum gebeten, Luftangriffe im Rahmen des Krieges gegen den Iran auszuführen, sagte Rubio. "Aber wenn wir sie brauchen, damit sie uns die Nutzung ihrer Armeestützpunkte erlauben, und ihre Antwort lautet 'Nein'? Warum sind wir dann in der Nato?", fügte er hinzu. Diese Frage müsse gestellt werden.