Wahlkampf: Grüne zu Wahlplakaten: Es geht auch mit Verzicht
Ist ein Verzicht auf Wahlplakate politisch mutig oder riskant? Eine Politikwissenschaftlerin gibt Antworten. Und die Grünen in Gießen probieren aus, ob weniger mehr ist.
In der Diskussion über den Nutzen von Wahlplakaten gibt es auch kritische Stimmen, die sich für einen Verzicht auf dieses Wahlkampfmittel aussprechen. Kritisiert werden Umweltbelastung und Kosten. Doch wäre ein solcher Schritt politisch mutig oder wahlstrategisch eher riskant?
Die Gießener Politikwissenschaftlerin Dorothée de Nève hält die Frage nach einem Verzicht auf Plakate für berechtigt. Gerade im städtischen Raum gebe es Straßenabschnitte etwa an stark befahrenen Kreuzungen, in denen sehr viele Plakate auf engstem Raum hingen. Zuweilen würden auch kleine Parteien erstaunliche Investitionen dafür tätigen, sagt sie.
Die Grünen seien hingegen in manchen Regionen wie etwa in Gießen dazu übergegangen, die Zahl der Plakate bewusst zu reduzieren. "Das ist in diesem konkreten Fall nicht riskant, sondern mit Blick auf die politische Agenda dieser Partei durchaus stimmig", erklärt die Forscherin.
Grüne in Gießen: Andere Parteien machen "Materialschlacht"
Die Grünen in der mittelhessischen Universitätsstadt hatten zur Begründung ihres Verzichts erklärt: "Während andere Parteien mit einer wahren Materialschlacht auf den Wahlkampf aufmerksam machen, setzen wir bewusst auf einen reduzierten und nachhaltigen Umgang mit Plakatwerbung. Das ist kein Versehen, sondern eine klare Entscheidung – für die Umwelt, für mehr Dialog und für einen Wahlkampf mit Verantwortung." Stattdessen solle der Fokus auf den direkten Austausch mit den Bürgern gerichtet werden.
