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Trump droht Iran: Verhandlungen oder Militärschlag

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Dem Iran ist viel daran gelegen, mit den USA zu verhandeln – vor allem, um Zeit zu gewinnen. Die Alternative ist ein Militärschlag, den das Regime kaum überleben würde. Es ist schon ziemlich komisch, wenn sich zwei Parteien, die miteinander Lebenswichtiges verhandeln möchten, in einer Stadt in einem Gebäude treffen, aber in getrennten Räumen sitzen, weil sie nicht direkt miteinander reden wollen. Stattdessen begibt sich ein Vermittler gemessenen Schrittes von einem Zimmer, in dem er von der einen Partei etwas gesagt bekommt, in das andere Zimmer, um das Gesagte weiterzugeben. Die Antwort trägt er wieder zurück zu Partei eins. So ging es in Maskat im wunderschönen Oman zu. Das Weberschiffchen war der einheimische Außenminister Badr Albusaidi. Partei eins bildeten Steve Witkoff und Jared Kushner , die beiden Allzweckwaffen Donald Trumps. Diesmal hatten sie auch Brad Cooper dabei, den Oberbefehlshaber der US-Armee im Nahen Osten – als lebenden Beweis für die Androhung militärischer Gewalt im Falle diplomatischen Scheiterns. Trump will iranischen Angriff auf Israel verhindern Partei zwei führte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi an, der nicht ganz so zynisch wie Sergej Lawrow ist, aber ihm nahekommt. Wenn es ihm angemessen erscheint, droht er mit Angriffen auf amerikanische Stützpunkte in Bahrain oder Katar. Dann wieder säuselt er, dass der Iran ernsthaft bemüht sei, mit Amerika einen Einklang zu finden. Fragt sich nur, wie oft sich die beiden Parteien in Maskat dafür treffen müssen. Worüber verhandeln sie? Über alles. Nach dem Zwölftagekrieg im Juni 2025 machte sich der Iran zuerst daran, sein Arsenal an ballistischen Raketen wieder zu füllen. Damit ist die militärische Möglichkeit gegeben, Israel anzugreifen. Eine der vielen Forderungen Donald Trumps bezieht sich auf diesen Fall, den er ausschließen will. Das Mullah-Regime ist ein Schatten seiner selbst Zu den politischen Anliegen, welche die Golfstaaten und auch Saudi-Arabien unterstützen, gehört die Verpflichtung, dass der Iran nicht wieder damit anfängt, Terrororganisationen wie die Hamas oder Hisbollah zu hätscheln. An Frieden zu denken, wäre in dieser an Gewaltorgien reichen Region vermessen. Das Maß an permanenter Unruhe zu mindern, wäre schon ein erstaunlicher Fortschritt. Ohne die Hisbollah hat der Libanon die Aussicht auf eine andere politische Entwicklung. Ohne den Mentor Iran ist die Hamas weniger gefährlich. Ohne die iranischen Revolutionsgarden fehlt wenigstens ein Faktor im Chaos mit Blick auf Syrien und den Irak . Tatsächlich ist das Mullah-Regime in Teheran nur noch ein Schatten seiner selbst. Die Sanktionen des Westens haben zur fundamentalen Schwäche beigetragen. Seine Schlägertruppen sind noch imstande, mit einem Höchstmaß an Brutalität einen Aufstand niederzuschlagen. Von der sonstigen Revolutionsrhetorik, zu der die Vernichtung Israels gehört, ist länger schon wenig zu hören. Teheran geht es vor allem um Zeit Das Regime hat eigene Vorstellungen, worüber in Maskat demnächst weiterverhandelt werden soll. Nicht die regionale Neuordnung, sondern das Atomprogramm steht im Mittelpunkt. Es liegt brach seit dem Zwölftagekrieg. Dass die Anlagen in Natans, Fordo oder Buschehr so umfassend zerstört sind, wie Donald Trump behauptet, darf bezweifelt werden. Über die Anreicherung von Uran ist schon so häufig und so lange gesprochen worden, dass es für den Iran naheliegt, damit fortzufahren. Das Programm ist so komplex, dass sich Experten unendlich lange damit aufhalten können. Und an Zeitgewinn liegt dem Regime in Teheran derzeit viel, sehr viel. Jeder Tag, an dem verhandelt wird, ist ein gewonnener Tag. Deshalb sprach der iranische Außenminister nach dieser ersten Runde in Maskat davon, dass beide Parteien nach Hause führen, um neue Instruktionen zu empfangen, da der Start erfreulich ausgefallen sei. USA bauen gewaltige Drohkulisse auf Die Alternative ist ja auch ernst. Der amerikanische Präsident hat den Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" in die Region geschickt. Er wird von zwei Atomreaktoren angetrieben, die es erlauben, 20 Jahre lang im Einsatz zu bleiben. Mit 333 Metern Länge gehört die "USS Abraham Lincoln" zu den größten Kriegsschiffen der Welt. 70 Kampfflugzeuge und Hubschrauber sind an Bord. Drei Zerstörer begleiten und schützen den Flugzeugträger. Was bedeutet dieser Aufmarsch? Man kann sagen, es ist ja nur eine Drohkulisse und soll zeigen, was passieren kann, wenn der Iran die Verhandlungen ohne den nötigen Ernst führen und nicht die entscheidenden Kompromisse eingehen sollte. Jede Einschätzung der Lage steht unter dem Vorbehalt, dass Donald Trump ein Springteufel ist. Er ist weit gegangen, versprach den Aufständischen in Teheran Hilfe, die er nicht einlöste. Jetzt übt er sich in Kanonenpolitik wie einst der deutsche Kaiser Wilhelm II. Ist das nicht der perfekte Sturm, um den Regimewechsel in Teheran militärisch zu erzwingen? Trump will nicht als Verlierer dastehen Alles ist möglich, auch das Gegenteil. Die diplomatischen Verhandlungen, die alsbald wieder aufgenommen werden sollen, müssten schon ein bemerkenswertes Ergebnis erzielen – sagen wir, das angereicherte Uran wird einer neutralen Macht übergeben, die ja wohl nicht Russland sein kann. Oder das Regime verzichtet auf weitere Anreicherung, was natürlich überwacht werden muss. All das bleibt vage. Nur eines ist gewiss: Donald Trump will nicht als Verlierer dastehen. Der Iran muss schon demnächst in Maskat viel bieten, damit kein Grund zum zweiten Zwölftagekrieg aufkommt.





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