US-Journalistin in Bagdad entführt: Verdacht fällt auf pro-iranische Miliz
In der irakischen Hauptstadt ist eine amerikanische Reporterin verschleppt worden. Dahinter könnte eine pro-iranische Gruppe stecken. Im Irak ist eine US-amerikanische Journalistin in Bagdad entführt worden. Das teilte das Innenministerium laut staatlicher Nachrichtenagentur INA mit. Die Reporterin sei am Dienstagabend von Unbekannten verschleppt worden. Nach Informationen mehrerer Medien handelt es sich um die freie Journalistin Shelly Kittleson. Sie berichtet seit Jahren aus Krisengebieten wie Afghanistan , Syrien und dem Irak und hielt sich zuletzt für Recherchen in Bagdad auf. Die Entführung ereignete sich in der Nähe eines Hotels im Zentrum der Hauptstadt. Demnach hätten mehrere Männer die Journalistin abgefangen und in ein Fahrzeug gezwungen. Newsblog : Alle aktuellen Nachrichten zum Krieg in Nahost Krieg in Nahost : US-Präsident Trump ändert wohl erneut seine Kriegsziele Bei Fahndungsmaßnahmen hätten Sicherheitskräfte ein Fluchtfahrzeug der mutmaßlichen Täter abgefangen, teilte das Innenministerium mit. Das Fahrzeug sei bei der Verfolgung durch Sicherheitskräfte von der Straße abgekommen und habe sich überschlagen. Ein Verdächtiger sei festgenommen worden. Kittleson befand sich jedoch nicht in dem Wagen. Hinweise auf Milizen – Hintergründe unklar Die Suche konzentriert sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen auf den Osten Bagdads. Einsatzkräfte verfolgen demnach weitere Fahrzeuge, in denen sich die Entführer und möglicherweise auch die Journalistin befinden könnten. Kontrollpunkte wurden verstärkt. Bislang hat sich keine Gruppe zu der Tat bekannt. In Sicherheitskreisen richtet sich der Verdacht jedoch auf die pro-iranische Miliz Kataib Hisbollah. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht. Die Gruppe gehört zu den mächtigsten schiitischen Milizen im Irak und unterhält enge Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden. Die USA stufen Kataib Hisbollah als Terrororganisation ein. Die Miliz war in den vergangenen Jahren wiederholt in Angriffe auf US-Ziele im Irak verwickelt und gilt als Teil der sogenannten "Achse des Widerstands" im Nahen Osten. Kittleson hielt sich nach Medienberichten im Irak auf, um über die Auswirkungen des Konflikts mit dem Iran zu berichten. Aus US-Regierungskreisen hieß es, man habe sie zuvor vor der Reise gewarnt. Das US-Außenministerium ist über den Fall informiert und arbeitet nach Angaben aus Regierungskreisen mit den irakischen Behörden zusammen, um die Freilassung der Journalistin zu erreichen.
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