Rohstoff-Preise steigen: So gut sagen Öl und Gas die Inflation voraus
Die Rohstoffpreise steigen – und die Inflation folgt oft mit Verzögerung. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, was jetzt auf Verbraucher zukommen könnte. Der Iran-Krieg treibt die Preise für Öl und Gas auf dem Weltmarkt nach oben . Das spüren Verbraucherinnen und Verbraucher bereits heute. Heizöl und Kraftstoffe sind deutlich teurer geworden. Beim Strom- und Gasbezug dürfte der Preisschub jedoch erst verzögert ankommen, erklärt Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust. Auch Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen deshalb mit wieder steigender Inflation . Bleiben die Energiepreise auf dem aktuellen Niveau, dürfte die Teuerung in den kommenden Monaten nicht sinken – im Gegenteil. Doch wie stark kann die Inflation überhaupt noch steigen? Eine exakte Antwort gibt es nicht. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt aber: Rohstoffpreise gelten als wichtiger Frühindikator für die Inflation und liefern zumindest eine Richtung. Rohstoffpreise wirken mit Verzögerung Pascal Kielkopf, Kapitalmarktstratege von HQ Trust, hat dafür Daten aus mehr als 60 Jahren ausgewertet. Er vergleicht die Entwicklung des Bloomberg Commodity Index, eines wichtigen Rohstoffindex, mit der US-Inflation (Verbraucherpreise laut Bureau of Labor Statistics). Das zentrale Ergebnis: Rohstoffpreise laufen der Inflation im Schnitt um rund fünf Monate voraus. War's das jetzt? Goldpreis schmiert ab – das sind die Gründe Krisen, Kriege, Unsicherheit: Haben geopolitische Krisen wirklich kurze Beine? "Der zeitliche Vorlauf ist ökonomisch plausibel", erklärt Kielkopf. "Steigende Rohstoffpreise erhöhen zunächst die Kosten der Unternehmen. Diese geben sie erst mit Verzögerung entlang der Wertschöpfungskette an Verbraucher weiter." Das Muster zeigt sich immer wieder: In den vergangenen Jahrzehnten bewegten sich Rohstoffpreise und Inflation meist in die gleiche Richtung. Besonders deutlich war das in den Hochinflationsphasen der 1970er- und 1980er-Jahre sowie beim Inflationsschub 2022. Warum Prognosen trotzdem unsicher bleiben Trotz dieses Zusammenhangs lässt sich die Höhe der Inflation kaum zuverlässig vorhersagen. Zwar zeigt die Analyse: Höhere Rohstoffpreise führen im Schnitt zu höherer Inflation. Doch die Bandbreite ist enorm. "Extreme Rohstoffpreisbewegungen gehen tendenziell mit klareren Inflationsreaktionen einher", erklärt Kielkopf. Im moderaten Bereich sei die Unsicherheit hingegen jedoch deutlich größer. Aus den aktuellen Daten ergibt sich im Durchschnitt eine Inflationsrate von etwa fünf Prozent. Doch die Spanne reicht von null bis 14 Prozent. "Diese Bandbreite ist schlicht zu groß für verlässliche Prognosen", so Kielkopf. Selbst gegenteilige Entwicklungen sind möglich: 1983 etwa signalisierten steigende Rohstoffpreise eine höhere Inflation – tatsächlich sank sie. Warum die Folgen bald direkt spürbar werden Unabhängig von Prognosen zeigt sich schon jetzt: Der Iran-Krieg verteuert Energie – und das hat direkte Folgen für Verbraucherinnen und Verbraucher. Steigende Energiepreise wirken wie ein Ketteneffekt durch die Wirtschaft. Unternehmen zahlen mehr für Öl, Gas und Strom und geben diese höheren Kosten weiter. Ökonomen sprechen hier von Zweitrundeneffekten, also indirekten Preissteigerungen, die nachgelagert entstehen. Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes könnte die Inflation in Deutschland dadurch wieder in Richtung drei Prozent steigen. Kielkopf ordnet jedoch ein: "Selbst wenn die Inflation in den kommenden Monaten erneut ansteigen könnte, dürfte die Dynamik deutlich unter den ausgeprägten Inflationsphasen der 1970er/80er-Jahre oder dem Schub von 2022 bleiben."
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