Markus Söder warnt den DFB vor politischen Debatten bei der WM – und zieht Parallelen zum Turnier in Katar. Für Bundestrainer Nagelsmann hat er konkrete Tipps. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat den Deutschen Fußball-Bund davor gewarnt, sich bei der Weltmeisterschaft im Sommer in den USA, Kanada und Mexiko in weltpolitische Debatten einzuschalten. Torwartdebatte beim DFB : Weltmeister legt sich auf deutsche Nummer eins fest "Mannschaft, die mit allen mitreden kann": Klinsmann erklärt DFB-Team zu WM-Favorit "Mein Rat: so wenig Politik wie möglich. Wir haben das jetzt einmal in Katar erfolglos gemacht. Nicht zweimal bitte", sagte Söder am Montagabend am Rande der Kinopremiere der Dokumentation "Ein Sommer in Italien – WM 1990" in München zu t-online. "Ansonsten wird es schon ein bisschen kompliziert, weil es über drei Länder ist. Das sind alles drei riesige Länder, Mexiko, USA und Kanada", sagte Söder. "Insofern: die Wege, die Klimaunterschiede – ob das so eine tolle Idee war, das dorthin zu vergeben? Aber das ist egal. Das jetzt entschieden." Und weiter: "Und ich wünsche sehr, dass die Mannschaft diesmal frei aufspielen kann und nicht wieder 1.000 politische Ratschläge aus Deutschland bekommt." Söder gibt Nagelsmann Nominierungstipps Auch aus sportlicher Sicht hat der bayerische Ministerpräsident klare Vorstellungen und Erwartungen an die deutsche Nationalmannschaft bei der WM. Söder gab Bundestrainer Julian Nagelsmann im Gespräch mit t-online sogar konkrete Tipps für die Nominierung seines WM-Kaders. "Meine Empfehlung ist, so viel FC Bayern wie möglich, weil die sind eingespielt und sind die beste Mannschaft in Deutschland", sagte Söder. "Es ist, glaube ich, ein Fehler, nicht viel FC Bayern zu nehmen. Deutschland war immer am besten, wenn es Blöcke gab." Was die möglichen Titelchancen der deutschen Mannschaft bei der WM angeht, gab sich der 59-Jährige zurückhaltend. "Die Vorrunde überstehen wäre schon ein großer Fortschritt nach den letzten Malen", sagte Söder. "Wenn die Vorrunde überstanden wird, wer weiß, wie es dann wird. Aber keine Gegner unterschätzen." Er erinnerte anlässlich der Premiere des Films zum WM-Titel 1990 an das Auftaktspiel, das "prägend für die ganze WM" gewesen sei. "So soll es auch diesmal sein. Hoffentlich klappt es." Das DFB-Team startet am 14. Juni um 16 Uhr mit dem Spiel gegen Curaçao in das Turnier. "Lothar Matthäus war immer der absolute Fußballgott für uns" Als er auf dem roten Teppich gemeinsam mit den Weltmeistern von damals für ein gemeinsames Foto posierte, betonte er mehrmals, was für eine große Ehre das für ihn sei. Klaus Augenthaler warf ihm einen Ball zu, den er zu dem ehemaligen Bayern-Kapitän zurück köpfte. "Vor allem natürlich auch die Rolle von Lothar Matthäus bei einer Weltmeisterschaft ist mir als Franke besonders in Erinnerung", sagte Söder über den Kapitän der Nationalmannschaft bei der WM 1990. "Lothar Matthäus war immer der absolute Fußballgott für uns in meiner Generation. Natürlich, weil ich aus Nürnberg bin, als Franke, aber auch von der ganzen Spielweise, von der Durchsetzungsfähigkeit. Ein ganz großartiger Sportsmann", lobte Söder. Den Finaltriumph vor 36 Jahren hat er ebenfalls noch in bester Erinnerung. "Ich war daheim und habe es mit meiner damaligen Freundin geschaut, die hat sich für Fußball nicht so interessiert, aber ich war völlig aus dem Häuschen", sagte er. "Und ich weiß, danach sind wir in der Nürnberger Innenstadt gefahren und haben Autokorso gemacht."