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Villach will zuhause die Serie ausgleichen!

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Bereits am morgigen Donnerstag (19:15 Uhr, live auf sporteurope.tv sowie im Radio-Kärnten-Eishockey-Magazin) hat der EC iDM Wärmepumpen VSV in der heimischen Stadthalle die Chance, in der Viertelfinalserie der win2day ICE Hockey League gegen die Moser Medical Graz 99ers auszugleichen. Nach der engagierten Vorstellung bei der knappen 1:2-Niederlage nach Verlängerung im Grazer „Bunker“ wollen die Adler an die zahlreichen positiven Aspekte ihres Auftritts anknüpfen und vor eigenem Publikum den Serienstand egalisieren.

Die Ausgangssituation

Der EC iDM Wärmepumpen VSV verkaufte sich zum Auftakt der Viertelfinalserie der win2day ICE Hockey League in der steirischen Landeshauptstadt teuer. Über weite Strecken der Partie lieferten die Adler den Moser Medical Graz 99ers ein Duell auf Augenhöhe und präsentierten sich phasenweise sogar mit leichtem optischem Übergewicht. Am Ende fehlte jedoch die letzte Konsequenz im Abschluss, und die Grazer erwiesen sich in der entscheidenden Szene als das abgeklärtere Team. Die Entscheidung fiel erst in der Verlängerung. Nach 74 Minuten und 12 Sekunden nutzten die Hausherren eine Unachtsamkeit der Villacher eiskalt aus: Nachdem sich Steven Strong in der Offensivzone bei einem Pass verschätzt hatte, liefen Manuel Ganahl und Josh Currie einen 2-auf-1-Konter. Ganahl legte kurz vor VSV-Schlussmann Joe Cannata perfekt quer, Currie traf ins halbleere Tor und schickte die Adler ohne Zählbares aus dem Grazer „Bunker“ nach Hause. Die Enttäuschung im Lager der Villacher war naturgemäß groß, dennoch richtet sich der Blick bereits nach vorne. Am Donnerstag bietet sich in der heimischen Stadthalle die Chance, die Serie wieder auszugleichen. Im Grunde ist aus Sicht der Kärntner noch nichts Entscheidendes passiert: Der VSV liegt in der Best-of-Seven-Serie lediglich mit 0:1 zurück, wobei jene Mannschaft aufsteigt, die zuerst vier Siege verbucht. Der Blick auf den Grunddurchgang unterstreicht die Ausgangslage: Der VSV beendete die reguläre Saison nach 48 Spielen mit 21 Siegen und 27 Niederlagen. Offensiv gelangen den Blau-Weißen 148 Treffer, defensiv mussten sie 156 Gegentore hinnehmen, was in der Endabrechnung ein Torverhältnis von minus acht ergibt. Die Grazer präsentierten sich hingegen als das konstanteste Team der Liga. Die Moser Medical Graz 99ers sicherten sich erst in der letzten Runde noch Rang eins vor dem EC-KAC und damit den Sieg im Grunddurchgang. Aus 48 Partien resultierten 34 Siege bei lediglich 14 Niederlagen, ein Punkteschnitt von 2,12. Mit 163 erzielten Treffern und lediglich 102 Gegentoren stellen die Steirer zudem die beste Defensive der Liga und weisen mit plus 61 auch das klar beste Torverhältnis auf. Ein Blick auf Formkurven verliert im Playoff-Modus zwar rasch an Bedeutung, in der entscheidenden Phase zählt ausschließlich das unmittelbare Duell auf dem Eis. Dennoch zeigt sich ein statistischer Faktor, der für die Villacher Herausforderung zusätzlich spricht: Gerade in der heimischen Stadthalle tat sich der VSV gegen Graz in dieser Saison schwer. Beide Heimspiele gegen die Steirer gingen deutlich verloren, einmal mit 1:4 und einmal mit 1:6. Insgesamt gelangen den Adlern in diesen beiden Begegnungen lediglich zwei Treffer bei zehn Gegentoren. Der letzte Heimsieg der Villacher gegen Graz datiert vom 22. Dezember 2024. Damals setzte sich der VSV mit 2:1 durch; die Tore erzielten Guus van Nes und Philipp Lindner, während für die Grazer Paul Huber traf. Historisch betrachtet stellt dieses Viertelfinale zudem ein Novum dar: Noch nie zuvor kam es seit der Liganeugründung zu einer Playoff-Serie zwischen dem VSV und den Grazern. Allerdings existieren durchaus historische Parallelen. Vor der Gründung der heutigen 99ers trat in der steirischen Landeshauptstadt der EC Graz – die sogenannten „Elefanten“ – an. Gegen diese Organisation bestritt Villach mehrere Playoff-Serien in den frühen 1990er-Jahren, die letztlich auch zu zwei Meistertiteln führten: 1991/92 sowie 1992/93 krönte sich der VSV jeweils nach Finalerfolgen gegen den EC Graz zum österreichischen Champion.

