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Finale gegen Dänemark: Kein Gold-Coup: Handballer verlieren EM-Endspiel

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Die deutschen Handballer können sich nach 2004 und 2016 nicht ein drittes Mal zum Europameister küren. Im Endspiel ist Dänemark wie schon bei Olympia zu stark.

Gekämpft, gehofft und am Ende doch verloren: Deutschlands Handballer haben sich den Gold-Traum bei der Europameisterschaft trotz eines starken Auftritts nicht erfüllen können. In der "Hölle von Herning" verlor das Team von Bundestrainer Alfred Gislason das dramatische Finale gegen Weltmeister und Olympiasieger Dänemark mit 27:34 (16:18). Somit konnte sich die DHB-Auswahl nicht zum dritten Mal nach 2004 und 2016 zum EM-Champion küren.

Vor 15.000 Zuschauern, darunter auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), waren Johannes Golla, Juri Knorr und Marko Grgic mit jeweils fünf Toren bester Werfer für die deutsche Mannschaft, die eine erfolgreiche Revanche für die deutliche 26:39-Niederlage im Olympia-Finale 2024 verpasste. 

Das EM-Silber ist dennoch Beleg für den Aufschwung des deutschen Handballs und dürfte die Vorfreude auf die Heim-WM im Januar 2027 noch mehr anheizen. Auf einen Weltmeistertitel wartet die DHB-Auswahl dann genau 20 Jahre. 

Fischer muss kurzfristig passen

Dänemark um Welthandballer Mathias Gidsel vom deutschen Meister Füchse Berlin hat als erst zweites Team in der Geschichte die drei wichtigsten Trophäen zur selben Zeit in seinem Besitz: Olympiasieger, Weltmeister und Europameister. Das war bisher nur Frankreich im Jahr 2010 gelungen.

Obwohl die deutsche Mannschaft seit zehn Jahren kein Pflichtspiel mehr gegen die übermächtigen Dänen gewonnen hatte, ging sie die Aufgabe mit großer Zuversicht an. "Wenn man in einem Finale steht, will man es auch gewinnen", sagte Gislason vor dem Anpfiff. Und auch der Kanzler gab sich optimistisch. "Ich glaube, die deutsche Mannschaft hat eine große Chance, das Spiel zu gewinnen", sagte Merz im ZDF. 

Allerdings musste die DHB-Auswahl kurzfristig auf Justus Fischer verzichten. Der Kreisläufer, der beim 31:28-Sieg im Halbfinale gegen Kroatien eine überragende Leistung gezeigt hatte, konnte das Spiel wegen eines Infekts nur im Hotel verfolgen.

Emotionaler Kampf in Halbzeit eins

Anders als bei der 26:31-Niederlage in der Hauptrunde begann Andreas Wolff, der wie Kapitän Johannes Golla ins All-Star-Team des Turniers gewählt wurde, im deutschen Tor. Auch die etatmäßigen Außen Lukas Mertens und Lukas Zerbe, die sechs Tage zuvor nicht einmal im Kader standen, waren dabei. "Wir müssen eine überragende Abwehr hinstellen und brauchen eine starke Torhüterleistung", forderte Gislason. 

Von Beginn an entwickelte sich eine hitzige und umkämpfte Partie, in der die deutsche Mannschaft nach einer Viertelstunde beim 7:10 mit drei Toren hinten lag. Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel für Tom Kiesler bereits beendet. Der Abwehrspezialist, der sich nach einer Magen-Darm-Erkrankung rechtzeitig zum Finale fit gemeldet hatte, sah nach einem Foul an Gidsel schon früh die Rote Karte.

Doch das DHB-Team ließ sich davon nicht beeindrucken – und schon gar nicht entmutigen. Vor allem Knorr und Köster machten im Angriff viel Betrieb und sorgten für die nötige Torgefahr aus dem Rückraum. Nach 21 Minuten war das Spiel beim 12:12 wieder ausgeglichen. "Wir haben sie genau da, wo wir sie haben wollen", lobte Gislason seine Schützlinge in einer Auszeit. Zwar schlichen sich in der Schlussphase der ersten Halbzeit einige Offensiv-Fehler ein, zur Pause war trotzdem noch alles drin.

Dänemark nicht zu stoppen

Nach dem Wechsel ging die wilde Hatz weiter. Die DHB-Auswahl kam schnell zum Ausgleich, der ihr aber sofort wieder aus den Händen glitt, weil sie rund sechs Minuten ohne Tor blieb. Zum Glück wurde Wolff nun immer stärker und verhinderte mit einigen Glanzparaden zunächst einen höheren Rückstand. 

Weil seinen Teamkollegen in dieser Phase im Angriff kaum noch etwas gelingen wollte, war Dänemark Mitte der zweiten Halbzeit beim 26:22 dennoch erstmals auf vier Tore enteilt. Die Vorentscheidung, zumal auch Kreisläufer Jannik Kohlbacher in der Schlussphase die Rote Karte sah. Das deutsche Team steckte bis zum Ende zwar nie auf, die Wende gelang aber nicht mehr.






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