Bei Merz-Besuch: Trump attackiert Großbritannien und Spanien
Beim Besuch des Bundeskanzlers findet der US-Präsident lobende Worte für Friedrich Merz. Zwei andere Länder kritisiert er hingegen scharf. David Schafbuch berichtet aus New York Für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte US-Präsident Donald Trump Lob in den höchsten Tönen übrig, auf andere Europäer traf das nicht zu. Bei Merz' Besuch im Weißen Haus in Washington bezeichnete Trump die spanische Regierung als "schrecklich" und drohte offen damit, einen Handelskrieg mit dem EU-Staat loszubrechen. Ähnlich hart fiel auch Trumps Kritik zur britischen Regierung aus, die er "sehr, sehr unkooperativ" nannte. Merz besucht Trump: Sie kennen sich Trump im Weißen Haus: Alle Informationen im Newsblog Doch warum hat es Trump gerade auf diese beiden Länder abgesehen? t-online gibt einen Überblick: Im Fall von Spanien sind die Beziehungen zu den USA schon länger angespannt. Der Ministerpräsident Pedro Sánchez hat sich in den vergangenen Monaten als wohl deutlichster Trump-Kritiker unter den europäischen Staatenlenkern hervorgetan. Die jüngsten Angriffe der USA und Israels auf den Iran kritisierte der Regierungschef als klaren Bruch des Völkerrechts. Dabei setzte er das Vorgehen beider Länder mit dem Umgang des iranischen Regimes mit der eigenen Bevölkerung gleich. Doch es blieb nicht nur bei verbaler Kritik: Die spanische Regierung untersagte es auch dem amerikanischen Militär, die eigenen Militärbasen für Angriffe auf den Iran zu nutzen. Die amerikanischen Streitkräfte reagierten darauf, indem sie zahlreiche Flugzeuge in andere Länder verlegten – darunter auch auf die Basis Ramstein in der Nähe von Kaiserslautern . Trump drohte der spanischen Regierung damit, dass sie die Stützpunkte künftig auch ohne deren Zustimmung nutzen könnten: "Wir könnten einfach reinfliegen und sie nutzen. Niemand wird uns sagen, dass wir sie nicht nutzen sollen." Gegen höhere Verteidigungsausgaben Das Verhältnis zwischen der spanischen und der amerikanischen Regierung war allerdings schon vor dem Iran-Krieg angespannt: Das südeuropäische Land war bei Trump auch in Ungnade gefallen, weil es die beschlossenen erhöhten Verteidigungsausgaben innerhalb der Nato bislang ablehnt. Das Bündnis hatte sich 2025 auf dem jährlichen Nato-Gipfel darauf geeinigt, die Verteidigungsausgaben schrittweise auf fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen. Die Steigerung war vor allem auf Druck der US-Regierung erfolgt. Im Vorfeld des Gipfels im niederländischen Den Haag war befürchtet worden, dass die USA unter Trump ohne einen entsprechenden Beschluss aus der Nato austreten könnten. Bekanntermaßen kam es dazu nicht. Spanien trug allerdings als einziger Mitgliedsstaat die Erhöhung nicht mit und ist aktuell zudem der Nato-Staat mit den niedrigsten Verteidigungsausgaben. Hinter Sánchez' Politik werden nicht nur außenpolitische Überzeugungen vermutet. Der Sozialdemokrat hat in den vergangenen Monaten seine Mehrheit im Parlament verloren und regiert aktuell mit einer Minderheitsregierung. Aufgrund seiner verbliebenen, noch weiter links eingestellten Koalitionspartner riskiert Sánchez den endgültigen Zusammenbruch seiner Koalition, falls er sich stärker in Richtung der politischen Mitte orientiert. Trump droht mit Abbruch der Handelsbeziehungen In Bezug auf die US-Regierung könnte das jetzt allerdings zu noch schwereren Verwerfungen führen. Beim Besuch von Merz in Washington drohte Trump offen damit, Handelsembargos gegen Spanien auszusprechen. Auch der vollständige Abbruch der Handelsbeziehungen ist laut Trump denkbar. Über entsprechende Maßnahmen hatte der Präsident bereits Ende Februar spekuliert, nachdem der US-Supreme Court einen Großteil seiner Zollpolitik gekippt hatte. Wie genau ein solcher Abbruch aussehen könnte, erläuterte Trump bei Merz' Besuch nicht. Der Bundeskanzler kündigte allerdings an, die Spanier davon überzeugen zu wollen, ihre Verteidigungsausgaben künftig doch noch zu steigern. Neben Spanien kritisierte der US-Präsident auch die Regierung Großbritanniens scharf. In London habe man sich ebenfalls "sehr, sehr unkooperativ" im Bezug auf den Krieg im Iran verhalten, sagte Trump in Washington. Hintergrund war auch hier die Sperrung britischer Militärbasen. Allerdings hatte Regierungschef Keir Starmer am Sonntag die Nutzung dann erlaubt. Unter anderem warf Trump der Regierung in London vor, sie sei "sehr unkooperativ mit dieser dummen Insel" vorgegangen. Trump meinte damit das Chagos-Archipel, das sich im Indischen Ozean befindet. Auf der Insel Diego Garcia befindet sich ein gleichnamiger Stützpunkt, den die USA für den Angriff auf den Iran nutzen wollten. Starmer habe viel zu lange gebraucht, um den USA die Nutzung der Basis zu genehmigen, hatte Trump dem britischen Premier schon zuvor vorgeworfen. Die Insel ist auch ein Streitpunkt zwischen beiden Ländern, weil Großbritannien das Archipel an die ehemalige Kolonie Mauritius zurückgeben wird. Ein entsprechendes Abkommen hatte Starmer bereits im vergangenen Jahr unterzeichnet. Das US-Militär erhielt in dem Zusammenhang einen Pachtvertrag mit einer Laufzeit von 100 Jahren. Einladung des König Trump hatte das Abkommen schon im Januar als "dumm" bezeichnet. Beim Besuch von Merz legte er nun nach. Der US-Präsident warf Starmer eine falsche Energie- und Migrationspolitik vor. Unter anderem kritisierte Trump, dass sich Großbritannien auf die Windenergie in der Nordsee fokussiere und sein Öl aus Norwegen kaufe, statt es selbst in der Nordsee zu fördern. Tatsächlich fördert Großbritannien dort auch selbst Öl und ist hinter Norwegen der zweitgrößte Produzent in Europa. Anders als Sánchez hatte sich Starmer zuvor stark um Trump bemüht. Der britische Premier hatte bei seinem ersten Besuch im Weißen Haus Trump eine persönliche Einladung des britischen Königs Charles überreicht. Trump hatte bei dem Staatsempfang im September davon gesprochen, dass der Besuch beim britischen Königshaus eine der größten Ehren in seinem Leben gewesen sei. Die guten Beziehungen hatten sich auch in den Zollverhandlungen für Großbritannien ausgezahlt. Anders als die EU schloss Starmer ein Abkommen ab, das Abgaben von 10 Prozent vorsah, während EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen etwa ein Abkommen mit 15-Prozent-Zöllen mit Trump schloss. Doch Starmer scheint durch die vorübergehende Sperre bei Trump in Ungnade gefallen zu sein. "Wir haben es hier nicht mit Winston Churchill zu tun", sagte Trump mehrmals in Washington in Richtung des britischen Premiers.
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