Zehntausende Reisende sitzen seit den Angriffen auf den Iran in den Golfstaaten fest. Außenminister Wadephul gerät wegen seines Umgangs mit der Krise unter Druck. Grünen-Politikerin Irene Mihalic hat Außenminister Johann Wadephul (CDU) wegen seines Iran-Krisenmanagements heftig kritisiert. Es dürfe kein Zweifel daran bestehen, dass es Aufgabe der Bundesregierung sei, Menschen zurückzuholen, die in den Golfstaaten festsitzen, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen im Bundestag am Mittwoch in Berlin . Das Krisenmanagement des Außenministers sei "chaotisch" und widersprüchlich". Mihalic sagte weiter, dass der Außenminister "uninformiert" erscheine. Er bemühe sich, aber wisse vielleicht nicht, was vor sich gehe. Israel und die USA hatten am Samstagmorgen mit Luft- und Raketenangriffen auf den Iran begonnen. Wegen der Eskalation können seit dem Wochenende Zehntausende Menschen , die im Nahen Osten Urlaub machen oder einen der dortigen Flughäfen als Drehkreuz nutzen wollten, die Region nicht verlassen. Bei vielen Touristen ist die Verzweiflung groß. Der Bundesregierung und vor allem dem Außenminister wird vorgeworfen, nicht genug für gestrandete Urlauber zu tun. Wadephul muss eigene Aussage korrigieren Wadephul hatte am Montagabend mit einer Äußerung über eine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amts für die Golfstaaten irritiert . Im ZDF-"heute-journal" hatte er auf mehrere Nachfragen von Moderatorin Marietta Slomka mehrfach darauf beharrt, dass es bereits vor dem 28. Februar eine Reisewarnung gegeben habe. Später korrigierte er diese Aussage und gestand ein, dass die Reisewarnung erst seit dem 28. Februar bestehe. Der CDU-Minister hatte außerdem eine militärische Evakuierung der betroffenen Reisenden ausgeschlossen. "Das werden wir nicht machen können, denn die Lufträume sind insgesamt geschlossen", sagte er der "Bild"-Zeitung. Am Montag dann gab Wadephul bekannt, dass die Bundesregierung Charterflugzeuge nach Saudi-Arabien und in den Oman schicken wolle, um von dort gestrandete deutsche Reisende auszufliegen. Zuerst sollten dabei "besonders vulnerable Gruppen" evakuiert werden. Dazu zählen alte, kranke und schwache Menschen sowie Kinder und Schwangere. Der Minister schloss aber erneut eine militärische Evakuierung aus. Mihalic: Reaktion des Ministers "nicht angemessen" "Der Schutz der Bürger ist eine staatliche Kernaufgabe", betonte Grünen-Politikerin Mihalic. Wadephuls erste Äußerung zur Rückholung habe sie als "nicht angemessen" empfunden. Bezüglich der Reisewarnung warf sie der Bundesregierung vor, nicht rechtzeitig gewarnt zu haben. Offensichtlich habe die eine Hand im Auswärtigen Amt nicht gewusst, was die andere tue, fügte Mihalic mit Blick auf das Vorgehen des Ministers hinzu. Mihalics Parteikollegin Luise Amtsberg kritisierte Wadephul ebenfalls deutlich. "Erst an Tag drei nach Ausbruch des Krieges anzukündigen, einzelne vulnerable Personengruppen aus der Region evakuieren zu wollen, reicht nicht aus", sagte die Grünen-Außenexpertin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Bundesregierung wirke "unvorbereitet" und "überfordert". Die außenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Cansu Özdemir, warf der Bundesregierung mangelhafte Krisenkommunikation vor.