Krankenkassen: Mehr Rentner und Teilzeit lassen Beiträge steigen
Die Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen bleibt angespannt. Eine Studie zeigt, welche Entwicklungen die Beiträge künftig weiter erhöhen könnten. Kurz vor neuen Reformvorschlägen für die gesetzliche Krankenversicherung zeichnet eine Studie ein schwieriges Bild der künftigen Finanzlage . Laut der Analyse des Beratungsinstituts IGES im Auftrag des Verbands der Ersatzkassen (vdek) könnten der demografische Wandel und zunehmende Teilzeitarbeit die Beitragssätze in den kommenden Jahren zusätzlich steigen lassen. Demnach könnte allein die Entwicklung der Altersstruktur dazu führen, dass die Beitragssätze zur gesetzlichen Krankenversicherung langfristig steigen. Hintergrund ist vor allem die wachsende Zahl von Rentnern . Mehr Rentner belasten die Krankenkassen Nach Berechnungen der Studienautoren könnte die Zahl der gesetzlich versicherten Rentner bis zum Jahr 2035 auf mehr als 20 Millionen steigen. Für die Krankenkassen würde dies zusätzliche Belastungen von etwa 0,2 Beitragssatzpunkten bedeuten. Das entspricht rund vier Milliarden Euro an zusätzlichen Kosten. Rentner zahlen zwar ebenfalls Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung , allerdings in der Regel auf niedrigere Einkommen als Erwerbstätige. Teilzeittrend könnte Beitragssatz zusätzlich erhöhen Ein weiterer Faktor ist die zunehmende Verbreitung von Teilzeitarbeit . Setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort, könnte die Teilzeitquote bis 2035 auf etwa 40 Prozent steigen, so die Analyse. Auch das würde die Einnahmebasis der gesetzlichen Krankenkassen schwächen. Die Studie geht davon aus, dass dadurch zusätzliche Belastungen von ebenfalls rund 0,2 Beitragssatzpunkten entstehen könnten. Zusammengenommen könnten beide Entwicklungen also zu einem Anstieg des durchschnittlichen Beitragssatzes um etwa 0,4 Prozentpunkte führen. Interview: DAK-Chef Storm über die Zukunft der Krankenkassen Studie nennt auch mögliche Entlastungsfaktoren Die Analyse zeigt allerdings auch mögliche Gegenmaßnahmen auf, die die Einnahmesituation der gesetzlichen Krankenkassen verbessern könnten. Dazu zählen unter anderem: eine höhere Erwerbsbeteiligung älterer Menschen , eine stärkere Integration von Familienversicherten in den Arbeitsmarkt sowie eine Ausweitung von Teilzeit- auf Vollzeitbeschäftigung in bestimmten Gruppen. Ausgaben steigen schneller als Einnahmen Schon heute steht das System unter Druck. Nach Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums stiegen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2025 um rund 7,9 Prozent . Treiber seien mit plus 9,6 Prozent die Klinikbehandlungen gewesen. Die Ausgaben für Arzneimittel stiegen um 5,9 Prozent und die für Behandlungen in den Praxen um 7,6 Prozent. Im Jahr 2025 standen Einnahmen aus den allgemeinen Beiträgen von 335,9 Milliarden Euro Ausgaben in Höhe von 352,4 Milliarden Euro gegenüber. Die Lücke schließen die Kassen durch ihre Zusatzbeiträge und Rücklagen. Ministerin Nina Warken (CDU) sprach von einer weiterhin schwierigen Lage. "Seit 2024 steigen die Ausgaben wesentlich stärker als die Einnahmen, auch in diesem Jahr." Zum 1. Januar 2026 hatten 43 Krankenkassen ihre Beitragssätze erhöht. Bei 47 Kassen blieb der Zusatzbeitrag stabil, zwei Kassen senkten ihn. Schon Anfang 2025 hatten zahlreiche Krankenversicherungen ihren Zusatzbeitrag angehoben. Kommission gibt in Kürze Empfehlungen ab Die eingesetzte Reformkommission soll deshalb schon bald konkrete Vorschläge vorlegen. Dabei arbeitet sie in zwei Etappen: Bis Ende März soll zunächst ein Bericht mit kurzfristig wirksamen Maßnahmen erscheinen. Darin will die Kommission zentrale Kostentreiber im Gesundheitssystem benennen und prüfen, wo sich Ausgaben begrenzen oder Einnahmen stabilisieren lassen. Ziel ist es, einen weiteren Anstieg der Krankenkassenbeiträge im Jahr 2027 möglichst zu verhindern. Ein zweiter Bericht soll bis Dezember 2026 folgen. Darin soll es um grundlegendere Reformen gehen, mit denen die gesetzliche Krankenversicherung langfristig finanziell stabilisiert werden kann. Zusammen mit den ebenfalls erwarteten Reformvorschlägen für das Rentensystem dürfte also bald der im vergangenen Jahr größtenteils ausgefallene "Herbst der Reformen" nachgeholt werden.
Экология в России и мире
Путин в России и мире
Лукашенко в Беларуси и мире
123ru.net —
международная интерактивная информационная сеть (ежеминутные новости с ежедневным интелектуальным архивом). Только у нас — все главные новости дня без политической цензуры. "123 Новости" — абсолютно все точки зрения, трезвая аналитика, цивилизованные споры и обсуждения без взаимных обвинений и оскорблений. Помните, что не у всех точка зрения совпадает с Вашей. Уважайте мнение других, даже если Вы отстаиваете свой взгляд и свою позицию. Smi24.net — облегчённая версия старейшего обозревателя новостей 123ru.net.
Мы не навязываем Вам своё видение, мы даём Вам объективный срез событий дня без цензуры и без купюр. Новости, какие они есть — онлайн (с поминутным архивом по всем городам и регионам России, Украины, Белоруссии и Абхазии).
123ru.net — живые новости в прямом эфире!
В любую минуту Вы можете добавить свою новость мгновенно — здесь.
Здоровье в России и мире
Частные объявления в Вашем городе, в Вашем регионе и в России
Друзья 123ru.net
Информационные партнёры 123ru.net
Спонсоры 123ru.net