TÜV Süd: Konzern will bis 2030 rund 5.000 Stellen schaffen
Mehr Umsatz, mehr Mitarbeiter, mehr Auslandsgeschäft: TÜV Süd stellt unter seinem neuen Chef die Weichen für deutliches Wachstum bis 2030. Der neue Vorstandschef des Prüfkonzerns TÜV Süd hat sich Wachstum auf die Fahnen geschrieben. Trotz des verstärkten Einsatzes von Künstlicher Intelligenz (KI) solle die Mitarbeiterzahl von rund 30.000 bis 2030 um rund 5000 steigen, sagte Patrick Vollmer am Montag in München . Mehr als die Hälfte des Zuwachses werde im Ausland stattfinden, etwa in China und in den USA , wo das Unternehmen stärker wächst als in Deutschland. Letzte deutsche Produktionsstätte: Zigarettenwerk schließt - 600 Jobs fallen weg Nach Trumps Ankündigung: Ölpreis sinkt drastisch Die Umsätze im In- und Ausland halten sich in etwa die Waage. Im vergangenen Jahr steigerte der TÜV Süd den Umsatz auf 3,7 (2024: 3,43) Milliarden Euro. 30 Prozent davon macht das Geschäft mit den vorgeschriebenen Hauptuntersuchungen für Pkw aus. "Dieses oder nächstes Jahr schielen wir in Richtung vier Milliarden", sagte Vollmer, der Anfang Februar vom Beratungskonzern Accenture gekommen war. Er ist der erste TÜV-Süd-Chef in 160 Jahren, der kein Ingenieurs-Studium absolviert hat. TÜV Süd plant Übernahmen In den nächsten Jahren wolle der TÜV Süd jährlich um fünf bis sieben Prozent wachsen, mit Übernahmen könne das Wachstum noch beschleunigt werden, sagte Vollmer. "Das ist auf jeden Fall Teil der Agenda. Das ist aber kein Selbstzweck." Dabei denkt er offenbar eher an kleinere Zukäufe. Er habe zwar die Erwartung, dass sich der Markt für Produktprüfungen und Inspektionen konsolidieren werde. Größe sei schließlich mitentscheidend. Mit den anderen drei selbstständigen deutschen TÜV-Organisationen TÜV Rheinland, TÜV Nord und TÜV Thüringen gebe es aber ebenso keine Gespräche wie mit dem Rivalen Dekra. "Vorstellbar ist natürlich vieles", fügte er hinzu. Vollmer will den TÜV Süd agiler machen. Prüfungen könnten stärker automatisiert werden. Aufzüge etwa könnten in Zukunft möglicherweise geprüft werden, ohne dass ein Mitarbeiter vor Ort sein müsse. "Die Technik schreitet schneller voran, als wir mit der Regulierung hinterher kommen." Wachstumspotenziale sieht der TÜV-Chef auch in der Beratung von Unternehmen vor den Prüfungen. Beratung und Prüfung müssten aber - ähnlich wie bei Wirtschaftsprüfern – streng voneinander getrennt werden, räumte er ein.
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