Der Gegner im Fokus: Moser Medical Graz 99ers

Die Moser Medical Graz 99ers gehen in der laufenden Saison mit einem überwiegend neu formierten Kader an den Start. Seit dem Einstieg von Mäzen Herbert Jerich in der vergangenen Spielzeit investierten die Steirer gezielt in namhafte Verstärkungen und hoben die Qualität des Teams deutlich an. Trotz des großen personellen Umbruchs blieben einige Konstanten erhalten, die weiterhin das sportliche Rückgrat der Mannschaft bilden: Kevin Roy, Markus Vela, Lukas Haudum, Paul Huber sowie der deutsche Verteidiger Korbinian Holzer geben dem Grazer Spiel Stabilität und Struktur. Das Angriffsspiel wird durch mehrere zentrale Neuzugänge ergänzt. Besonders hervorzuheben ist Chris Collins, der vier Jahre lang für die Villacher Adler auflief und in dieser Zeit 70 Treffer erzielte. Ebenfalls neu im Kader ist Torhüter Maxim Lagacé, der aus der schwedischen SHL nach Graz wechselte. In den vergangenen beiden Jahren stand der 33-Jährige bei Färjestad BK zwischen den Pfosten und bringt zudem NHL-Erfahrung aus insgesamt 20 Einsätzen für Tampa Bay Lightning, Vegas Golden Knights und Pittsburgh Penguins mit. Für zusätzliche Qualität in der Defensive sorgt der erfahrene Nick Bailen, der bereits in der finnischen Liiga, der DEL sowie der KHL aktiv war und in der Vorsaison phasenweise für die Steirer zum Einsatz kam. Auch an der Bande vollzogen die Grazer einen markanten Schnitt: Trainer Harry Lange, der den sportlichen Umbruch zunächst begleitete, wurde mittlerweile durch den Kanadier Dan Lacroix ersetzt. Unter seiner Führung präsentierte sich die Mannschaft deutlich stabiler, erfolgreicher und spielfreudiger, was sich auch in der starken Bilanz seit Mitte November widerspiegelt. Zusätzliche Brisanz erhält das bevorstehende Viertelfinale aus Villacher Sicht durch mehrere Akteure mit blau-weißer Vergangenheit im Grazer Kader. Nicolas Wieser, gebürtiger Villacher, absolvierte den Großteil seiner Nachwuchsausbildung beim VSV, während Nico Brunner ebenfalls aus der Villacher Talenteschmiede stammt und rund ein Jahrzehnt lang das blau-weiße Trikot trug. Komplettiert wird das Trio durch Chris Collins, der ebenfalls vier Saisonen lang in Villach auf Torejagd ging. Bei den Grazern gilt es besonders auf zwei Schlüsselspieler zu achten: Lukas Haudum, gebürtiger Oberösterreicher, der den Großteil seiner Karriere beim EC KAC verbrachte, kommt in 47 Saisonspielen auf 10 Tore und 43 Assists (53 Punkte) bei einer Plus-Minus-Wertung von +21. Nick Bailen steuerte in 39 Partien 11 Tore und 39 Assists bei, insgesamt 50 Punkte, Punkteschnitt 1,28, Plus-Minus +17. Die meisten Tore erzielte wie erwartet Chris Collins: In 44 Spielen brachte er es auf 22 Treffer und 13 Assists (35 Punkte insgesamt), bei der besten Plus-Minus-Wertung des Teams (+24) und einer Scoring-Efficiency von 17,4 Prozent, ebenfalls teamintern Spitze. In den Special Teams sind die Steirer ebenfalls beeindruckend: Im Powerplay rangieren sie mit 39 Treffern aus 157 Möglichkeiten (24,84 Prozent) auf Platz eins der Liga, in Unterzahl kassierten sie nur 22 Gegentreffer in 147 Situationen (85,03 Prozent), ebenfalls Platz eins. Torhüter Lagacé unterstreicht die Dominanz zusätzlich: 36 Einsätze, 71 Gegentore, ein Gegentorschnitt von 2,01, eine Fangquote von 92,23 Prozent, 7,47 mehr Tore pariert als statistisch erwartet und eine Fangquote von 85,23 Prozent bei Schüssen aus dem Slot. Auch in den Faceoffs zeigen die Grazer ihre Stärke: Insgesamt gewinnen sie 54,08 Prozent ihrer Bullys, getragen von Haudum (58,2 Prozent), Markus Vela (54,7 Prozent) und Michael Schiechl (54,5 Prozent). Statistisch gesehen erzeugen die Steirer über 60 Minuten im Schnitt 1,3 erwartete Tore mehr als ihre Gegner, gewinnen 53,01 Prozent ihrer Zweikämpfe, sind das zweikampfstärkste Team der Liga und verfügen zudem über den meisten Puckbesitz: Im Durchschnitt halten sie den Puck fast 4 Minuten und 32 Sekunden länger in der Offensivzone als in der Defensive.

