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Community-Radios in der Sahelzone: Krisen als Chance für Selbstfinanzierung und Widerstandsfähigkeit

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In der gesamten Sahelzone kämpfen Community-Radios darum, auf Sendung zu bleiben – obwohl sie gerade jetzt mehr denn je gebraucht werden. In Niger, Mali und Burkina Faso sind die Sender oft eine der wenigen zuverlässigen Informationsquellen in ländlichen und von Konflikten betroffenen Gebieten. Im Rahmen eines Tandem-Stipendiums am Merian Institute for Advanced Studies in Africa (MIASA) an der Universität von Ghana haben Dr. Lassané Yaméogo und Dr. Viviane Schönbächler untersucht, wie Community-Radiosender auf eine doppelte Krise reagieren: die zunehmende Unsicherheit und den plötzlichen Entzug internationaler Medienfinanzierung. Diese Schocks haben zwar tiefgreifende finanzielle Schwachstellen offenbart, aber sie haben die Sender auch dazu veranlasst, mit lokal orientierten Formen der Eigenfinanzierung und der Unterstützung durch die Gemeinschaft zu experimentieren.  Was dabei zum Vorschein kommt, ist nicht nur eine Geschichte der Fragilität, sondern auch der Anpassung, der Widerstandsfähigkeit und der Neuverankerung der Medien innerhalb der Gemeinschaften, denen sie dienen.

Community-Radios sind vielerorts eine wichtige Informationsquelle. Bild: Pexels

Communitysender mit vielfältigen Schwachstellen

Im Juli 2025 hat die US-Regierung unter Präsident Donald Trump USAID, die US-Agentur für internationale Entwicklung, geschlossen. Einige ihrer Aufgaben übernimmt das US-Außenministerium. Hauptargument für die Schließung war, dass zu viel Geld außerhalb der USA ausgegeben würde: Für 2025 waren laut einem Internews-Bericht 271,5 Millionen US-Dollar aus dem Budget des Entwicklungssektors für die Unterstützung „unabhängiger Medien und des freien Informationsflusses” vorgesehen, davon 150 Millionen für die Unterstützung von Journalismus.  Die USA stehen dabei allerdings nicht allein: Auch beispielsweise das MédiaSahel-Projekt wurde ausgesetzt, das 2019 von CFI mit finanzieller Unterstützung der französischen Entwicklungsagentur (AFD) in Mali, Burkina Faso und Niger ins Leben gerufen worden war. Viele andere NGOs haben die Sahelzone verlassen, und diejenigen, die geblieben sind, reduzieren ihre Unterstützung für Redaktionen erheblich.

Ein aktueller Bericht von Internews beschreibt die Situation wie folgt:

„Im Jahr 2025 und darüber hinaus wird der Großteil der Mittel verschwinden – möglicherweise für immer. Die plötzliche Streichung hat den lokalen Medien einen verheerenden Schlag versetzt und viele von ihnen zur Schließung oder drastischen Einschränkung ihrer Tätigkeit gezwungen. Entscheidende finanzielle Ressourcen entfallen, wo sie am dringendsten gebraucht werden, sodass Journalisten nun nicht mehr über die Mittel verfügen, um ihre unersetzliche Arbeit fortzusetzen. Die Medienunternehmen, die am stärksten von der Finanzierung durch die US-Regierung abhängig waren, sind diejenigen, die in den schwierigsten und instabilsten Regionen der Welt tätig sind – Konfliktgebiete, autoritär regierten Ländern von Katastrophen betroffene Zonen und unterversorgten Gemeinden, in denen der Zugang zu verlässlichen Informationen über Leben und Tod entscheiden kann. In diesen Kontexten gibt es oft keine anderen Geschäftsmodelle, wie etwa Werbung oder Abonnements, oder diese sind unzuverlässig.“

Dem Bericht zufolge betreffen die Kürzungen besonders Communitysender in Subsahara-Afrika.

Die aktuelle Krise hat deutlich gemacht, in welchem Maße CommunityRadiosvon externen Finanzierungsquellen abhängig sind.

Medienentwicklungsfonds machen zwar nur einen kleinen Prozentsatz der Gesamteinnahmen im Medien- und Kommunikationssektor aus (Leroy, 2025), das System hat jedoch Abhängigkeiten geschaffen. In der Sahelzone fallen diese finanziellen Belastungen mit einer allgemeinen Sicherheitskrise zusammen, die die lokalen Radiosender zusätzlich unter Druck setzt. Die Infrastruktur ist durch häufige Unterbrechungen der Stromversorgung und Telekommunikation beeinträchtigt. Leider ist es nicht mehr selten, dass Radiosender nur noch wenige Stunden am Tag Strom haben oder in Gebieten ohne Mobilfunk- oder Internetverbindung arbeiten, während Batterien und Solaranlagen oft alt sind und keinen stabilen Betrieb gewährleisten können. Gleichzeitig sind auch die endogenen Einnahmequellen – also Mittel, die nicht von ausländischen Geldgebern stammen – zurückgegangen. Traditionell erhalten die Sender Geld für die Ausstrahlung amtlicher Verlautbarungen oder anderer Mitteilungen staatlicher Institutionen, doch auch diese gehen aufgrund von Unsicherheit und politischer Instabilität zurück.  Insgesamt sind Communitysender in der Sahelzone also mit wirtschaftlicher, infrastruktureller und sicherheitsbezogener Fragilität – einschließlich Morddrohungen, der Zerstörung von Einrichtungen und Entführungen – konfrontiert.

