Uli Hoeneß nimmt kein Blatt vor den Mund – egal, bei welchem Thema. In einem Interview äußert er sich nun zur Dauerkrise im Land und stellt eine Forderung auf. Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat sich für mehr Optimismus in Deutschland ausgesprochen. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage und allgemeinen Krisenstimmung sagte der 74-Jährige im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ): "Ich bin sehr viel optimistischer für Deutschland als die meisten. Ich bin auch der Meinung, wir stehen vor einem guten Jahr." Dafür notwendig sei aber eine gute Zusammenarbeit der Regierung. Dafür nimmt Hoeneß besonders die SPD in die Pflicht: "Die Linken in der SPD müssen endlich begreifen, wenn sie sich nicht hier einbringen in die demokratische Mitte, die wir dringend brauchen in diesem Land, dann gehen sie genauso unter wie die FDP . Dann gibt es die SPD irgendwann nicht mehr", sagte Hoeneß. Der CDU bleibe dann keine andere Wahl als eine Koalition mit der AfD , "und das wäre ja die größte Katastrophe", sagte er. "Ärmel hochkrempeln und arbeiten" Seine Meinung über die Stimmung im Land: "In Deutschland wird viel zu schlecht gesprochen." Gerade was die Wirtschaft und die Automobilindustrie angehe, seien viele Unternehmen viel besser aufgestellt als man annehme. Das Hauptproblem sieht er in der Einstellung der Menschen: "Es muss diese Einstellung jetzt wieder kommen: Ärmel hochkrempeln und arbeiten. Wir brauchen weniger Menschen, die eine Dreitagewoche wollen, sondern Leute, die mehr arbeiten." Dass er mit dieser Meinung durchaus anecken könnte, interessiert Hoeneß wenig: "Ich lasse mir von niemandem auf der Welt etwas gefallen. Ich bin einer, der den Mut hat, Dinge anzusprechen, die er denkt. Und damit bin ich sehr, sehr weit gekommen." Er selbst habe für den FC Bayern sehr viel gearbeitet, dabei aber auch immer Spaß gehabt. Seiner Meinung nach kann "ein Autobauer, der ein tolles Auto montiert, oder ein Metzger, der eine gute Wurst macht", genauso viel Spaß bei der Arbeit haben.