Der EC iDM Wärmepumpen VSV im Fokus

Der EC iDM Wärmepumpen VSV erlebte in dieser Saison eine Spielzeit der Ausschläge. Zwischenzeitlich rangierten die Adler sogar innerhalb der Top Six, ehe eine schwächere Phase die Mannschaft kurzzeitig bis auf Rang elf zurückwarf. Erst in der zweiten Hälfte der Ägide von Cheftrainer Pierre Allard stabilisierte sich das Team wieder nachhaltig und präsentierte sich besonders im Endspurt des Grunddurchgangs in deutlich verbesserter Form. Diese positive Entwicklung setzte sich auch in den Pre-Playoffs gegen die Steinbach Black Wings Linz fort, wo sich die Villacher überzeugend durchsetzen konnten. Auch im ersten Viertelfinalduell mit den Moser Medical Graz 99ers bestätigten die Adler diesen Aufwärtstrend. Über weite Strecken der Partie stellten die Kärntner die aktivere und phasenweise auch bessere Mannschaft. Dennoch blieb ihnen am Ende der verdiente Ertrag verwehrt, ein Umstand, der zuletzt zu den wenigen Konstanten unter Allard zählte: Der VSV erspielt sich zahlreiche Chancen, vermag diese jedoch nicht immer konsequent in Tore umzumünzen. Statistisch spiegelte sich dieses Bild auch in der Auftaktpartie der Serie wider. Die Villacher erspielten sich neun sogenannte „Great-A-Chancen“, konnten davon jedoch lediglich eine verwerten. Insgesamt generierten die Adler rund 3,48 erwartete Tore (xG), erzielten jedoch nur einen Treffer. Das entspricht einer Effizienz, die in einem Playoff-Spiel auf diesem Niveau schlicht zu gering ist. Einmal mehr herausragend präsentierte sich hingegen Schlussmann Joe Cannata. Der Villacher Torhüter parierte 38 von 40 Schüssen der Grazer und kam damit auf eine Fangquote von exakt 95 Prozent. Darüber hinaus verhinderte er statistisch gesehen 1,96 erwartete Gegentore mehr als prognostiziert und vereitelte neun von elf hochkarätigen Grazer Torchancen. Damit erwies sich Cannata erneut als entscheidender Stabilitätsfaktor im Spiel der Blau-Weißen. Bemerkenswert war auch die körperliche Präsenz der Kärntner. Gegen die traditionell zweikampfstarken Grazer stemmten sich die Adler mit großem Einsatz. Insgesamt verbuchten sie 38 Hits – ein neuer Saisonhöchstwert – und blockten zudem 22 Schüsse, ebenfalls ein Bestwert in dieser Spielzeit. Verbesserungspotenzial offenbarte hingegen das Überzahlspiel: Vier Powerplay-Gelegenheiten blieben ungenutzt. In Unterzahl präsentierte sich der VSV dagegen äußerst stabil und überstand beide Grazer Überzahlspiele ohne Gegentreffer. Topscorer der Villacher bleibt weiterhin Adam Helewka. Der Angreifer hält nach 49 Einsätzen bei 26 Treffern und 22 Assists und damit bei insgesamt 48 Punkten bei einer Plus-Minus-Bilanz von +5. Dahinter folgt der russische Edeltechniker Nikita Scherbak, der in 46 Spielen zehn Tore und 35 Vorlagen verbuchte und damit auf 45 Punkte bei einer Plus-Minus-Wertung von +3 kommt.

Viertelfinale 2 | Donnerstag, 12. März 2026 | 19:15
EC iDM Wärmepumpen VSV – Moser Medical Graz99ers
Stadthalle Villach (Villach, Österreich)






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