Förderung lokaler Anpassungs- und Selbstfinanzierungspraktiken

Trotz dieser Einschränkungen hat die Finanzierungskrise auch zu Anpassungsreaktionen auf lokaler Ebene geführt. Wie der Leiter eines Community-Radios bemerkte: „Wir müssen auch die Chancen sehen.“ Durch die knapperen Ressourcen aus der internationalen Entwicklungszusammenarbeit haben Community-Radiosender zunehmend endogene Ressourcen – finanzielle, materielle und soziale – mobilisiert, um ihre Aktivitäten aufrechtzuerhalten und Solidarität zu bewahren. In der Praxis hat dies dazu geführt, dass die Sender eine Reihe von Mechanismen zur Eigenfinanzierung entwickelt oder gestärkt haben.

Einige Radiosender vermieten Tonausrüstung und Generatoren an lokale Gemeinden oder bieten Catering-Dienstleistungen für Hörerclubs an. Darüber hinaus werden Radio-Hosts gelegentlich als Zeremonienmeister oder Moderatoren für öffentliche Veranstaltungen engagiert. Die Einnahmen hieraus können zur Deckung dringender Betriebsausgaben verwendet werden. Andere Sender haben Mitgliedsbeiträge für WhatsApp-Gruppen eingeführt, die zum täglichen Betrieb des Radiosenders beitragen. Wieder andere haben in alternative gewinnbringende Aktivitäten wie Baumschulen oder kleine Restaurants investiert.

Diese lokalen Initiativen zur Selbstfinanzierung ermöglichen es den Sendern, fortzubestehen und weiterhin relevante Programme für ihre Hörer auszustrahlen. Freiwillige finanzielle Beiträge der Hörer spielen hier grundsätzlich ebenfalls eine wichtige Rolle. Der Leiter eines Senders erklärt: „Die Hörer tragen finanziell zum Betrieb des Radiosenders bei, indem sie 100 FCFA [0,15 €] oder 200 FCFA spenden. Es gab Jahre, in denen wir 1 Million FCFA, 2 Millionen FCFA und sogar 3 Millionen FCFA [mehr als 4.500 €] von der Öffentlichkeit erhalten haben. Aber seit einiger Zeit hat dieses Selbstfinanzierungssystem aufgrund der unsicheren Lage einen Rückschlag erlitten.“ Dieser Beitrag der Gemeinschaft zum Überleben der Radiosender spiegelt die Beobachtung von Damome wider, der feststellt: „In diesem Zusammenhang wird die Medienpartizipation auch zu einem Mittel des Aktivismus und beschränkt sich nicht mehr auf die Medieninteraktivität im üblichen Sinne des Wortes.“

Das Engagement der Gemeinschaft für die Community-Radios schlägt sich auch in konkreter materieller Unterstützung nieder, zum Beispiel durch den Kaufeines Generators oder von Sonnenkollektoren, die helfen sollen, unerwartete Stromausfälle auszugleichen. Außerdem mobilisiert es dazu, lokale Antworten auf die humanitäre Krise zu geben, zum Beispiel durch die Bereitstellung von Unterkünften für Binnenvertriebene, von Ackerland für vertriebene Frauen oder durch Beiträge zur Betreuung von Kindern, die die Schule abgebrochen haben. Über die Communitysender haben sich die Hörer auch organisiert, um sich an endogenen Entwicklungsmaßnahmen zu beteiligen, indem sie zum Beispiel öffentliche Infrastruktur wie eine Leichenhalle, eine Friedhofsumzäunung oder Moscheen gebaut haben. Für einige Sender sind außerdem die Zuhörer in der Diaspora eine besonders wichtige Quelle für finanzielle und materielle Unterstützung.

Es gibt also viele Beispiele für Anpassung an die Krise und Solidarität. Trotzdem bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich des langfristigen Überlebens von Community-Radios unter den aktuellen Bedingungen. Die Mobilisierung endogener Ressourcen ist zwar von zentraler Bedeutung für die Unabhängigkeit und soziale Nachhaltigkeit von Community-Radiosendern, doch dürften solche Ressourcen allein in einem Kontext, der durch anhaltende Unsicherheit und den Zusammenbruch der Infrastruktur gekennzeichnet ist, nicht ausreichen. Wie der Leiter eines Radiosenders in Burkina Faso fragte: „Wie lange werden wir so überleben können?“ Zusätzliche öffentliche oder ausländische Finanzmittel – ohne politische Auflagen – könnten diesen Radiosendern helfen, zu florieren, innovativ zu sein und ihre Rolle bei der Förderung des Friedens und eines friedlichen Zusammenlebens besser wahrzunehmen.

 

Literatur und Quellen:

Bojsen, H., & Compaoré, I. (2024). Médiatisation et conceptualisations écologiques de gatekeeping dans un contexte d’insécurité: le cas des animateurs des radios communautaires au Sahel. Mande Studies, 26(1), 43-70.

Damome, É. (2019). Communication engagée au sein des associations d’auditeurs de radio en Afrique subsaharienne. Communication Et Organisation(55), 155–170. https://doi.org/10.4000/communicationorganisation.7945

Lamine, S. (2024). Renforcement des capacités des journalistes dans les pays du Sahel en vue d’un «journalisme de précaution». Mande Studies, 26(1), 133-155.

Leroy, M. (2025). The Sustainability Imperative in Media Development: A Critical Analysis of a Self-Serving Myth. Palgrave Macmillan.

Munimi Osung, M. (2022). Les radios communautaires: Canaux d’expression pour une information de proximité. L’Harmattan

Der Beitrag Community-Radios in der Sahelzone: Krisen als Chance für Selbstfinanzierung und Widerstandsfähigkeit erschien zuerst auf Europäisches Journalismus-Observatorium (EJO).






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